Astronomie: Von Großteleskopen bis Mondfinsternis

Mondfinsternis als Modell: Jutta Patzig und Ralf Böhlemann erläutern bei “Astronomie am Samstag“ im Planetarium des Fontane-Gymnasiums das Prinzip.
Uwe SprangerGroße Teleskope standen am Wochenende im Mittelpunkt bei „Astronomie am Samstag“ im Planetarium des Fontane-Gymnasiums. Astronomielehrer Ralf Böhlemann stellte zwei große Anlagen in Chile vor, das aus vier großen Spiegelteleskopen bestehende VLT und das mit 66 Radioteleskopen bestückte Alma. Anfang 2018 hatte er im Rahmen eines Lehreraustauschs die beiden Observatorien in der chilenischen Atacama-Wüste besuchen können. Die Gegend ist durch ihre Witterungsbedingungen – selten Regen, wenig Wind und relativ gleichbleibende Temperaturen – ideal für den Blick ins All.
Mit VLT in 2600 Metern Höhe empfangen die Wissenschaftler sichtbares und Infrarotlicht aus den Weiten des Alls, mit dem auf gut 5000 Metern gelegenen Alma Radiowellen aus sogenannten kalten Bereichen, in denen gerade Sterne entstehen. Jeden Tag gebe es eine wissenschaftliche Arbeit mit Ergebnissen dortiger Forschungstätigkeit, berichtete er. Mit rund 500 Millionen bzw. 1,2 Milliarden Euro (deutscher Anteil etwa zehn Prozent) waren sie zwar nicht billig, aber deutlich günstiger als das Weltraumteleskop Hubble (zwei Milliarden) oder der BER.
Vor Böhlemanns Vortrag hatte Jutta Patzig, früher ebenfalls Lehrerin am Gymnasium und nun ehrenamtlich für den Förderverein tätig, den derzeitigen Sternenhimmel mit dem Wintersechseck und dessen Sternbildern erläutert. Auch die unterschiedlichen Phasen eines Sternen-„Lebens“ und die daraus resultierenden Leuchtfarben kamen zur Sprache, die derzeitige Nähe von Venus und Jupiter am Firmament und die „goldene Stunde“ mit Morgen-/Abendrot.
Ähnliche Färbungen erlebt auch der Mond bei einer Finsternis wie in der Nacht zum Montag. Langwellige Strahlen des Sonnenlichts werden in der Erdatmosphäre so gebrochen, dass sie den im Kernschatten liegenden Trabanten in Orange-, Kupfer- oder Rottönen erleuchten. Die Gastgeber kündigten an, dass das seltene Schauspiel – das nächste ist erst 2028 – im Gymnasium beobachtet wird. Dabei sein wollte Joshua Diemke, Stammgast im Planetarium. Der 20-Jährige hatte nach der Finsternis 2015 selbst einen Vortrag am Astronomie-Samstag gehalten. Er studiert jetzt an der FU Berlin.
Der nächste Abend der Astro-Reihe ist übrigens nicht im Planetarium, sondern am 23. Februar ab 17 Uhr in der Sternwarte Liebenhof. Zu Gast ist dann Dr. Harald Michaelis vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Er leitet die Abteilung planetare Sensorsysteme und wird erläutern, wie lichtschwache Objekte fotografiert und gleich anschaut werden können.
Anmeldung: Tel. 03341 36040; E-Mail: planetarium@gymnasium-strausberg.de