Den ersten Frost hat es bereits Ende Oktober gegeben. "Doch da waren die Straßen trocken und mussten wir nicht eingreifen", blickt Florian Lubisch zurück. Er ist in dieser Woche der Diensthabende in der Kreisstraßenmeisterei in Reichenberg. Angesichts der Minustemperaturen und stellenweise vorhandenen Reifglätte in der Nacht zum Dienstag hat er seine Kollegen mit den sieben entsprechend umgerüsteten Fahrzeugen morgens das erste Mal zum Winterdienst rausgeschickt. "Sicherheitshalber", wie er sagt. Bei Reifglätte werde es zum Beispiel in Brückenbereichen gefährlich. Gerade in Odernähe. Am Berliner Rand könne sich die Situation allerdings ganz anders darstellen. Dort sei es auch aufgrund der dichteren Besiedlung meist ein bisschen wärmer. "Die Wetterschneisen im Landkreis sind schon eine Herausforderung", sagt Florian Lubisch.
Mehr Zeit einplanen
Sabine Poganiatz, Leiterin der Kreisstraßenmeisterei, kann dies nur bestätigen. Auch aus ihrer Sicht hätte man am Dienstag darüber streiten können, ob der Winterdiensteinsatz notwendig war oder nicht. "Aber darüber entscheidet der Diensthabende", macht sie deutlich und appelliert angesichts des meteorologischen Winteranfangs zu Monatsbeginn an die Autofahrer, sich entsprechend der Fahrbahnverhältnisse einzustellen und gegebenenfalls mehr Zeit einzuplanen.
Wobei Florian Lubisch davon ausgeht, dass nach dem Einsatz am Dienstag beim Winterdienst jetzt erst einmal wieder ein paar Tage Pause ist. Schließlich seien wärmere Temperaturen angesagt. "Die Alten sagen ohnehin, dass der Winter erst im Januar kommt", sagt Sabine Poganiatz. Und so stünden für 16 der 19 Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei weiterhin vor allem Baumpflegemaßnahmen an. Dafür stehen zwei Hebebühnen zur Verfügung. "Die Kollegen haben alle den Motorsägenschein, die Hälfte auch die entsprechende Weiterbildung für die Hebebühnen."
Zudem sollen in diesem Jahr insgesamt 350 Bäume gepflanzt werden, darunter noch 110 an der erneuerten Kreisstraße zwischen Niederjesar und Döbberin. "Das hängt aber auch von der beauftragten Firma und dem Wetter ab", schränkt die Leiterin der Straßenmeisterei ein. Und wie viele Bäume sind in den vergangenen Monaten gefällt worden? "98", sagt sie und verweist darauf, dass ihre Mitarbeiter in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 100 bis 120 Bäume selbst gepflanzt haben. "Meist im Frühjahr, denn ab Oktober sind die Fahrzeuge ja für den Winterdienst umgerüstet." Und so fällt noch etwas anderes auf. "In den vergangenen drei Jahren haben wir mehr Bäume gepflanzt als gefällt."
Wöchentliche Gießtouren
Zwischen Reichenow und Herzhorn seien Lücken bereits 2017/2018 mit jungen Bäumen geschlossen worden. Das mache, so Sabine Poganiatz, aber nur Sinn, wenn es sich um größere Streckenabschnitte handelt oder klar ist, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre weitere Altbäume gefällt werden müssen und dann Nachpflanzungen erforderlich sind. "Unser Ziel sind auch in Zukunft schöne Alleen." Nach Ende der dreijährigen Pflegeverträge sei die Kreisstraßenmeisterei für die Jungbäume zuständig, erläutert sie. "Wir waren in diesem Sommer allein im Strausberger Raum wöchentlich zum Gießen unterwegs." Für die Bereiche Bad Freienwalde und Seelow seien Fremdfirmen gebunden. "Sonst wäre das nicht zu schaffen."