Bildung
: Fontane-Gymnasium in Strausberg startet mit neuen Schwerpunktklassen

Der Leiter des Fontane-Gymnasiums in Strausberg, Carsten Sass, sieht seine Schule gut gerüstet für das neue Schuljahr.
Von
Martin Stralau
Strausberg
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Mit der Figur des Dichters neben sich: Carsten Sass vor dem Fontane-Gymnasium, in dem ab Montag rund 900 Schüler von 75 Lehrkräften unterrichtet werden.

Martin Stralau/MOZ

Kein coronabedingter Ausfall

885 Schüler besuchen, Stand Donnerstag, ab Montag das Gymnasium. „Ich gehe davon aus, dass sie sich an die Maskenpflicht halten“, sagt Sass. Vor den Ferien habe das gut geklappt. Die Schule wolle beim Schulträger, dem Schulverwaltungsamt des Landkreises, zwar noch ein wenig Masken-Nachschub beantragen. Dass er gebraucht wird, glaubt Sass aber nicht. „In der Regel haben die Schüler ihre eigenen Masken dabei, weil sie die ja auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln benötigen.“

Das Gymnasium geht mit 75 Lehrkräften ins neue Schuljahr, bislang fehle niemand coronabedingt, auch wenn einige aufgrund ihrer Vorgeschichte einen Schein vom Arzt bekommen könnten. "Unsere Lehrkräfte sind sehr einsatzfreudig. Sie freuen sich darauf, endlich wieder Unterricht mit den Schülern machen zu können“, sagt Carsten Sass. Auch die Schüler seien motiviert, glaubt er. „Ich denke, dass die Wertschätzung für den Unterricht bei ihnen schon allein aufgrund des zuletzt fehlenden sozialen Miteinanders gestiegen ist.“

Das Abitur sei eine Herausforderung für alle gewesen, vor allem für die Schüler, sagt er rückblickend. „Sie wussten lange nicht, wie und unter welchen Umständen es weitergeht. Wir haben versucht, schülerfreundliche Lösungen zu finden, sie schnell zu informieren und extra die späteren Prüfungstermine gewählt, weil wir dachten, dass sie die Zeit gut gebrauchen können.“ Die Lehrer hätten dann zwar weniger Zeit für die Korrekturen gehabt, aber der Plan sei aufgegangen. „Die Abiturergebnisse lagen innerhalb der normalen Schwankungsbreite“, sagt Sass. „Es gibt keine Corona-Delle.“

Sehr würdevoll seien die feierlichen Zeugnisübergaben in der Turnhalle abgelaufen, organisiert von aktuellen und ehemaligen Schülern und den Lehrern in sechs Durchgängen. Die einen kümmerten sich um Blumen, die anderen darum, dass alle Corona-Vorgaben eingehalten wurden. „Nach den ersten zwei Durchgängen posteten einige Schüler in sozialen Netzwerken an die anderen Gruppen, dass sie sich auf ihre Feiern freuen können. Das fand ich toll“, sagt Sass.

Für die nun folgenden Jahrgänge ab Klasse 7 sieht er keine großen Lücken bei der Vermittlung des Unterrichtsstoffes und erwartet „keine Abstriche bei der Erreichung der Bildungsziele“. Dafür seien von Lehrern, Schülern, aber auch den Eltern einfach zu viele Mühen in den Heimunterricht gesteckt worden. Bei allen Schülern werde es in den kommenden Wochen eine Lernstands­erhebung geben, die zum Teil bestehende, ähnliche Formate ersetzt. So werden beispielsweise Neuntklässler in den kommenden drei Wochen in den sechs Fächern Deutsch, Mathe, Englisch, Biologie, Physik und Chemie je 90 Minuten geprüft. "Man kann sich das ein bisschen wie eine Klassenarbeit vorstellen mit standardisierten, landesweit angewandten Aufgaben“, erklärt Sass, der das Gymnasium seit einem Jahr leitet.

Doppelt so viel Englisch

Mit Beginn des Schuljahres wird das sechszügige Gymnasium neben der Leistungs- und Begabtenklasse, die wie bisher in der 5. Jahrgangsstufe startet, erstmals zwei weitere Schwerpunktklassen einschulen. Eine 7. Klasse läuft als Sprachklasse mit vertieftem Englischunterricht und englischsprachigen Modulen in einzelnen Sachfächern. „Die Schüler haben doppelt so viel Englisch wie vorher.“ Die andere läuft als MINT-Klasse. Die Abkürzung steht für die Schwerpunktfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, die intensiver gelehrt werden sollen. Die Schule möchte damit ihr Profil schärfen. "Alle drei Klassen waren sehr gut nachgefragt, so dass wir jeweils eine Auswahl treffen mussten“, sagt Sass.

Planungen für das Schuljahr

Das Fontane-Gymnasium startet mit reduzierten Einschulungsfeiern für eine 5. Leistungs- und Begabtenklasse sowie fünf siebte Klassen – davon zwei Schwerpunkt- und drei Regelklassen – ins Schuljahr. "Es gibt zwei Durchgänge à drei Klassen auf dem Dachboden des Gymnasiums mit einer feierlichen Begrüßung und kleinem musikalischen Beitrag ohne Eltern", sagt Carsten Sass. Unter Vorbehalt steht angesichts der Pandemie noch, ob Austauschfahrten zu den Partnerschulen im russischen Twer und Marseille in Frankreich möglich sind, ebenso ob Chor- und Skilager durchgeführt werden könnten. Nachgeholt werden soll in jedem Fall das ausgefallene Betriebspraktikum für Neuntklässler. Die jetzigen zehnten Klassen sollen es im Juni 2021 absolvieren. Unklar ist auch noch, wann Projektwoche (der inhaltliche Schwerpunkt steht noch nicht fest) und Gala stattfinden – sonst immer im Winter angesiedelt. Geprüft wird der Juni. ⇥mst