Mehrere Haushalte in und um Herzfelde in der Gemeinde Rüdersdorf haben in den vergangenen Tagen Post bekommen. Der Absender: Die „Anwaltskanzlei Michael Schmidt und Benjamin Kowalski“ mit Sitz in 80539 München, Maximilianstraße 35 A. Die Adressaten werden in diesem Schreiben aufgefordert, 289,50 Euro mittels Lastschriftverfahren an eine „Euro Lotto Zentrale Euro Jackpot GmbH“ zu leisten, weil sie an einem Gewinnspiel teilgenommen hätten.
All diesen Empfängern ist jedoch gemein, sich nie an einem derartigen Glücksspiel beteiligt zu haben, teilt die Polizei mit. Die Beamten seien von mehreren Betroffenen über diese Schreiben informiert worden. Es handele sich laut Polizei um betrügerische Schreiben, deren Absendern es nur darum gehe, „ihre Mitmenschen zu überrumpeln und sie so zur Zahlung der haltlosen Forderung zu veranlassen“.

Anwaltskanzlei existiert nicht

Tatsächlich existiert die genannte Anwaltskanzlei in München nicht. Die Rechtsanwaltskammer München warnt auf ihrer Internetseite vor solchen bundesweit verbreiteten „Mahnschreiben“ und teilt mit: „Die beiden auf dem Briefbogen genannten Personen ‚Benjamin Kowalski’ und ‚Michael Schmidt’ sind keine in München zugelassenen Rechtsanwälte und keine Mitglieder der Rechtsanwaltskammer München. Auch die genannte ‚Euro Lotto Zentrale Euro Jackpot GmbH’ scheint tatsächlich nicht zu existieren. Anrufe unter der angegebenen Telefonnummer führen lediglich zu einer Mailboxansage, die keine Zugehörigkeit zu einer Kanzlei erkennen lässt“. Ob jemand als Rechtsanwalt zugelassen ist, kann unter www.rechtsanwaltsregister.org nachgeprüft werden.