Wegen Personalmangel
: AWO Seelow kündigt kurzfristig Pflegeverträge

Ab Jahresende stehen die Patienten ohne Pflege da.
Von
Ulf Grieger
Seelow
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AWO Seelow.

Ulf Grieger/MOZ

Ab Jahresende stehen sie ohne Pflege da. Verärgert wandten sie sich an die Märkische Oderzeitung. Die fragte bei der neuen Geschäftsführung des Kreisverbandes, Christine Jagnytsch nach. „Wir sind selbst zutiefst unglücklich über diese Situation. Aber so wie bislang konnte es nicht weitergehen. Wir mussten die Notbremse ziehen und 15 der 85 Pflegeverträge kündigen“, erklärte die Geschäftsführerin.

Diese Maßnahme dient vor allem der Schonung des knappen Personals, das bereits sehr viele Überstunden angehäuft hatte und zum Teil bereits mit teuren Fremdfirmenleistungen ersetzt werden musste. „Wir suchen händeringend Personal, sowohl Fach– als auch Hilfskräfte, die wir selbst ausbilden“, erklärte Christine Jagnytsch. Man habe vor allem die Verträge mit weiten Anfahrten und relativ wenigem Pflegebedarf gekündigt. „Bessert sich die Situation wieder, sind wir gern bereit, die Verträge wieder zu schließen“, versicherte sie. Allerdings betonte sie auch, dass es eigentlich die Aufgabe der Politiker sei, die Attraktivität der Pflegeberufe auch für den ambulanten Bereich deutlich zu erhöhen. Die gezahlten Leistungen der Kassen müssten dem steigenden Aufwand angepasst werden.