Autobahn A10: Wochenlang Stau zwischen Erkner und Rüdersdorf – die Gründe

Die Mühlenfließbrücke an der A10 zwischen Rüdersdorf und Erkner ist mit 742 Metern die längste Autobahnbrücke im Land Brandenburg. Inzwischen haben die Vorbereitungen für den Neubau begonnen. Für rund 60.000 Kraftfahrer, die das Bauwerk täglich passieren, bedeutet das Behinderungen.
Patrick Pleul/dpa- Baustelle auf der A10: Staus zwischen Erkner und Rüdersdorf wegen Arbeiten an der Mühlenfließbrücke.
- Erste Bauphase bis 13. Oktober: Reduzierung auf zwei Fahrstreifen, 45 Minuten Verzögerung gemeldet.
- Neubau der 742 Meter langen Brücke bis 2028 geplant, Gesamtkosten rund 152 Millionen Euro.
- Ziel: Verkehrsfluss ohne Vollsperrung sichern, Arbeiten finden größtenteils unter der Brücke statt.
- Bürgerinfo-Veranstaltung angekündigt, genaue Termine noch offen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Rund fünf Kilometer Stau und 45 Minuten Zeitverlust verzeichnete der ADAC-Staumelder am späten Montagvormittag (15. September) zwischen den A10-Anschlussstellen Erkner und Rüdersdorf. Betroffen war die Fahrbahn Richtung Dreieck Barnim.
Der Grund für die Belastungen, die viele Autofahrer gleich zu Beginn der neuen Woche hart trafen, ist einfach erklärt: An der Mühlenfließbrücke haben erste Arbeiten in Vorbereitung für den Ersatzneubau begonnen. „Es handelt sich um eine schweißtechnische Instandsetzung der beiden Teilbauwerke“, erklärt Ronald Normann, Direktor der Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH des Bundes. Die Maßnahme sei dringend notwendig, um die Offenhaltung des Verkehrs parallel zum geplanten Ersatzneubau der Mühlenfließbrücke weiterhin gewährleisten zu können.
Die Verkehrsbehinderungen seien in den ersten Wochen besonders gravierend, so Normann. Denn momentan stehe pro Richtung nur jeweils ein Fahrstreifen zur Verfügung. Da der Verkehr sonst üblicherweise über insgesamt sechs Fahrspuren, also drei pro Richtung, rollt, sind weitere Staus schon programmiert. Die notwendigen Arbeiten seien jedoch so geplant, dass sie schnellstmöglich durchgeführt werden, versichert die Autobahn GmbH.
„Wir wissen, welche Belastungen damit einhergehen. Für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, aber auch für die Kommune. Denn einige werden sicherlich versuchen, Staus dadurch zu umgehen, dass sie durch Rüdersdorf fahren wollen, nur um einige Minuten zu sparen“, so der Niederlassungsleiter. Er rufe dringend dazu auf, auf der Autobahn zu bleiben, um die Ortsstraßen nicht zu verstopfen. Auf die Umfahrungshinweise der einzelnen Navigationsanbieter habe die Autobahn GmbH allerdings keinen Einfluss.
Erster Bauabschnitt auf der A10 dauert bis Mitte Oktober
In der angelaufenen ersten Bauphase, die bis zum 13. Oktober geplant ist, wird das westliche Teilbauwerk mit der Fahrbahn in Richtung Süden (Dreieck Spreeau) schweißtechnisch instandgesetzt. In dieser Zeit wird der gesamte Verkehr über das östliche Teilbauwerk, dort eben nur mit insgesamt zwei Fahrstreifen, geleitet. Im Anschluss wird gewechselt, dann ist ab der zweiten Oktoberhälfte die Ertüchtigung des östlichen Teilbauwerks an der Reihe. Dort sind auch Anfang 2026 noch weitere Verstärkungsmaßnahmen vorgesehen.
Alles dient einem später gesichert laufenden Verkehrsfluss während der eigentlichen Bauarbeiten am Ersatzneubau. Dann sollen, so die Autobahn GmbH, verlässlich immerhin zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung stehen. Eine Vollsperrung werde mit dieser Organisation umgangen. Außer der Fahrstreifenreduzierung soll es keine weiteren Beschränkungen geben.
Infoveranstaltung für Bürger geplant
„Die Arbeiten haben wir extra so geplant, dass sie möglichst ausschließlich unter beziehungsweise auf dem Bauwerk stattfinden. Das beauftragte Bauunternehmen und unsere Bauüberwachung sind angewiesen, besondere Rücksicht auf die direkt betroffenen Anwohner zu nehmen und entsprechende Vorkehrungen bei allen Arbeiten zu treffen“, betont Ronald Normann. In einer weiteren Bürgerinformationsveranstaltung, insgesamt dann die dritte zu dem Vorhaben, soll demnächst der Bauablauf noch einmal detailliert erläutert werden. Einen genauen Termin gibt es noch nicht.
Die Mühlenfließbrücke ist mit 742 Metern die längste Autobahnbrücke ganz Brandenburgs. Sie ist ein Abschnitt der insgesamt zwischen 1935 und 1937 bei Rüdersdorf gebauten Brücken und wurde nach Kriegszerstörungen 1951/1952 unter Verwendung des alten Stahls wiederaufgebaut. Die Grundkonstruktion blieb auch erhalten, als gleich nach der Wende der sechsspurige Ausbau erfolgte – Eröffnung 1995 nach fünfjähriger Bauzeit. Inzwischen bleibt wegen der erhöhten Belastungen nur der Ersatzbau, in den der Bund bis zur geplanten Fertigstellung 2028 rund 152 Millionen Euro investiert. Instandsetzungsarbeiten hatte es zuletzt wiederholt gegeben.

