Tierquälerei in Berlin-Spandau
: Verwahrloste Katzen aus Wohnung gerettet

Knapp 100 Tiere wurden im Jahr 2024 in Berlin-Spandau aus nicht artgerechter Haltung gerettet. Darunter waren auch zwölf Katzen. Die Behörden fanden die verstörten Tiere. So geht es ihnen.
Von
Jessica Neumayer
Spandau
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Katze Berry wurde 2024 von der Polizei aus einer verdreckten Wohnung sichergestellt und im Tierheim Berlin wieder aufgepäppelt. Inzwischen hat er wieder ein zu Hause. Er wurde mit insgesamt 11 weiteren Katzen gerettet, die alle in einem verwahrlosten, unterernährten Zustand waren.

Katze „Berry“ ist eine der verwahrlosten zwölf Katzen, die aus einer verdreckten Wohnung in Berlin-Spandau gerettet werden mussten. Ohne Futter und Wasser waren die Tiere auf sich alleine gestellt. Tierschutzkräfte mussten eingreifen.

Tierheim Berlin / Christine Streichan
  • 2024 wurden in Berlin-Spandau 100 Tiere aus nicht artgerechter Haltung gerettet, darunter 12 Katzen.
  • Die Tiere waren verwahrlost, ohne Futter und Wasser, und mussten von Tierschutzkräften gerettet werden.
  • Acht Katzen wurden von der Polizei und vier von der Veterinäraufsicht sichergestellt; eine Katze war tot.
  • Die geretteten Katzen waren unterernährt, ungepflegt und oft krank.
  • Überfüllte Tierheime nach Weihnachten machen die Vermittlung geretteter Tiere schwierig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war kein schöner Anblick, als eine Wohnung in Berlin-Spandau geöffnet wurde. Nachbarn hatten sich bei der Polizei gemeldet, weil sie einen Unglücksfall vermuteten. Eine Person wurde nicht vorgefunden – dafür jedoch verwahrloste Katzen.

Kein Einzelfall: 2024 wurden in Spandau über 80 Tiere von der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Ordnungsamts sichergestellt – darunter 40 Hunde, 40 Katzen, zwei Kanarienvögel und eine Landschildkröte. Das teilt das Bezirksamt Spandau mit.

Tierquälerei in Berlin-Spandau: Verwahrloste Katzen entdeckt

In den überwiegenden Fällen musste die Veterinäraufsicht eingreifen, weil Tiere nicht artgerechte gehalten wurden. So auch im Fall der zwölf Katzen in Spandau. „Die Wohnung war in einem verdreckten Zustand, mit ungereinigten Katzentoiletten und Kot auf dem Boden“, berichtet Simone Engler vom Bezirksamt Spandau.

Katze Berry wurde 2024 von der Polizei aus einer verdreckten Wohnung sichergestellt und im Tierheim Berlin wieder aufgepäppelt. Inzwischen hat er wieder ein zu Hause. Er wurde mit insgesamt 11 weiteren Katzen gerettet, die alle in einem verwahrlosten, unterernährten Zustand waren.

Katze „Berry“ wurde 2024 von der Polizei aus einer verdreckten Wohnung sichergestellt und im Tierheim Berlin aufgepäppelt. Inzwischen hat Berry wieder ein Zuhause. Er wurde mit insgesamt elf weiteren Katzen gerettet, die alle in einem verwahrlosten und unterernährten Zustand waren.

Tierheim Berlin / Christine Streichan

Die Tiere hatten keinen Zugang zu Wasser oder Fressen. „Die Wassernäpfe waren leer und in einem verdreckten Zustand.“ Auf dem Boden sei lediglich Trockenfutter verteilt gewesen. „Die Tüte war von den Katzen selbst aufgerissen worden.“

Katzen in Spandau durch Polizei und Veterinäramt gerettet

Acht der verstörten Katzen – darunter fünf Perserkatzen, zwei Maine-Coon-Katzen, aber auch eine europäische Hauskatze – konnten von der Polizei eingefangen werden. Zwei weitere Katzen sind entwischt. „Daraufhin wurde die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Ordnungsamtes Spandau verständigt, die weitere vier Katzen sichergestellt hat.“

Für eine Katze kam jede Hilfe zu spät. Sie wurde tot in der Wohnung gefunden. Als die Tiere in der Tiersicherheitsstelle eingeliefert wurden, waren sie allesamt „unterernährt, ungepflegt und wiesen fast alle einen schlechten Gesundheitszustand auf“, teilt Engler mit.

Vermittlung geretteter Tiere ist nicht einfach

Wie der weitere Weg der Tiere aussehen wird, ließe sich nur schwer sagen. Grundsätzlich sei eine Vermittlung solcher Tiere nicht einfach. „Oftmals müssen sie gesund gepflegt und gegebenenfalls weiterbehandelt werden“, sagt Engler. Manche Tiere zeigen auch Verhaltensauffälligkeiten, was eine Vermittlung erschwere.

Katze Nyx wurde 2024 von der Polizei aus einer verdreckten Wohnung sichergestellt und im Tierheim Berlin wieder aufgepäppelt. Inzwischen hat er wieder ein Zuhause. Er wurde mit insgesamt elfweiteren Katzen gerettet, die alle in einem verwahrlosten, unterernährten Zustand waren.

Einen Monat lang musste Nyx gepflegt und aufgepäppelt werden.  Er wurde, ebenso wie elf weitere Katzen, aus einer Wohnung in Spandau gerettet. Alle Tiere in der Wohnung waren unterernährt und dehydriert. Eine Katze konnte nur noch tot geborgen werden.

Tierheim Berlin / Christine Streichan

Wenn Tiere aus unwürdigen Verhältnissen gerettet werden, wird versucht, sie nach Möglichkeit im Tierheim Berlin unterzubringen, erklärt Engler das Prozedere. „Wenn dies aufgrund fehlender Kapazitäten nicht möglich ist, sucht die Veterinäraufsicht nach einer Unterbringung im weiteren Umkreis von Berlin.“ Teilweise sind diese Orte sogar 150 Kilometer entfernt.

Gerade in der Zeit nach Weihnachten seien Tierheime besonders voll. „Es wird oft deutlich, dass sich viele keine Gedanken darüber machen, dass ein Tier auch Verantwortung und Arbeit bedeutet.“ Das sagt Christine Streichan, Sprecherin des Tierheims Berlin. Sie kennt die Geschichten von vielen Tieren, die noch wenige Wochen vorher als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum lagen.

Überfüllte Tierheime nach Weihnachten

Im Januar werde es erfahrungsgemäß besonders voll im Tierheim. „Offiziell kommen die Tiere als Fundtiere zu uns“, sagt Streichan. „Die Besitzer suchen aber nie nach ihren Tieren.“ Oft werden Tiere angeschafft, ohne zu bedenken, dass es Lebewesen sind. Diese Tiere landen dann früher oder später im Heim – wenn alles gut läuft.

Die europäische Hauskatze "Bambuli" wurde am 11.12.2024 in Spandau gefunden. Da sich die Besitzer nicht gemeldet haben und die Katze weder gechippt noch registriert ist, wird sie nun in die Vermittlung übergeben.

Die europäische Hauskatze „Bambuli“ wurde Mitte Dezember 2024 in Spandau gefunden. Im Gegensatz zu dem, was der Name vermuten lässt, ist sie schüchtern und zurückhaltend. Sie ist weder registriert noch gechippt, daher können die Besitzer nicht gefunden werden. Jetzt sucht Bambuli ein neues Zuhause.

Tierheim Berlin / Christine Streichan

Zehn der in Spandau gefundenen Katzen wurden über einen Monat lang aufgepäppelt und gepflegt. Es ging jedoch nicht für alle gut aus. „Zwei Katzen haben es nicht geschafft“, sagt Streichan. Die anderen Tiere haben jedoch inzwischen wieder ein zu Hause gefunden und können dieses Weihnachten mit einer neuen Familie genießen.

Anders als „Bambuli“. Die europäische Hauskatze ist der neueste Zugang im Heim. Am 11.  Dezember wurde sie in Spandau gefunden. Sie ist weder registriert noch gechippt. Das mache eine Suche nach den Besitzern so gut wie unmöglich. „Da sie niemand vermisst und abgeholt hat, wird sie nun von unserer Tierarztpraxis durchgecheckt und fit für die Vermittlung gemacht.“

Vielleicht findet sie im neuen Jahr ein liebevolles Zuhause. Anstatt zu Weihnachten ein Tier zu verschenken, sei es ratsam, nach den Feiertagen im Tierheimen nach einem tierischen Begleiter zu suchen, rät Streichan.