Badesaison
: Freie Bahnen locken im Neuenhagener Schwimmbad

Der gewohnte Besucherandrang im beliebten Freizeitbad blieb die vergangenen Wochen aus. Es gibt genügend Kapazitäten für Badegäste.
Von
Jana Reimann-Grohs
Neuenhagen
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Ungetrübtes Schwimmvergnügen: Das Freibad Neuenhagen ist derzeit nicht ausgelastet. Die Bademeister Uwe Gudzinski und Mario Krause (r.) beobachten morgens neben einzelnen Schulklassen gewöhnlich einen einzigen Neuenhagener, der täglich seine Bahnen zieht.

Jana Reimann-Grohs

In Sporthallen müssten über 27-Jährige mindestens 1,5 Meter Abstand halten zu Personen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören. Für Kinder und Jugendliche unter 27 Jahre gelte das aber nicht.

Auch der Besuch des Freibads Neuenhagen bietet sich zur körperlichen Ertüchtigung an. Es ist Badesaison hinter dem Wäldchen am Bahnhof Neuenhagen. Trotzdem werde das Bad nur eingeschränkt genutzt, die Besucher seien relativ verhalten, resümiert Kirst. Von Juni bis 19. August zählte die Gemeinde nur 19 957 Badegäste, davon waren 1305 Kitakinder, die während der Betreuungszeit über ihre Einrichtung zum Baden hierher kamen.

Um 9 Uhr geht der Schwimmbetrieb los am Liebermannweg 1. Außer montags ist die Anlage täglich bis 20 Uhr geöffnet. Die Bademeister Mario Krause und Uwe Gudzinski halten sich bereit für Gäste, die zum Abkühlen herkommen, auf den Spielplatz gehen, Tischtennis und Volleyball spielen oder einfach einen entspannten Tag in der Grünanlage verbringen wollen. Vor Ort ist allerdings kein Kartenverkauf möglich. Eintrittskarten gibt es ausschließlich online über ein Portal der Gemeindehomepage, welches dreistündige Zeitfenster anbietet: zwischen 9 und 12 Uhr, 13 und 16 Uhr sowie 17 und 20 Uhr. Letzter Zugang ist eine Stunde vor Ende des gebuchten Zeitfensters, das Wasser muss spätestens 30 Minuten vor Ende verlassen werden.

Christina Weinhold kennt die Stoßzeiten ganz genau. Hinter der Scheibe ihres Kassenhäuschens verfolgt die Rentnerin den Besucheransturm im Freibad seit 2019. Bis zu 2000 Badegäste hatte sie da am Tag. In diesem Jahr sind es zu Spitzenzeiten nicht mehr als 500 gewesen. Von 460 maximal zulässigen Personen hatte die Gemeinde auf 530 mögliche Besucher am Tag aufgestockt. Trotz Ausverkauf blieben am Ende immer noch zehn bis zwanzig verkaufte Karten offen und Besucher fern.

Das Bad wurde trotz Corona sehr stark von Familien angenommen, erzählt die 66-Jährige weiter. Besonders viele Kinder kamen in den vergangenen Wochen. Die Zeitfenster bescherten der Freibad-Mannschaft ständig wechselnde Badegäste. Von Tumulten wie im vergangenen Jahr sei aber nichts zu spüren gewesen. „Die Leute sind sehr diszipliniert, und sie fühlen sich sicher, weil wir die Anlage regelmäßig mit Desinfektionsmitteln reinigen.“ Das Klientel sei ruhiger geworden, bestätigt Bademeister Mario Krause, der seit 1999 neben seinen Kollegen die Badeaufsicht hat: „Vor Corona hatten wir hier alle möglichen Gäste. Jetzt kommen wirklich viele, die nur schwimmen wollen und das Freibad als Ort der Erholung nutzen.“ Bei schönem Wetter sind vormittags 300 Gäste da, ein großer Teil davon Schüler – sagt auch Rettungsschwimmer Uwe Gudzinski: „Vorige Woche hatten wir Kinder aus unserer Schwanenteich-Schule und der Biesdorfer Klingenberg-Schule zum Schwimmunterricht.“

Planschen zum Feierabend

Noch laden die Temperaturen zum Baden ein – „sobald die Sonne draußen ist, sind die Schwimmer da“, sagt die Kassenfrau. Einen Stammgast begrüßt sie fast täglich vor dem ersten Einlass gegen 8.45 Uhr, das vollste Zeitfenster liegt zurzeit bei 17 Uhr. In der Schulzeit nutzen die Eltern erst zum Feierabend mit ihren Kindern die Gelegenheit, das Freibad zu besuchen. Nur auf das Rutschvergnügen müssen die Jüngsten verzichten. Aufgrund der Einschränkungen bleibt die Wasserrutsche gesperrt.

Mit dem Online-Ticket-System hat Christina Weinhold insgesamt viel weniger Aufwand am Einlass. Wenn nur noch Tickets gescannt werden müssen und nicht jeder Besucher sein Kleingeld bei ihr ablade, ließen sich die Wartenden auch schneller kontrollieren, berichtet sie. Unterstützung bekommt sie dabei von ein bis zwei Security-Kollegen, die das ganze Geschehen im Blick behalten.

Bis zum 15. September ist das Bad noch geöffnet. Danach wird alles gereinigt, weggeräumt und winterfest gemacht. Für die beschäftigten Mitarbeiter, Rettungsschwimmer und Bademeister stehen dann Reparaturarbeiten an. Über die Wintermonate werden sie als Hausmeister eingesetzt.

Eingeschränkter Zutritt mit Online-Buchung

Kartenverkauf im Internet auf www.neuenhagen-bei-berlin.de; Kinder unter 14 Jahren im Zeitfenster ab 17 Uhr nur in Begleitung eines Erwachsenen; keine Stornierung oder Rückgabe bereits gekaufter Eintrittskarten.

Eintrittspreise pro Zeitfenster: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro; Kinder bis 2 Jahre haben freien Eintritt

Ermäßigungen für Kinder bis 18 Jahre, Schüler/Auszubildende/Studenten, Schwerbeschädigte, Bundesfreiwilligendienstleistende, Wehrdienstleistende, Begleitpersonen für behinderte Person mit Schwerbeschädigtenausweis, Empfänger von Arbeitslosengeld II, Grundsicherungsempfänger, Härtefallregelungen (Freistellung Medikamentenzuzahlung)

Kontakt:Tel. 03342 202943⇥jrg