Ausflugsziel: Neustart für Kinderbauernhof Mümmelmann in Petershagen

Foto aus alten Tagen: Pony Lauser, hier mit der Bundesfreiwilligendienstleistenden Alina Beier, zählte zu den Tieren, die den Hof wegen dessen Schließung verlassen mussten.
Uwe SprangerDie Entscheidung über den Abschluss des Nutzungsvertrages mit der Stephanus-Stiftung fiel am Donnerstagabend im nicht-öffentlichen Teil der Gemeindevertretung. Wie Bürgermeister Marco Rutter (FDP) im Nachgang berichtete, stimmten 20 Vertreter für die Stiftung als neuen Betreiber, fünf enthielten sich. Am Freitag unterzeichnete Rutter den Vertrag mit einer Laufzeit von sieben Jahren ab 1. September.
Die Stiftung zählte zu sieben Bewerbern, die ein Nutzungskonzept für den 2018 geschlossenen Hof in der Dorfstraße eingereicht hatten. Sie hatten ihre Ideen im März im Jugendclub Bürgern vorgestellt – bevor sich die Gemeindevertreter dafür aussprachen, dass Rutter mit der Stephanus-Stiftung verhandeln soll. Deren Konzept sieht eine Werkstatt für Behinderte mit Tierbestand, Herberge, Hofladen und -café vor. Sie ist an die Rüdersdorfer Werkstatt der Stiftung angedockt.
Rutter zufolge bleiben Grundstück und Gebäude im Eigentum der Gemeinde. Die Verkehrssicherungspflicht, Reinigungs- sowie Verbrauchskosten für Heizung, Strom und Wasser übernehme die Stiftung. Nachdem zuletzt schon eifrig auf dem Hof gewerkelt wurde, seien für September weitere Arbeitseinsätze unter Beteiligung des Bauhofs und neuen Betreibers geplant. „Wir haben begonnen, das Gelände mit neuen Pflanzen zu versehen und Bänke aufzuarbeiten“, sagte Rutter. Alles Baufällige solle abgerissen werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Komplett erneuert und sogar erweitert werde der Spielplatz, der nicht mehr verkehrssicher war. Dieser bleibe wie der restliche Bestand im hinteren Teil des Hofes in Verantwortung der Gemeinde. Die Arbeiten am Spielplatz sollen bis Mitte September abgeschlossen sein. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 15 000 bis 20 000 Euro. Sie werden von der Gemeinde übernommen, sagt Rutter.
Länger werden sich die Arbeiten im Hofcafé und Hofladen hinziehen, die, finanziert von der Stiftung, eine neue Ausstattung bekommen. Modernisierungen seien auch in den Stallungen geplant, die noch nicht den Standards des Veterinäramtes entsprächen, sagt Rutter. Hier gebe es einige Auflagen abzuarbeiten. Ziel sei es, dort wieder Tiere zu halten. „Ich denke, dass das ab kommendem Frühjahr klappt.“
Angerfest am 8. September
Beim Angerfest am 8. September will die Stiftung präsentieren, was sie sich für den Hof in den nächsten Jahren vorstellt. An diesem Tag wird er das erste Mal geöffnet haben. Spätestens ab Ende September soll der Hof dann wieder dauerhaft frei zugänglich sein und in seinen Nutzungsmöglichkeiten schrittweise wachsen. „Wie oft beispielsweise Café und Laden geöffnet haben, wird man sehen. Man kann nicht verlangen, dass das bei schlechtem Wetter im November sieben Tage pro Woche der Fall ist“, sagt Rutter. Vereine, die das Gelände regelmäßig nutzen möchten, könnten mit der Gemeinde ins Gespräch kommen. „Die dauerhafte Nutzung koordinieren wir“, sagt Rutter. Anfragen für kleinere Events wie Kindergeburtstage liefen über die Stiftung. Fest stehe, dass das Areal ein Kinderbauernhof bleiben soll mit Übernachtungsmöglichkeiten. Auch der Name Mümmelmann solle erhalten bleiben. „Das haben wir schon mit dem Werkstättenleiter und Regionalmanager der Stiftung besprochen“, sagt Rutter.
Einwohnerin Regina Beye hatte vor der Abstimmung kritisiert, dass diese im nicht-öffentlichen Teil stattfinden sollte. „Der Vertrag müsste vorher öffentlich ausliegen, um sehen zu können, ob die Vorschläge der Bürgerschaft umgesetzt werden“, sagte sie. "Es ist ein privatrechtlicher Vertrag mit einer Gesellschaft. Die hat ein Anrecht darauf, dass ihre Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben“, sagte Ronny Kelm (SPD). „Das gibt uns das Gesetz so vor.“