Handwerker in Berlin-Spandau
: Lange Wartezeiten – wie Hausbesitzer an Termine kommen

Spandau und ganz Berlin leiden unter langen Wartezeiten für Handwerker. Wie Kunden an Termine kommen.
Von
Tanja Römischer
Spandau
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Thüringer Mittelstand: PRODUKTION - 28.10.2024, Hessen, Wiesbaden: Eine Maurerkelle und ein Gummihammer liegen in einer Sandkiste.  (zu dpa: «Studie: Viele Mittelständler erwarten stabile Auftragslage») Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Spandau und ganz Berlin werden Wartezeiten für Handwerkertermine immer länger. Was Kunden tun können. (Symbolbild)

Arne Dedert/dpa
  • Handwerker in Berlin-Spandau: Wartezeiten bis zu 20 Wochen.
  • Hohe Auslastung und Fachkräftemangel als Hauptgründe.
  • Kunden sollten 3-5 Monate im Voraus planen.
  • Online-Plattformen wie My Hammer helfen bei der Suche nach Handwerkern.
  • Zahl der Auszubildenden im Handwerk sinkt; Betriebsübernahmen oft problematisch.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Spandau gibt es rund 2.000 Handwerksbetriebe. Berlinweit sind es rund 29.000, wie aus Zahlen der Handwerkskammer Berlin hervorgeht. Seit 2020 sind die Zahlen weitestgehend konstant geblieben.

Dennoch müssen sich viele Besitzer von Eigenheimen oder Wohneigentum, auch in Spandau, weiter in Geduld üben, wenn sie die Hilfe eines Handwerkers benötigen. Seit Jahren werden die Wartezeiten länger und länger. Spontan einen Handwerker zu engagieren, erscheint unmöglich.

Handwerker in Berlin-Spandau: Wartezeiten und hohe Auslastung

Schon im Jahr 2017 betrugen die Wartezeiten in Berlin laut dem damaligen Geschäftsklimaindex bis zu zehn Wochen. Bis heute hat sich die Situation nicht verbessert – im Gegenteil: Aktuell müssen Kunden noch länger auf einen Handwerkertermin warten. Das bestätigte die Berliner Handwerkskammer auf Nachfrage.

„Wir hatten zuletzt eine Auslastung in den Handwerksbetrieben von circa 90% und eine Reichweite der Aufträge im Bestand von circa 14 Wochen“, erklärte Solvejg Ahrendt von der HWK Berlin. Für das Bauhauptgewerbe – also der Bereich, in dem sich die Handwerker etwa um den Rohbau eines Gebäudes oder den Straßenbau kümmern – bezifferte sie die Wartezeit auf 20 Wochen, für das Ausbaugewerbe auf 13,4 Wochen.

Handwerker in Berlin-Spandau: Was Kunden tun können

Kunden, die handwerkliche Reparaturen nicht selbst übernehmen können oder möchten, sollten demnach mehr Zeit einplanen. Für einen reibungslosen Ablauf empfiehlt es sich, Verzögerungen einzuplanen und drei bis fünf Monate vor den anfallenden Arbeiten Kontakt mit dem gewünschten Handwerksbetrieb aufzunehmen. Eine Übersicht der eingetragenen Betriebe ist auf der Webseite der Handwerkskammer ersichtlich.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen Handwerker in der Nähe über entsprechende Plattformen im Internet zu finden. Dort werden die gewünschten Leistungen eingegeben, die Handwerker melden sich dann mit einer Antwort beim potenziellen Kunden.

Handwerker in Spandau online finden:

Bei Kleinanzeigen gibt es zahlreiche Angebote von Handwerkern in und um Spandau.

Auf dem Online-Portal My Hammer lassen sich Handwerkerleistungen aller Art in Auftrag geben.

Mit einer Entschärfung der Situation ist vorerst nicht zu rechnen. Einer der Hauptgründe ist der vorherrschende Fachkräftemangel infolge des demografischen Wandels: Handwerker, die in den Ruhestand gehen, können teilweise nicht ersetzt werden, weil nicht genug Nachwuchs nachkommt.

Auch künftig lange Handwerker-Wartezeiten in Spandau

Statistiken der Berliner Handwerkskammer zeigen, dass die Zahl derjenigen, die eine Ausbildung im Handwerk beginnen, zwischen 2013 und 2023 zurückgegangen ist. So waren 2013 noch rund 3.900 neue Ausbildungsverträge unterzeichnet worden, im Jahr 2023 etwa 3.400.

Negativ wirkt sich zudem aus, dass viele Inhaber von Betrieben keinen qualifizierten Nachfolger finden. Die Übernahme eines Betriebs ist oft mit hohen bürokratischen, aber auch finanziellen Hürden verbunden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks fordert auf seiner Homepage als Gegenmaßnahme unter anderem, Betriebsübernahmen als attraktive Gründungsform zu bewerben und so zum Schritt in die Selbstständigkeit zu motivieren.