"Schlechter Winterdienst in Nebenstraßen bereitet größte Probleme", berichtete das Oderland-Echo beispielsweise am 8. Januar. "Durch die Schneewehe in den Bus", lautete eine weitere Überschrift. Die Busfahrer kamen oft nur schwer in die Buchten und durch Wendestellen. Dick vermummt waren die Leute unterwegs. Die ADAC-Helfer waren in Seelow und Umgebung im Dauereinsatz, hieß es am 9./10. Januar.
In Gusow hatten die Mitglieder der Feuerwehr rund 100 000 Liter Wasser in den Dieg gepumpt. Das Betreten des Eises erfolgte auf eigene Gefahr. Als Problem stellte sich die Schneelast auf den Dächern heraus. Die Diedersdorfer Sporthalle wurde geschlossen. Das AmtsFußballturnier von Seelow-Land fiel aus. Und vor dem MOZ-Haus bildete der vom Marktplatz zusammengeschobene Schnee einen hohen Berg, der natürlich auch vom damaligen Redaktionsteam bestiegen wurde.
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Bei Udo Schmidt in Gorgast sorgte Wasser, das er auf den Kirschbaum laufen ließ, für lange Eiszapfen.  Und in der Frankfurter Straße in Seelow leisteten selbstlose Helfer Nachbarschaftshilfe beim Schneeräumen. Auf den Friedhöfen wurden die Beerdigungen zur Schwerstarbeit. Presslufthammer wurden gebraucht, um die Gruben auszuheben. In Falkenhagen hingegen freuten sich die Eisangler über eine tolle Saison.
Im Dezember 2010 ging es dann weiter mit den Schneemassen. Meterhohe Schneeberge sorgten dafür, dass die Autos stecken blieben. Auf der Oder trieben die "Brieger Gänse" genannten Eisschollen malerisch stromabwärts. Und in Seelow musste die Straße von der L37 ins Gewerbegebiet gesperrt werden, weil es Überschwemmungen gab.
In Groß Neuendorf lag so viel Schnee, dass neben den Schneemännern auch eine barbusige Schneefrau entstehen konnte. - All das waren Nachrichten, die wir in diesem Winter nicht vermelden konnten. Um so interessanter ist es, sich in die Fotos von Horst Seelig zu vertiefen, der auch die Idee dafür hatte, an Seelow zu erinnern, als es noch richtig Schnee gab.