Vorstellung
: Zufahrt zu Schloss und Park umstritten

Beim ersten Auftritt der neuen Wulkower Schlossherrin im Ort bahnt sich Zwist an.
Von
Ines Rath
Wulkow b. Booßen
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Öffentlich oder privat? Sowohl dieser als auch der andere Weg in den Wulkower Park gehören zum Schloss-Grund.

Matthias Lubisch

Viele Wulkower haben die Frau wohl schon das eine oder andere Mal gesehen. Doch öffentlich vorgestellt hat sich die neue Schlossbesitzerin, die Ortsvorsteher Wolfgang Gerlach als „Frau Leimann“ begrüßt, auf der Ortsbeiratssitzung in der vorigen Woche erstmals offiziell. Ihren vollständigen Namen möchte die Mannheimerin nicht nennen. Foto? „Auf keinen Fall!“, sagt die adrette Dame mittleren Alters unter Verweis auf diverse Stalking–Erfahrungen. Von Gerlach um eine kurze Vorstellung ihrer Pläne fürs Wulkower Schloss gebeten, sagt Leimann unter anderem: „Was wir ursprünglich wollten, lässt sich so nicht machen.“

Gemeint ist wohl die Einrichtung einer Begegnungsstätte und eines kleinen Museums, von der die neue Besitzerin der Ruine des 1697 erbauten Herrenhauses laut Wolfgang Gerlach zunächst gesprochen hatte. Im Ortsbeirat spricht sie nur davon, dass ihre „in der ganzen Welt verstreute“ Familie hier ein neues Zuhause finden soll. „Wir bauen für uns, nicht aus wirtschaftlichen Gründen“, so die neue Eigentümerin.

Das Haus biete bei jedem Besuch neue Überraschungen, sagt die Besitzerin und kündigt an: Bevor die Sanierung beginnt und er zubetoniert wird, werden Studenten der Technischen Universität Berlin den Gewölbekeller des Schlosses untersuchen. „Dort ist das älteste Stück Wulkower Geschichte sichtbar“ schwärmt die Mannheimerin.

Die Vertreter der Denkmalbehörde, mit denen sie im Schloss war, seien beeindruckt gewesen, was es unterm Dach und im Keller noch zu sehen gibt, berichtet sie und bedauert, dass „wir in diesem Jahr bei der Substanzsicherung nicht so weit gekommen sind, wie wir wollten“. Dann kommt „Frau Leimann“ schon auf die Wegeproblematik auf dem einstigen Gutshof zu sprechen.

„Wir wollen keinen Krieg“

Die beiden Zugänge zum Park liegen auf dem Schloss–Grundstück. Das zeige auch ein Grenzstein aus dem Jahre 1949. „Wir wollen keinen Krieg“, versichert die neue Schlossherrin. Doch was sie unter „Klärung der Rechtslage“ versteht, ahnt man, als sie auf Nachfrage einer Anwohnerin sagt, dass das Tor an der Zufahrt um 22 Uhr geschlossen und 8 Uhr geöffnet werden soll.

Für die Vertreterin des Lebuser Ordnungsamtes steht hingegen fest: Der Weg, an dessen hinteren Ende es mehrere Anwohner gibt, ist öffentlich gewidmet. Hier habe die Stadt das Sagen. Gespräche stehen an.