Weihnachtsmarkt Spandau: Zukunft ungewiss – droht der beliebten Tradition das Aus?

Der traditionelle Weihnachtsmarkt in der Spandauer Altstadt. Ob es ihn auch in den kommenden Jahren geben wird, erscheint ungewiss.
Bernd von Jutrczenka / dpa- Der Weihnachtsmarkt in Spandau hat eine ungewisse Zukunft; Bewerbungen für 2025-2028 bleiben aus.
- Wegen Bauarbeiten ab 2025 und strengen Sicherheitsauflagen sinkt die Attraktivität des Marktes.
- 2024 wird das Event größer sein, aber ohne viele Fahrgeschäfte.
- Früher sehr beliebt, kämpft der Markt mit finanziellen und logistischen Problemen.
- Die Konkurrenz durch andere Berliner Weihnachtsmärkte ist hoch.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Frist läuft bald ab: Noch bis zum 15. November 2024 können Event-Firmen Bewerbungen abgeben, um den Spandauer Weihnachtsmarkt in der Altstadt organisieren zu können.
Früher einmal war der glitzernde Markt mit seinen Ständen für Kunsthandwerk, den Fahrgeschäften und den echten Schafen ein Dauerbrenner auf der Liste der beliebtesten Weihnachtsmärkte. Jedes Jahr reisten Besucher in Bussen an, um den nostalgischen Charme der Altstadt zu genießen.
Eine Tradition, die jedes Jahr schwieriger wird
Mittlerweile haben sich eine ganze Reihe Hindernisse ergeben, die den Markt von allen Seiten einschränken und immer weniger attraktiv werden lassen. Das bekommt auch das Bezirksamt, das ein Interessenbekundungsverfahren gestartet hat, zu spüren. Auf den Aufruf, bei dem es sich ausdrücklich um keine Ausschreibung für eine Auftragsvergabe handelt, gibt es keine Resonanz. Nachdem „Partner für Spandau“ das traditionelle Fest auf dem Marktplatz seit nunmehr zwei Jahrzehnten verantwortete, ist die Zukunft des Weihnachtsmarktes jetzt ungewiss.

Leierkastenmann Horst "Rübezahl" Bölsdorf spielt zwischen den Ständen auf dem Weihnachtsmarkt in der in Richtung Nikolaikirche führenden Carl-Schurz-Straße in der Altstadt von Spandau.
Soeren Stache/dpaIm Jahr 2020 musste der Markt aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. In den beiden Folgejahren gab es den Weihnachtsmarkt, aber ausschließlich auf dem Gelände der Zitadelle. Erst seit 2023 kehrte das Event wieder in die Carl-Schurz-Straße, auf den Markt und den Reformationsplatz zurück.
Auf der beliebtesten Strecke für Markttouristen, der Carl-Schurz-Straße, war nur noch eine Reihe an Ständen genehmigt. Das bedeutete deutlich weniger Einnahmen, und damit ein geringeres Budget für Glanz und Glitzer. Im Jahr 2023 fehlten bereits 20.000 Euro für Dekorationen – und das fällt auf.
2024 wird es mit über Hundert Hütten und Ständen wieder ein deutlich größeres Angebot geben. Ab dem 25. November 2024 lockt das Event mit nostalgischem Charme Besucher in seine vorweihnachtliche Welt. Allerdings fallen dafür bis auf maximal drei Kindergeräte alle Fahrgeschäfte weg.
Bedeutet die Baustelle auf dem Marktplatz das Aus?
Der alte Marktplatz selbst soll schon länger zur Baustelle werden. Nach mehreren Verzögerungen werden ab 2025 voraussichtlich größere Bauarbeiten beginnen, die jahrelang andauern und die Veranstaltungsfläche erheblich verkleinern werden. Ein Weihnachtsmarkt auf einer Dauerbaustelle ist weder logistisch unkompliziert, noch für flanierende Besucher anziehend.

Passanten gehen durch die Spandauer Altstadt.
Britta Pedersen/dpaFür die nächsten Jahre wird die Szenerie nicht weniger kompliziert werden. Das Bezirksamt Spandau spricht in seiner Ausschreibung von einer ganzen Reihe Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit Veranstalter überhaupt in Betracht gezogen werden.
- Der Bereich der Carl-Schurz-Straße zwischen Mauerstraße und Charlottenstraße ist wohl der belebteste und beliebteste Abschnitt der Marktstände. Aus Brandschutzgründen können dort jedoch nur dann mehr als eine Reihe Stände stehen, wenn ein Teil davon aus schwer entflammbarem Material, wie zum Beispiel Metall besteht.
- In der Mitte der Carl-Schurz-Straße dürfen überhaupt keine Stände stehen. Eine 5,50 Meter breite Rettungsgasse muss bis hin zu den gegenüberliegenden Häusern ständig freigehalten werden.

Ein erleuchtetes Riesenrad dreht sich auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt von Spandau vor der Kulisse des Bahnhofes.
Soeren Stache/dpaIm Jahr 2024 muss der Spandauer Altstadtmarkt mit 65 anderen Berliner Weihnachtsmärkten konkurrieren. So wird es auch den „Wintertraum“ in Berlin-Köpenick geben. Neben bekannten Attraktionen versprechen die Veranstalter Neuheiten. Am Potsdamer Platz in Berlin vereinen sich Weihnachtsmarkt und Wintersport in der Adventszeit.
