Wünsche-Auswertung
: Seelower wollen Schwimmhalle

Den Neujahrsempfang der Stadt nutzte die Verwaltung, um per Zettel nach den Wünschen der Einwohner für Seelow zu fragen. Einige der Eingaben sollen verwirklicht werden.
Von
Doris Steinkraus
Seelow
Jetzt in der App anhören

Hat Wünsche der Seelower notiert: Bürgermeister Jörg Schröder

Udo Plate

Beim Neujahrsempfang der Stadt hatte die Verwaltung auf allen Tischen Zettel „Mein Wunsch an die Stadt Seelow“ verteilt. Eine Reihe der Gäste füllte sie aus. Die MOZ fragte im Rathaus nach, was damit geschehen ist.

„Eine Schwimmhalle für Seelow“. Das war einer der Wünsche, die auf so manchem Zettel standen.  „Der ist nicht neu“, sagt Bürgermeister Jörg Schröder. Schon, als er Abgeordneter in Seelow war, sei das Thema Schwimmhalle immer wieder genannt worden. In den vergangenen Jahren sei dies echt kein Thema gewesen. Ganz ad acta legen will Schröder den Wunsch aber noch nicht. Hintergrund bilden verschiedene Entwicklungen. Zum einen plant Seelow den Bau einer Dreifelderhalle im Bereich des Senders. Dafür wurden bereits Förderanträge gestellt. Es sei durchaus denkbar, in diese Halle ein Schwimmbecken zu integrieren. „Kein Spaßbad, aber ein Becken für den Schwimmunterricht und zur Nutzung durch die Bürger aus Seelow und dem Umland“, sieht es Schröder. Ein zweiter Aspekt sei, dass der Antrag für den Bau einer Schwimmhalle in Kostrzyn abgelehnt worden ist. Damit würde ein Becken in Seelow wieder Sinn machen. Er habe diesbezüglich bereits mit dem Bildungsministerium gesprochen. „Von dort gab es allerdings erst einmal eine Absage, aber ich kann mir vorstellen, dass wir da dran bleiben“, sieht es der Bürgermeister. Er räumt jedoch ein, dass solch ein Vorhaben ohne Unterstützung aus dem Umland nicht möglich sein wird. „Denn es geht dabei in erster Linie gar nicht um Geld, um das Schwimmbecken zu bauen, sondern vielmehr um die spätere Unterhaltung.“ In Seelows Partnerstadt Nangis, mit 8000 Einwohnern mit der Kreisstadt vergleichbar, haben sich elf Kommunen aus dem Umland zusammengeschlossen, um ein Schwimmbad für alle zu ermöglichen. Nur auf ähnlicher Basis könnte der Traum auch in Seelow Wirklichkeit werden. Das sei dann ein Thema für die im Mai neu zu wählenden Kommunalvertretungen.

Dass die Festwiese am Sender bebaut werden soll, das hätten mehrere Wünsche-Schreiber begrüßt, berichtet  Schröder. Inzwischen gebe es auch vom MC Seelow die Bereitschaft, sich einzubringen. Die Bauten sollten so angeordnet werden, dass genügend Parkflächen für Veranstaltungen entstehen und dass darauf auch Platz für Fahrsicherheitstraining und Fahrschule geschaffen wird. Mit dem Vorhaben sieht der Bürgermeister einen weiteren Wunsch umsetzbar: Mehr Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche zu schaffen. Neben der Halle soll eine Skaterbahn errichtet werden.  Dies ist letztlich ein Resultat des Jugendrates, den es nun aber leider nach dem Wegzug von Alexander Lehmann nicht mehr gebe. „Wir brauchen auch die Ideen der Jugendlichen“, betont Schröder. Es gebe zwar mit dem Frizz und dem CVJM-Jugendhaus zwei Einrichtungen in der Stadt, doch die würden letztlich von jüngeren Schülern besucht. Für die Gruppe ab 16 Jahre fehle in der Tat ein Treff. Dem Thema müssten sich die neuen Stadtverordneten dann stellen.

Als Sorge hatten einige die Entwicklung des Ärztehauses in der Frankfurter Straße notiert. Bei der Immobilie handle es sich allerdings um Privatbesitz. Er habe mit der Seelower Ärzteschaft verabredet, dass er  mit dem Eigentümer und Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung das Gespräch suchen wird. Ziel sei es, Fachärzte nach Seelow zu holen. Es gibt keinen Haut-, Augen- und auch keinen Frauenarzt mehr. Ebenfalls in privater Hand befindet sich das einstige Fernmeldeamt unmittelbar neben dem Alten Kaufhaus. Das sei gerade an einen neuen Eigentümer verkauft worden. Für die Entwicklung des Quartiers sei die Wiederbelebung dieses Gebäudes wichtig, so der Rathauschef. Es könnten auch Fördermittel fließen, da das Gebäude im neuen Sanierungsgebiet liegt. Er will darüber mit dem neuen Eigentümer sprechen. So wie er auch Vereine der Stadt ermuntern will, sich dem Thema Integration anzunehmen, ebenfalls ein Thema auf den Wünsche-Zetteln. Bisher gebe es gute Erfahrungen mit den zugezogenen Flüchtlingsfamilien. Der Seelower Integrationsverein leiste sehr viel, könne aber nicht allein alles angehen. Am besten gelinge Integration, wenn die Familien in Vereinsarbeit einbezogen werden. Hier sehe er durchaus noch Handlungsbedarf.

Bezüglich eines weiteren Wunsches hofft Schröder, dass es bald gute Nachricht gibt. Wann passiert etwas auf dem ehemaligen SHT-Gelände in der Frankfurter Straße, fragten Schreiber. „Wir warten auf die Aufnahme in das Förderprogramm Stadtumbau III“, erklärt Schröder. Erfolgt dies, könne man an die Entwicklung dieses bis zur Handwerkersiedlung reichenden Areals sowie der zum Fördergebiet gehörenden Nachbarregionen angehen. Dies sei um so wichtiger, da sich mittlerweile in den wilden Brachflächen wahre Müllkippen entwickeln. „Am besten wird man ihnen Herr, wenn gestaltet und gebaut wird“, sieht es der Rathauschef. Und versichert, dass die Wünsche nicht irgendwo in der Schublade verschwinden, sondern in die Planung künftiger Vorhaben einbezogen werden.