Bauarbeiten: Unter Erdmassen ein Bassin entdeckt
Wieder einmal konnte Frank Ruppersberger die Teilnehmer einer der regelmäßig stattfindenden Führungen über die Großbaustelle Schlossgut Altlandsberg mit Neuigkeiten überraschen. „Abgestimmt mit den Fachleuten aus dem Denkmal- bzw. Gartendenkmalschutz“, betont der Projektmanager mit Vorsicht. „Was ich sage, darf ich sagen“, will er so Spekulationen ebenso vorbeugen wie vorschnellen Urteilen.
Die jüngste Entdeckung – gemauerte Umrisse eines barocken Wasserbassins – ist so ein Fund, der noch genauer definiert werden muss, aber in gewisser Weise auch belegen könnte, wovon Matthias Friske und Hartmut Niedrich bereits in ihrem Buch „Altlandsberg – Glanz und Vergänglichkeit in acht Jahrhunderten“ schrieben.
Von einem „Springbrunnen“ ist dort die Rede (S. 84), zu dem offenbar ein „hölzernes Röhrensystem“ gehörte. Von Letzterem seien noch Reste Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt worden. „Der nötige Wasserdruck wurde durch einen eigens errichteten Wasserturm erzeugt“, heißt es in der Publikation weiter. Das aber will der Projektmanager gar nicht heranziehen.
Der „Fundort“ direkt unterhalb der inzwischen fertig gepflasterten Schlossterrasse ist ohnehin nicht die erste Station, die die Mitglieder der Fördergesellschaft ansteuern. Zu Beginn wird das Modell des Schlossgutes aus der Stadtinformation nach draußen geholt, umringt und erklärt, was für einen anspruchsvollen Brocken sich die Stadt (wenngleich mit außerordentlicher Förderhilfe) da aufgeladen hat.
Dann erst wird der fertige Domänenhof mit der Gastronomie im Brau- und Brennhaus sowie der Brauerei und Brennerei links und rechts davon durchquert, kurz am Brunnen in der Mitte Halt gemacht, auf die noch ausstehende Sanierung von Kuh- und Pferdestall als Hotel hingewiesen und im Gaststättenfoyer ein hölzernes Segment als Vorlage für die Schlossterrassen-Brüstung aus Sandstein gezeigt.
Wer von den interessierten Gästen, Touristen und Altlandsbergern nun das richtige Schuhwerk an den Füßen trägt und auf eigene Verantwortung den Baustellen-Führer begleiten möchte, kann nach dieser Belehrung auf die gegenwärtige Baustelle einbiegen. Für diejenigen, die aus Interesse am Fortgang der Arbeiten bisher die meisten Führungs-Angebote wahrgenommen haben, wiederholt sich das eine oder andere. Doch es kommen stets neue Details hinzu.
Wie eben das Wasserbassin, dessen geschwungene gemauerte Einfassung und ein Teil einer Wasserzuführung in der vergangenen Woche zunächst etwa zur Hälfte freigelegt wurde. Es befindet sich unterhalb der Schlossterrasse, mittig in Richtung Kreuzteich. Von 400 Tonnen Erdreich spricht Ruppersberger, die dafür weggebracht werden mussten. Davor ein separates Mauerrelikt als Teil eines Bauwerks, dessen Funktion bislang nur erahnt werden kann. Ob es die Ummauerung und Abdeckung von Wassertanks gewesen sein könnte?, wird gemutmaßt.
Abgesprochen sei, dass das Bassin nur untersucht, dokumentiert und wieder verschlossen wird, um die Arbeiten zur Teilrekonstruktion der Parkanlage nach historischem Vorbild fortsetzen zu können, erklärt Ruppersberger den weiteren Fortgang. Ob es später irgendwann eine Art Replik gäbe, hänge von vielen Faktoren und nicht zuletzt vom Geld ab.
Wie viele Millionen Euro dafür wohl geplant werden müssten, spricht einer der Besucher immer wieder geäußerte Befürchtungen an. Man bewege sich immer noch im Kostenrahmen, im grünen Bereich, sucht der Projektmanager Bau für die Schlossgut Altlandsberg GmbH diese zu zerstreuen.
Er führt zugleich eines weiteres Beispiel an. Grabungen an den Kreuzteich-Rändern hätten erwiesen, dass es für diesen keine feste Einfassung gegeben haben muss. Nur direkt an der Wasserlinie werde bei der Rekonstruktion an hölzerne Einfassungen im vorläufigen Planentwurf gedacht. Böschungen seien indes belegt worden. Das gilt auch dafür, dass der Park befestigt gewesen sein muss. Mehrere vorgefundene Lagen und unterschiedliche Schichtungen würden darauf hinweisen, erklärt der Baustellenführer.
Außerdem war er bepflanzt, das besagten verschiedene Pflanzgruben. Für das auch im Barock entstandene Königsschloss Het Loo in den Niederlanden seien dort vorgefundene Samen aus jener Zeit sogar wieder zur Keimfähigkeit gebracht worden, weiß Ruppersberger nebenbei zu berichten. Vieles müsse nun erst noch mit den Texten in den Archiven verglichen werden. Es bleibt jedenfalls spannend.

