Bewässerung: Pflanzen und Bäume in Neuenhagen leiden unter der Trockenheit
In diesem Jahr sei es nicht ganz so schlimm wie in den beiden vergangenen, erzählt die 51–Jährige. Dennoch bräuchten die Grünanlagen während der Sommermonate regelmäßig Wasser. Gerade die nachgepflanzten Jungbäume sehen in ihren Augen bedürftig aus. „Wir hatten jetzt zwei richtig trockene Jahre und unheimlich Schwierigkeiten, da mit dem Wässern hinterherzukommen“, bestätigt der Leiter des kommunalen Bauhofs, Andreas Tietz. Dieses Jahr kamen wohl schon etwas mehr Niederschläge – das erleichtere auch der Gemeinde die Bewirtschaftung ihrer Grünanlagen. Es sei allerdings immer ein Arbeitszeit raubender Faktor für den Bauhof — gerade wenn zwischendurch sehr wenig Regen falle, wie jetzt –, für angemessene Wasserzufuhr zu sorgen.
Catrin Schimpf ist die hauptsächlich verantwortliche Kollegin. Sie behält täglich 6 bis 15 Uhr die Bewässerungslage für sämtliche Grünanlagen (vor allem Verkehrsinseln: die liegende Acht und den Fredersdorfer Kreisel), Blumenkästen und Pflanzkübel im Blick. 6000 Liter verbraucht sie an einem Bewässerungstag.
Am Spielplatz zwischen Bürgerhaus und Fichtestraße ist es besonders trocken. Dort nimmt Schimpf zusätzlich Gießkannen zur Hand. Die großen Linden in der Fichtestraße ziehen den neu gepflanzten Feld–Ahörnern und einer Baumhasel das Wasser weg. Die Jungbäume bekommen deshalb eine Portion mehr. „Wenn ich gleich mit dem Schlauch wässern würde, kann das Erdreich das Wasser nicht richtig aufnehmen. Mit dem Vorgießen wird der Boden eingeweicht und alles kann gut versickern.“ Beim Gießen wachse natürlich auch das Unkraut, sagt die gelernte Garten– und Landschaftsbauerin. Dafür seien dann ihre Kollegen Andrea Küter und Maik Wolf zuständig. Wenn eine „Baustelle“ fertig ist, ziehe sie zur nächsten weiter.
Alle geschätzten 7000 Straßenbäume in Neuenhagen zu wässern, würde der Bauhof gar nicht schaffen, räumt Tietz ein. „Es ist ein großer Zeitaufwand, den wir betreiben, um Neuenhagen schön aussehen zu lassen“, betont er. Mit dem neuen Pilotprojekt am Rathaus, wo neue Pflanzkübel angebracht wurden, versuche man, etwas Zeit zu sparen. Anfänglich müsse dort zwar täglich gewässert werden, dafür würden sich die Pflanzen später aus einem kleinen Wassereservoir ihre Nahrung ziehen. Dann wäre nur noch eine einmal wöchentliche Wasserzufuhr nötig.
Der Bauhof ist auch für die Müllentsorgung, die Papierkorbentleerung und Hundetoiletten zuständig. Da gäbe es montags, mittwochs und freitags genug zu tun, zählt Tietz auf. Am Wochenende kümmerten sich die Bauhof–Mitarbeiter dann um die „Hinterlassenschaften der Jugendlichen“ am Bahnhof. An den Bushaltestellen fallen Reinigungsarbeiten an, auf den Sportplätzen und in Parks sowie auf gemeindeeigenen Grundstücken kommt der Bauhof ebenfalls zum Einsatz. Außerdem unterstützt er die kommunalen Kindergärten und Schulen. Auch die Beschilderungen liegt in Obhut der Verwaltung und müssen von seinen Mitarbeitern gewartet werden, stellt der Bauhof–Chef klar.
Wasser nach Bedarfslage
Die Arbeit von Catrin Schimpf wird in Absprache mit der Gemeinde koordiniert. „Sie soll mit der Bewässerung der Grünanlagen, Hecken, Wiesen und Blumen gut durchkommen“, sagt Tietz. Bei Bedarf müsse die Taktung angepasst werden. Das benötigte Wasser zieht sich Schimpf von einem festen Standort. Dort ist auch eine Wasseruhr angebracht, wo die verbrauchte Menge zum Gießen abgelesen wird. Je mehr die Pflanzen gegossen werden müssen, umso teurer werde das Ganze, sagt Tietz.
Sollte es dauerhaft sehr heiß sein, vertrockne an den Grünflächen auch mal etwas — das ließe sich nicht vermeiden, räumt Tietz ein. „Wir sind aber bemüht, die Grünanlagen schön aussehen zu lassen. In diesem Jahr sind wir auf einem guten Weg.“

