Bildung: Bundstift-Campus in Strausberg bekommt dritte Schule
Von der Kita bis zum Abi
Der Start in das neue Schuljahr wird ein besonderer: Erstmals geht eine Lerngruppe der siebten Jahrgangsstufe einer neuen Oberschule an den Start. Erst zum 31. Juli hat Lutz Krannich die Genehmigung aus dem Bildungsministerium erhalten, haben die Eltern damit Gewissheit. Die Leiterin der neuen Schule ist den meisten Oberschülern vertraut, denn Diana Langer leitet auch die Grundschule auf dem Alten Gutshof. Und die hat immerhin 193 Schüler. „Nicht allen konnten wir Plätze in einer weiterführenden Schule anbieten, weil einfach nicht alle auf ein Gymnasium gehen konnten und wollten“, erläutert die Pädagogin. Lutz Krannich verfolgt mit der dritten Schulgründung auch langfristig die Strategie, den Bildungsweg durchlässiger zu machen: Wer erst später zu seiner großen Lernform aufläuft, kann eben auch nach der 10. Klasse noch ins Gymnasium oder ans Oberstufenzentrum wechseln, um das Abitur abzulegen.
Mit der Oberschule erfüllt die Trägergesellschaft auch einen vielfach geäußerten Elternwunsch: Dass auch Schüler, die nicht die allgemeine Hochschulreife anstreben, sondern die erweiterte Berufsbildungsreife erlangen wollen, auf dem Campus bleiben können. Schließlich wolle nicht jeder studieren, habe mancher eher handwerkliche Interessen und wolle eine Ausbildung aufnehmen. Nun rundet der Träger sein Portfolio gewissermaßen ab: Die Kinder können mit drei Jahren in die Waldkita aufgenommen werden. Dort sind jetzt 25 in Betreuung, die meiste Zeit draußen auf einer Fläche hinter der Feldsteinscheune des Findlingshofes in Ruhlsdorf in der freien Natur.
Dann können sie in der Grundschule eingeschult werden. Die Eltern wissen aber die Besonderheiten der Bundtstiftschulen zu schätzen: Der Unterricht wird in jahrgangsübergreifenden Lerngruppe zu je 16 Kindern von zwei Pädagoginnen geleitet und beginnt nicht vor halb neun. Die Unterrichtseinheiten sind 90 Minuten lang, dabei gibt es Bewegungs- und Entspannungsangebote. Auf die 32 Einschulungsplätze hat es in diesem Jahr 160 Bewerbungen gegeben. „Wären wir profitorientiert“, sagt Lutz Krannich nachdenklich, „hätten wir hier längst die Kapazitäten aufgestockt, aber das ist nicht unser Anliegen.“
Digitale Elternversammlung
Das Gymnasium hat im neuen Schuljahr 111 Schüler. Nach den Osterferien waren die Lehrer und Gymnasiasten die Vorreiter in Sachen digitales Lernen. Systemadministratorin Kerstin Heinz hatte einige große Herausforderungen zu bewältigen, um nach und nach die Kommunikation über Videokonferenzen und das Lernen mit externen Zugriffen in die Datenbank, den Schulserver und die Schulcloud sicherzustellen. Das wurde dann auf die Grundschule übertragen. Spätestens 9 Uhr hat der Unterricht am Bildschirm für alle begonnen, und nur Ausnahmen fehlten. „Und wir haben die erste Elternversammlung digital durchgeführt“, sagt Lutz Krannich schmunzelnd, „das werden wir jetzt immer so machen, denn die passen ja nicht alle in den Ku-Stall.“


