Baden in Strausberg: Deshalb braucht die Wasserwacht am Straussee dringend Spenden

Falk Hoffmann von der Wasserwacht Strausberg und Katja Reinke auf dem Steg, von dem aus die Lebensretter nicht mehr direkt mit ihren Booten starten können. Das geht nur vom blauen Schwimmsteg aus.
Claudia BraunDaran, dass ihr Sohn Moritz bei Familienfeiern im Sommer auf die Flasche Bier und den spritzigen Cocktail verzichtet, ist Katja Reinke gewöhnt. Schließlich engagiere sich der Notfallsanitäter auch in seiner Freizeit für Menschen, darunter bei der Wasserwacht Strausberg am Straussee. „Und es kann immer ein Notruf hereinkommen“, sagt die Mutter und fügt hinzu, „zu jeder Uhrzeit.“
Als Katja Reinke sich jedoch kürzlich an der Wirkungsstätte ihres Sohnes, der bei der Wasserwacht mittlerweile zum technischen Leiter aufgestiegen ist, zu Gast war, bekam sie einen Schreck – und gefühlt fast eine lockere Bohle ins Gesicht, wie sie es mit Galgenhumor beschreibt. „Die Steganlage ist marode, das Holz ist an einigen Stellen gesplittert. Das Zuwasserlassen der Boote und weiterem erforderlichen Equipment ist derzeit ein Drahtseilakt“, schildert sie ihre Eindrücke.
Problem ist das Absinken des Strausseepegels
Falk Hoffmann, stellvertretender Leiter der Wasserwacht Strausberg, die zum Deutschen Roten Kreuz (DRK) gehört, kann Reinkes Eindrücke nur bestätigen. Das Absinken des Strausseepegels lässt einen direkten und schnellen Einstieg samt Ausrüstung in die Rettungsboote Castor und Pollux gar nicht mehr zu.
Die freiwillig Engagierten überbrücken den Höhenunterschied inzwischen mithilfe eines Schwimmstegs. „Problematisch ist es vor allem, wenn wir einen Patienten zur weiteren Versorgung mit in die Wasserwacht nehmen möchten“, schildert er eine Herausforderung. Verunfallte Personen vom Boot auf den Steg zu hieven, schließe sich fast schon aus.

Die Steganlage der Wasserwacht Strausberg weist erhebliche Mängel aus. Die DRK-Mitglieder schätzen, dass für eine neue Anlage rund 10.000 Euro benötigt werden.
Claudia Braun„Das kann doch nicht sein, dass die Wasserwacht, die an den Wochenenden und Feiertagen ehrenamtlich und in ihrer Freizeit für die Wasserrettung unterwegs ist, solch unhaltbare Zustände vorfindet“, ärgert sich Katja Reinke. Kurzerhand entschloss sie sich, einen Spendenaufruf bei einem Online-Bezahldienst ins Leben zu rufen. 550 Euro (Stand 31. Juli) sind bereits eingegangen.
Da die Aktion durch den genutzten Dienst begrenzt ist, können noch bis zum 21. August Gelder überwiesen werden. „Mir ist wichtig, dass in der heutigen Zeit das Wir wieder an Bedeutung gewinnt. Mit einer Spende kann den Wasserrettern Zuspruch, Dankbarkeit und vor allem Respekt für ihren uneigennützigen Einsatz entgegengebracht werden“, ist der Initiatorin wichtig zu erwähnen.
So finden Sie den Spendenaufruf
Wer die Wasserwacht Strausberg finanziell unterstützen möchte, findet alle Informationen zum Spendenaufruf hier.
Zunächst soll die aktuelle Lage stabilisiert werden
Falk Hoffmann weiß bereits, wie die Spende bei der Wasserwacht verwendet werden kann: „Dieses Spendengeld ist für uns die Initialzündung für das ohnehin geplante Projekt Erneuerung der Steganlage. Den Betrag, der zusammenkommen wird, werden wir jetzt erst einmal einsetzen, um die aktuelle Lage zu stabilisieren. Das heißt, das eine oder andere Brett auszutauschen, um am Ende das große Ziel zu realisieren, die komplette Steganlage zu erneuern und auf den aktuellen Stand zu bringen.“ Denn die DRK-Wasserwacht am Fichteplatz könnte von der Sanierung des benachbarten Freibads profitieren.
Derzeit sei der Verein mit der Stadt im Gespräch, um auszuloten, ob die Spundwand für das Freibad und den Bootsverleih um die rund 15 Meter, die durch den Bereich der Wasserwacht hinzukommen würden, ebenfalls abdecken könnte. Wie es vom Sprecher der Stadt Strausberg heißt, soll der Bau der Spundwand noch im zweiten Halbjahr dieses Jahres erfolgen. „So wären auch wir gesichert“, ist Hoffmann überzeugt.
Auch außerhalb der Badesaison rücken sie aus
Die DRK-Wasserwacht Strausberg, die sich pachtfrei auf einem Gelände der Strausberger Wohnungsbaugesellschaft befindet, erhält jährlich Zuschüsse vom Landkreis Märkisch-Oderland und von der Stadt Strausberg für die Wasserrettung am Straussee von Mai bis September sowie für die Absicherung von Veranstaltungen wie dem Straussee-Schwimmen. Aber auch außerhalb der vereinbarten Zeiten sowie der Badesaison werden die aktiven Mitglieder zu Katastrophen und größeren Sachlagen etwa von der Feuerwehr hinzugezogen.
„Damit das alles funktioniert, brauchen wir natürlich auch Nachwuchs“, sagt Falk Hoffmann. Bei den Jüngsten, den Schwimmions – der Name ist von den beliebten Minions entlehnt – können Kinder im Alter von acht, neun Jahren einsteigen. Aber auch Jugendliche von 14 bis 18 Jahren und Erwachsene werden zum Rettungsschwimmer ausgebildet.
„Ein neuer Kurs startet im September“, wirbt der stellvertretende Leiter und verweist auf die Webseite zur Anmeldung. Wer sich dann für die ehrenamtliche Arbeit interessiert, kann weitere Ausbildungen absolvieren, etwa als Rettungsbootführer/-in, Helfer/-in Sanitätsdienst und Sprechfunker/-in Digitalfunk.


