Festliche und doch zugleich lockere Atmosphäre. Ein "offizieller" Teil, der etwas weniger als eine Stunde einnahm, dafür der Fokus auf den Gesprächen in wechselnden kleineren Runden an den Stehtischen. Ein Dialogformat zwischen Kommunalpolitik, Verwaltung und örtlichen Gewerbetreibenden, das sie gern als Tradition etablieren möchte.
Miteinander, darauf legte Sabine Löser ihren Fokus – zwischen den Ortsteilen, aber auch zwischen Gemeindevertretern, Bürgern und örtlicher Wirtschaft. Die ist stark und vielgestaltig, stellte sie eine markante Zahl in den Raum: 1243 Gewerbeanmeldungen gibt es mit aktuellem Stand. Und auf dieser Basis seien auch die Einladungen an die Anwesenden ergangen, obgleich dies längst noch nicht alle seien, die sich in der Gemeinde wirtschaftlich betätigen. Denn unter anderem über Fischerei, Apotheker und Ärzte, Rechtsanwälte und Landwirte gebe diese Datenbank keine Auskünfte.
Die Bürgermeisterin nahm den Abend zum Anlass, Dank zu sagen. Viele der Unternehmer brächten sich auch in das gesellschaftlich-kulturelle Leben ein. Sei es mit einem zweiten Standbein in der Kultur, wie sie den Hangar in Rüdersdorf und das Turbinenhaus in Hennickendorf als Beispiele nannte. Sei es in der Unterstützung der 91 Vereine. Oder sei es bei der Hilfe für Veranstaltungen, entweder finanzieller Art oder auf handfest-praktische Weise.
Wer solcherart Lob spendet, darf ebenso mahnende Worte loswerden. Deswegen nutzte Sabine Löser auch die Gelegenheit, das Problemthema Verkehr anzusprechen. "Bitte nehmen Sie Einfluss auf Ihre Zulieferer, dass diese vorrangig die großen, gut ausgebauten Straßen nutzen", appelliert sie in die Runde – damit ein Anliegen an die Adressaten weitertragend, das ihr in Bürgergesprächen angetragen wurde, aber auch in einer der jüngsten Gemeindevertretersitzungen zur Sprache kam. Zu oft würden Lkws bisher  den vermeintlich kürzesten Weg durch die Siedlungen nehmen, um Maut oder Zeit zu sparen. Miteinander, das bedeute eben auch, das Ohr an der Bürgerschaft zu haben, was diese von der Wirtschaft erwarte: "Ziel muss es sein, dass sich die Gewerbetreibenden wohl fühlen, aber auch, dass es breite Akzeptanz für die örtliche Wirtschaft gibt." Lärm- und Staubbelastungen zumindest zu minimieren, die es in einem Industriestandort nun einmal gebe, könne da helfen.
Kondolenzbuch im Eingang
Im Eingangsbereich lag das Kondolenzbuch für den am Valentinstag verstorbenen Jörg Lehmann aus. In einer Schweigeminute gedachten alle des Mannes, der sich drei Jahrzehnte über in verschiedenen Ämtern für die Gemeinde engagiert hatte. Lange auch als erster Ansprechpartner der Feuerwehr – dass deren Mitglieder in Zukunft noch mehr Arbeitsplätze im Ort finden mögen, auch dazu seien die Unternehmen zur Unterstützung aufgerufen.
Dafür gab es auf dem Podium noch drei Gäste, die ihrerseits den Gewerbetreibenden Hilfe bieten. Katrin Hüther-Kay von der IHK zum Beispiel ist Fachfrau für alle Fragen rund um die Unternehmensnachfolge. Ein markantes Problem, wie sie betonte, seien doch 24 Prozent aller Brandenburger Unternehmer, etwa 15 600, schon über 60, darunter rund 8000 sogar schon jenseits der 65. Gleichwohl erfordere eine ordentliche Nachfolge im Schnitt drei bis fünf Jahre Vorbereitung. Die IHK biete Online-Checks dazu ebenso wie Beratung.
Christoph Ziemer von der Wirtschaftsförderung Berlin-Brandenburg empfahl sich als versierter Ansprechpartner für Fragen zur Digitalisierung, Fachkräfteentwicklung und Fördermöglichkeiten, während Isabelle Mensching vom Regionalmanagement der Metropolregion Ost vielen im Saal unter anderem schon als Mitorganisatorin der Career Compass bekannt ist. Diese findet wieder am 13./14. März in der Petershagener Giebelseehalle statt. Fachkräftesicherung wurde als eine Herausforderung in nächster Zeit während der knappen Stunde gleich mehrfach angesprochen.