Wirtschaft: Empörte Nachfragen in Seelow zu aktuellen Friseurpreisen

Michael Thieme, Pressesprecher der Handwerkskammer Frankfurt
Handwerkskammer FrankfurtIm Gespräch unter Nachbarn habe sich dann einer empört, dass er in Seelow drei Euro mehr bezahlt hat, berichtete der Leser. Im Vergleich zu ihm habe der Nachbar insgesamt jedoch nur 18 Euro auf den Tisch legen müssen. Nachfragen in zwei anderen Salons in seinem Wohn- beziehungsweise im Nachbarort hätten ergeben, dass der Nasshaarschnitt dort ebenfalls 23 Euro kosten würde. Und so fragte er: „Gibt es denn, so wie früher in der DDR, nicht irgendwelche Institutionen, die die Preise überwachen?“
„In dem Sinne nicht“, antwortete darauf Michael Thieme, Sprecher der Handwerkskammer Frankfurt (Oder)–Region Ostbrandenburg, verwies aber auch darauf, dass es eine Mediationsstelle bei der Handwerkskammer gibt. Allerdings gehe es dort um größere Probleme zwischen Betriebsinhabern und ihren Auftraggebern, bei denen eine gütliche Einigung angestrebt wird.
Zusätzliche Hygienemaßnahmen
Die Aufwendungskosten für zusätzliche Hygienemaßnahmen in Zusammenhang mit der Corona-Krise in Friseur-, aber Kosmetiksalons liegen laut Thieme im Schnitt bei drei bis fünf Euro. „Wucher gibt es da nicht“, erklärte er. Die Anbieter seien einerseits zwar frei in ihrer Preisgestaltung, müssten ihre Preise aber auch deklarieren. Kunden könnten und sollten sich gegebenenfalls vorab informieren. „Dafür sind die Preisaushänge ja da.“
Mit einem Preisrückgang nach Corona rechnet Thieme nicht wirklich. So könnte zum Beispiel der Einwegumhang Standard werden. Das gelte auch für den Nasshaarschnitt. Er zeigte sich zudem zuversichtlich, dass die Friseure zwischen Gartz und Neuzelle die aktuelle Krise meistern. Befürchtungen habe es zum Beispiel immer wieder wegen der deutlich preisgünstigeren Angebote auf polnischer Seite der Oder gegeben. „Doch die meisten Kunden sind bis heute ihren Salons treugeblieben.“
Mehrere Angebote einholen
Auf Mehr- oder Minderkosten sollten Kunden immer ihren Blick richten, rät Michael Thieme. Das gelte für die Kfz-Reparatur bis zum Hausbau. Einen Kostenvoranschlag oder mehrere Angebote einzuholen sei immer eine gute Wahl. Viele Unternehmen hätten ihren bisher guten Auftragsbestand abgearbeitet und spüren nun eine Zurückhaltung bei Neuaufträgen. „Nicht nur coronabedingt.“