Bahn bei Seelow
: Dampflok kommt nach Letschin – das wird am Bahnhof geboten

Der Eisenbahnverein Letschin hat erheblich aufgerüstet. Worauf sich Besucher am Tag der offenen Tür neben einer Dampflok und der alten Bahnhofsuhr aus Frankfurt (Oder) freuen können.
Von
Ulf Grieger
Seelow
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Mit dem Grubenrad auf der Rundstrecke. Daniel Dahns, Bernd Kutzke  und  Bernhard Belitz vom  Eisenbahnverein Letschin präsentieren das blaue Gefährt, das ursprünglich für den Bergbau entwickelt wurde.

Mit dem Grubenrad auf der Feldbahnstrecke. Daniel Dahns, Bernd Kutzke und Bernhard Belitz vom Eisenbahnverein Letschin präsentieren das blaue Gefährt, das ursprünglich für den Bergbau entwickelt wurde.

Ulf Grieger
  • Der Eisenbahnverein Letschin lädt am 15. März zum Tag der offenen Tür ein.
  • Eine 1800 PS starke Dampflok aus Berlin-Schöneweide wird erwartet.
  • Neue Draisinenstrecke und Ausstellungen zur Bahngeschichte sind Highlights.
  • Der Verein sucht neue Mitglieder für diverse Aufgaben.
  • Die Rückfahrt der Dampflok beginnt um 8.19 Uhr in Berlin-Schöneweide.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Eisenbahnverein Letschin kann zum Saisonstart mit einigen Überraschungen aufwarten. Um das aber auch richtig in Szene zu setzen, lädt er am 15. März zu einem besonderen Tag der offenen Tür ein.

An diesem Tag heißt es „Letschin steht unter Dampf“. Denn um 12 Uhr trifft dort die 1800 PS starke Dampflok 528177 ein. Das 1944 gebaute Stahlross startet am Morgen in Berlin-Schöneweide und macht über Bernau, Eberswalde, Bad Freienwalde und Wriezen einen Abstecher nach Letschin. Ab 12 Uhr hat der Zug der Berliner Dampflokfreunde dort einen vierstündigen Aufenthalt. Reisende und Gäste werden von den Eisenbahnfreunden im „Herzen des Oderbruchs“ gut unterhalten.

Draisinenstrecke vom Bahnhof zum Stützpunkt

Bernd Kutzke vom Letschiner Vereinsvorstand ist sichtlich stolz auf das, was der seit der Corona-Zeit von  41 auf 19 Mitglieder zusammengeschrumpfte Verein in den vergangenen Monaten geleistet hat. Für die neue Draisinenstrecke, die vom historischen Bahnhofsgebäude bis zur neuen Draisinen-Garage an der Bahnhofstraße reicht, wurden in Handarbeit Schienen auf die Schwellen gesetzt und Wildwuchs entfernt. „Ein Meter Schiene wiegt immerhin 49 kg“, sagt Daniel Dahns, der im Verein sehr viel mit anpackt.  Weichen wurden eingebaut, die auf Metallschwellen stehen, was auch nicht so häufig zu sehen ist.  „Wir können jetzt unsere Gäste direkt am Bahnhof mit der Draisine abholen“, sagt Kutzke.

Im Bahnhofsgebäude, das der Verein 2014 gekauft hat, wurden kürzlich die Räume des Stützpunktes für Leit- und Sicherungstechnik der Deutschen Bahn umfassend saniert. Ein Team mit zwölf Mitarbeitern hat dort nun moderne Arbeitsbedingungen.

Von dort geht die Draisinenfahrt los. Es geht vorbei am künftigen Vereinsarchiv, das im einstigen Gebäude der Bäuerlichen Handelsgesellschft (BHG) untergebracht wurde. Nächste Station ist der historische Güterschuppen, der nun immer sichtbarer zum Veranstaltungsort wird.

Veranstaltungsstätte "Alter Güterschuppen" Letschin: Dort sind zwei Ausstellungen zur regionalen Bahngeschichte zu sehen.

Veranstaltungsstätte "Alter Güterschuppen" Letschin: Dort sind zwei Ausstellungen zur regionalen Bahngeschichte zu sehen.

Ulf Grieger

Mittels Rampe auch für Rollstuhlfahrer erreichbar, mit Sanitärräumen und Teeküche, ist das Gebäude schon jetzt recht ansehnlich. Die großen Deckenlampen stammen aus dem Cottbuser Bahnwerk. Natürlich leuchten dort nicht mehr die stromfressenden Original-Birnen, sondern LED-Strahler.

Relikt von Frankfurter Bahnhof jetzt in Letschin

Das Licht fällt auf zwei sehenswerte Ausstellungen zur regionalen Bahngeschichte, die die Letschiner vom Frankfurter Verein der Eisenbahnfreunde geerbt haben. Passend zum 80. Jahrestag des Kriegsendes erfährt man dort auch viel über die Entwicklung der Bahn vor und nach1945.

Einen würdigen Platz hat im Letschiner Güterschuppen auch ein Relikt des Frankfurter Bahnhofs gefunden: Die Uhr, die den Frankfurtern über Jahrzehnte hinweg an der Wand der Bahnhofs-Empfangshalle verkündet hat, was die Stunde geschlagen hat, kann nun in Letschin auf Augenhöhe bewundert werden.

Zu sehen ist nicht nur das in Form eines Gleises gestaltet Ziffernblatt, sondern über einen rückseitigen Schaukasten auch das Uhrwerk. Das hatte die berühmte Turmuhrenfabrik Zachariä in Leipzig gefertigt und ist sehr sehenswert.

Frankfurter Bahnhofsuhr mit Gleis-Design. Sie zeigte den Oderstädtern über Jahrzehnte an, was die Stunde geschlagen hat,

Große Frankfurter Bahnhofsuhr mit Gleis-Design. Sie zeigte den Oderstädtern über Jahrzehnte an, was die Stunde geschlagen hat.

Ulf Grieger

Mit Ausnahme der Teeküche und der Sanitärräume wird der Güterschuppen zwar nicht beheizt. Aber vor allem in der warmen Jahreszeit bietet der große Raum sehr gute Möglichkeiten für Konzerte, Lesungen und andere Veranstaltungen.

Attraktionen an der Feldbahn

Die Draisinenfahrt endet in der Nähe des Vereinsdomizils mit der großen Ausstellungshalle für Modelleisenbahnen und Signalanlagen. Bernd Kutzke führt allerdings zur Feldbahn-Strecke. Dort wurden die Signaltechnik nun elektrifiziert. Nun kann man tatsächlich den Gefährten, die sich dort auf den Gleisen bewegen, tatsächlich auch die Signale zum Stopp und zur Fahrt geben.

Von der Draisinen-Garage zum bahnhof: Das tewa 20.000 Quadratkilomzter gro0ße vreinsgelädne am Bahnhog letshcien lässt sihc nun auch "erfahren"

Von der Draisinen-Garage zum Bahnhof: Das etwa 20.000 Quadratkilometer große Vereinsgelände am Bahnhof Letschin lässt sich nun auch „erfahren“.

Ulf Grieger

Neben der Feldbahn gibt es nun auch ein sehr individuelles Fortbewegungsmittel: das Grubenrad. Entwickelt für den Bergbau, funktioniert wie ein Fahrrad auf dem Gleis. Und das mit einer erstaunlichen Leichtigkeit und Geschwindigkeit. Konzipiert ist das Vehikel für zwei Erwachsene.

Neue Mitstreiter dringend gesucht

Der Eisenbahnverein Letschin, der am 29. März 1999 gegründet wurde, will zeigen, wie das Oderbruch durch die Eisenbahn und Landwirtschaft geprägt wurde.  Ein Kulturerbeort sind der Letschiner Bahnhof und der Vereinsstützpunkt jedoch noch nicht. Wäre eine solche Vernetzung eine Option? Bernd Kutzke gesteht, dass die Mitglieder immer vor allem in praktischen Arbeiten involviert sind. „Daran gedacht haben wir aber schon. Wir kennen ja dieses Netzwerk bereits ganz gut“, sagt er.

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Archivgebäude: Der ehemalige Bahnhofsstützpunkt der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft BHG beherbergt die gesamten Schätze an historischen Unterlagen des Eisenbahnwesens. Die Zukunft liegt auch hier in der Digitalisierung.

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Vor allem will der Verein darum werben, mehr Mitstreiter zu finden. Denn Arbeit gibt es genug. Die Palette reicht von der Archivarbeit, für die nun auch Räumlichkeiten vorhanden sind, über die Pflege und Wartung der Technik bis hin zum Basteln an der Modellbahntechnik.

Der Verein verfügt über mehrere große Anlagen der Spuren N, TT und HO. Sie werden nach und nach aufgearbeitet und zur Besichtigung bereit gestellt. Für nahezu jedes Interessensgebiet gibt es im Verein Möglichkeiten der Entwicklung. Wer Lust hat, kann dort immer samstags von 9 bis 11 Uhr vorbeischauen und sich selbst ein Bild machen.

Letschin steht unter Dampf

„Entdecken Sie die ersten Zeichen des Frühlings und die Schönheit des Oderbruchs, wenn der Zug durch kleine Dörfer rollt und abwechselnd Wälder, Wiesen und Gewässer vorbeiziehen. Das Oderbruch gehört zum Schönsten, was die märkische Landschaft zu bieten hat“. So wirbt der Verein Dampflokfreunde Berlin e.V. für die Ausfahrt am 15. März.

Die Reise führt über Bernau bis nach Eberswalde, wo ins Oderbruch Richtung Niederfinow und Falkenberg abgebogen wird. Über die früheren Verkehrsknoten Bad Freienwalde und Wriezen wird Letschin erreicht. Der Eintritt ins Eisenbahnmuseum Letschin ist im Fahrpreis enthalten. Die Rückfahrt beginnt mit einer Scheinanfahrt im Bahnhof Letschin.

Abfahrt ist am Morgen um 8.19 Uhr in Berlin-Schöneweide (Regionalbahnsteig, Gleis 1/2) , die Rückkehr nach Berlin erfolgt gegen 19.00 Uhr. Der Aufenthalt in Letschin beträgt etwa vier Stunden. Wer nicht in Schöneweide einsteigen möchte, kann auch in Berlin Ostkreuz Regionalbahnsteig oben (Abfahrt: 8.29 Uhr - Rückkehr 18.59 Uhr) oder Berlin-Lichtenberg (Abfahrt: 8.36 Uhr – Rückkehr 18.21 Uhr) zusteigen. Genaue Fahrzeiten unter www.berlin-macht-dampf.com.

Zugpferd ist die Dampflok 52 8177 (80 km/h, Baujahr 1944, 1800 PS, Gewicht 140 Tonnen, Länge 23 Meter). Sie ist die letzte betriebsfähige Dampflok Berlins und wird seit 1998 von den Dampflokfreunden Berlin e.V. für Nostalgiefahrten in und um Berlin eingesetzt.

Für Familien gibt es eine Ermäßigung: Reisen mindestens 2 Erwachsene mit mehreren Kindern, gibt es für 2 bis 4 Kinder eine weitere Vergünstigung auf den Kinderfahrpreis. Wählen Sie dazu für die Kinder von 6 bis 14 Jahren die Preisklasse „Kind (6-14) für Familienkarte“.