Wasserknappheit: Sorgen um den Wehrsee in Falkenhagen

Anwohner: Manfred Mattschey zeigt auf den kleinen Wehrsee, der laut seiner Aussage vor vier Jahren noch keine Sorgen bereitete. Das Gewässer sei wegen seiner geringen Tiefe in kalten Wintermonaten bei Schlittschuhläufern und für Spiele auf dem Eis beliebt.
Matthias LubischUmso enttäuschter war man nun, dass der zuständige Bauamtsmitarbeiter, der sich des Themas annehmen sollte, zur Folgesitzung verhindert war. Bürgermeisterin Bärbel Mede hatte er jedoch eine Zuarbeit zukommen lassen, in der mehrere Lösungsansätze aufgezeigt werden. Demnach hat der Wasser– und Abwasserzweckverband Seelow den Bau eines Brunnens empfohlen, um die auf 10 000 Kubikmeter geschätzte fehlende Wassermenge auszugleichen.
Allerdings gab die Bürgermeisterin zu bedenken, dass der Grundwasserstand im Gemeindegebiet bereits um zwei Meter gesunken ist. Mit Blick auf die Gesamtsituation sei es aus ihrer Sicht fraglich, ob die Probleme am Wehrsee mit Hilfe eines Brunnens gelöst werden können.
Verlangsamung der Austrockung
„Wo soll das Wasser denn herkommen?“, fragte sie und erinnerte auch an den Klimawandel. Den könnten die Falkenhagener nicht aufhalten, meinte sie, setzte sich aber dafür ein, den Bürgeranfragen nachzugehen. Und vielleicht könne die weitere Austrocknung zumindest verlangsamt werden. Immerhin hätten die Regenfälle der vergangenen Tage etwas zur Entlastung beigetragen.
Kontakte habe es, so Bärbel Mede, auch bereits zu anderen Behörden auf Kreis– und Landesebene gegeben. Sie verwies in dem Zusammenhang auf die nahegelegenen FFH–Gebiete „Lietzener Mühlental“ und „Matheswall–Schmielensee“. Der nur 0,5 Hektar und bis zu 1,5 Meter tiefe Wehrsee sei in den Managementplänen allerdings nicht mitbetrachtet worden. Aus ihrer Sicht dürfe der Wehrsee zudem nicht losgelöst vom Galg– und Kranichsee gesehen werden.
Bei Letzterem würden Angler ebenfalls über den Wasserstand schimpfen, sagte ein Gemeindevertreter. Am Galgsee sei der Biber aktiv und grabe letztlich das Wasser ab. Bärbel Mede wiederum ließ nicht unerwähnt, dass ein Rohr zwischen Galg– und Wehrsee bereits vor einiger Zeit geschlossen worden sei.
Anschauen wolle man sich den Wehrsee noch im August mit dem Gewässer– und Deichverband Oderbruch sowie dem Fischer. Maßnahmen des Gedo würden, so die Bürgermeisterin, wie auch der Bau eines Brunnens allerdings Kosten verursachen, deren Höhe noch nicht beziffert werden könne. Wobei die Sinnhaftigkeit bei einem Schichtenwasserteich von Anwesenden in Frage gestellt wurde. Zudem wird befürchtet, dass durch Eingriffe am Ende mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird.
Ein Bürger erinnerte unterdessen an die Jahre, an denen der Wehrsee auch schon zu voll und mehrere Keller gefährdet gewesen seien. Einig war sich die Runde darin, das Gewässer erhalten zu wollen. Zumal es bisher auch als Löschwasserteich gilt. Nachdenklich machte, dass andere flache Kleingewässer längst trockengefallen sind.