Vogelgrippe in Märkisch-Oderland: Die Infektionsgefahr ist noch nicht gebannt

Vogelgrippe ist in Gorgast amtlich festgestellt worden. Um den Seuchenbestand wurde eine Schutzzone mit einem Radius von drei Kilometern festgelegt. Außerdem wurde eine Überwachungszone mit einem Radius von zehn Kilometern eingerichtet.
Ulf Grieger- Vogelgrippe in Gorgast amtlich festgestellt; 18.000 Puten getötet.
- Schutzzone 3 km, Überwachungszone 10 km um den Betrieb eingerichtet.
- Landkreis MOL beendete Maßnahmen nicht; neue Schutzzonen statt Aufhebung.
- Peta fordert Stopp der Nutztierhaltung; Kritik im Ausschuss zurückgewiesen.
- Nabu sieht Ursachen in Betrieben; Bauernpräsident betont strenges Monitoring.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der jüngste Ausbruch der Vogelgrippe in Gorgast ist durch eine Infektion durch Wildvögel verursacht worden. Darüber hat Bianka Boss, Beigeordnete des Landrates für den ländlichen Raum, informiert. Der gesamte Bestand mit 18.000 Puten musste getötet werden. Aktuell ist der Betrieb, der bei der Aufdeckung der Infektion ebenso mitgewirkt hat wie der Bestands-Tierarzt, dabei, die Anlagen zu reinigen. In etwa 30 Tagen könne dort wieder Geflügel einziehen.
Der Landkreis MOL hatte bereits am 21. Januar eine Tierseuchenallgemeinverfügung zum Schutz gegen die Geflügelpest bei Nutzgeflügel erlassen. „Eigentlich hatten wir gehofft, die bestehenden Erlasse zu beenden, weil die Gefahr vorüber ist. Doch nun sehen wir, dass das nicht der Fall ist“, so Boss im Landwirtschaftsausschuss des Kreistages. Die Kreisverwaltung hatte bereits im November eingeschätzt, dass Märkisch-Oderland in dieser Saison viel stärker betroffen ist als in den Jahren 2017/18 und 2021/22.
Stellungnahme der Tierschutzorganisation Peta zurückgewiesen
In der Schutzzone haben Tierhalter dem Veterinäramt unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Vögel unter Angabe ihrer Nutzungsart und ihres Standortes und der verendeten gehaltenen Vögel, sowie jede Änderung anzuzeigen. Vögel, Fleisch von Geflügel und Federwild sowie Eier dürfen nicht in oder aus einem Bestand verbracht werden. Ebenso Häute, Felle, Wolle, Borsten, Gülle, einschließlich Mist und benutzter Einstreu, heißt es in der Verordnung.
Im Ausschuss gab es Lob für das Veterinäramt, das professionell bei dem Fall reagiert habe. Deutlich jedoch wurde die Stellungnahme der Tierschutzorganisation Peta zurückgewiesen. Die hatte den Fall zum Anlass genommen, einen Stopp der Nutztierhaltung zu fordern. Lars Günther (AfD) brachte die Zahl der wegen der Seuche getöteten Tiere in Relation zur Gesamtzahl der gehaltenen Tiere. Und betonte, dass die Tierhaltung in Brandenburg sicher sei. In diesem Herbst und Winter mussten schon rund 160.000 Vögel in MOL getötet werden, weil sie infiziert waren.
Christian Grunow (Linke) hingegen verwies darauf, dass er von wissenschaftlichen Untersuchungen gehört habe, nach denen umgekehrt Infektionen in Tierhaltungsbetrieben dazu führen könnten, dass sich Wildvögel anstecken können. Ähnliche Ideen hatten im Vorfeld bereits Naturschutzorganisationen vertreten und fordern andere Haltungsbedingungen. So verbreitet der Nabu auf seiner Internetseite die These: „Um die Ausbreitung des Erregers und das Entstehen weiterer Mutationen einzudämmen, sind vorrangig Maßnahmen in Geflügelbetrieben erforderlich, denn hier sind die Ursachen für die immer wiederkehrende Verbreitung zu finden.“

Putenmastanlage in Gorgast. Dort hatte es vor einigen Jahren bereits einen Vogelgrippefall gegeben.
Ulf GriegerHenrik Wendorff, der Landes-Bauernpräsident, ist in MOL Fraktionschef der Bauern im Kreistag, wies solche Spekulationen zurück. „Die Tierbestände in Deutschland werden streng überwacht“, erklärte er. Viren hätten dort keine Möglichkeit zu mutieren und nach außen zu wirken. Es gebe ein strenges Monitoring und im Falle einer Infektion das Töten der Bestände. Allerdings hat sich auch Wendorff zuvor dafür ausgesprochen, dass das Infektionsgeschehen genauer untersucht werden sollte.


