Apotheken-Streik in und um Strausberg
: Wo es in der Region trotzdem Medikamente gibt

In Strausberg und Umgebung bleiben im Zuge des Streiks viele Apotheken geschlossen. Kundinnen und Kunden müssen teils weite Wege auf sich nehmen, um im Notfall an Arzneien zu kommen.
Von
Annemarie Diehr
Strausberg
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Auch die Rats-Apotheke in Petershagen bleibt am 29. November geschlossen. Schon beim bundesweiten Protesttag am 14. Juni 2023 hatten Inhaberin Sabine Gauter und ihr Team mit Plakaten auf die prekäre Lage der Apotheken aufmerksam gemacht.

Katrin Lindemann

Der Apotheken-Protest in Brandenburg wird fortgesetzt: Für Mittwoch, 29. November, hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen zu Apothekenschließungen aufgerufen. Zuvor hatten im November nacheinander Apothekerinnen und Apotheker in nord-, west- und süddeutschen Bundesländern mit Schließungen gegen gesundheitspolitischen Entscheidungen der Bundesregierung protestiert und bei Kundgebungen auf ihre Existenznöte aufmerksam gemacht.

In Strausberg und den umliegenden Kommunen, das hat eine stichprobenartige Abfrage ergeben, schließt am Mittwoch die große Mehrzahl der Apotheken. In Rehfelde und Müncheberg etwa gibt es an diesem Tag keine Möglichkeit, an Arzneien zu kommen. In der Adler-Apotheke in Buckow, so ein Mitarbeiter, werde erst Anfang der Woche entschieden, ob man regulär öffne. Es gibt in der Region also nur wenige Möglichkeiten, an Medikamente zu kommen. Eine ist die Stadt-Apotheke in Strausberg.

Apotheke in Strausberg bietet Notdienst

„Wir haben am Mittwoch regulär Notdienst“, sagt Apotheker Jens Andreas aus der Stadt-Apotheke in Strausberg. Mit seinem Team wird er ab 8 Uhr und dann für 24 Stunden Kundinnen und Kunden mit dringend benötigten Arzneimitteln versorgen. Da mit ihm nur wenige andere Apotheken im Landkreis die akute Versorgung über den Notdienst am Mittwoch abdecken werden, rechne er an dem Tag mit viel Zulauf, so Apotheker Andreas.

Hätte er keinen Notdienst, würde er sich wie das Kollegium in seinen Filialen der Annatal-Apotheke im Ambulatorium Hegermühle und der Apotheke am Landsberger Tor in der Großen Straße am Streik beteiligen. Gründe gebe es genug. „In Brandenburg gibt es keinen Studienstandort für Pharmazie, die Liefersituation für erschreckend viele Arzneien ist desaströs und die finanzielle Ausstattung der Apotheken ist seit über zehn Jahren nicht angepasst worden“, nennt er nur einige von rund 20 Anliegen im Zusammenhang mit den Protestaktionen der vergangenen Monate. „Die Apotheken sind gezwungen zu protestieren, um die Bevölkerung auch morgen noch sicher versorgen zu können“, fasst er zusammen.

Apotheker empfehlen frühzeitige Versorgung

Neben den Notdienst-Apotheken gibt es vereinzelt weitere Anlaufstellen für Menschen, die am Streiktag Arzneien benötigen. Dazu gehören etwa die Adler-Apotheke in Altlandsberg, die nach Information einer Mitarbeiterin regulär von 8 bis 13 Uhr öffnet. Nicht am Streik beteiligen wird sich auch die Fortuna-Apotheke in Herzfelde; sie öffnet von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. „Wir mussten wegen Umbauarbeiten zuletzt an anderen Tagen schließen“, sagt eine Mitarbeiterin und betont, dass sie hinter den Forderungen der streikenden Kolleginnen und Kollegen stehe. „Wir haben so viele Lieferdefekte“, nennt sie ein Problem.

Kundinnen und Kunden, empfehlen Apotheker, sollten sich im Hinblick auf den Protesttag möglichst vorab mit Medikamenten versorgen.

Notdienst der Apotheken am Streiktag (29.11.)

Am Mittwoch, 29. November, bieten folgende Apotheken im östlichen Umland einen Notdienst an:

● Stadt-Apotheke
Markt 1

Strausberg

Tel.: 03341 313841

● Kreuz-Apotheke

Fichtestraße 1

Neuenhagen

Tel.: 03342 213223

● Peetzsee-Apotheke

Karl-Marx-Straße 26

Grünheide

Tel.: 03362 27805

Der reguläre Notdienst-Plan der Apotheken betrifft in der Regel die Zeit von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr des Folgetages und gilt auch am Streiktag.⇥(red)