"Und es steht unter einem  guten Stern", behauptet der Leiter des Schulverwaltungsamtes der Kreisverwaltung, Tobias Seyfarth, und stellt klar: "Die Kreismusikschule kehrt unter die Fittiche des Landkreises zurück, wird wie die Volkshochschule ein feste Strukturelement der außerschulischen Bildungsangebote des Landkreises."
Neuer Chef für den Übergang
Nach dem endgültigen Rückzug Alexander Saiers aus der Geschäftsführung hat Seyfarth die Funktion eines Übergangsgeschäftsführers übernommen: "Mit der Entscheidung, die Kreismusikschule in das Schulverwaltungsamt der Kreisverwaltung einzugliedern, wollen wir sichere und verlässliche Strukturen schaffen und erst einmal wieder Ruhe in das Ganze bringen, und Ruhe ist doch die Grundvoraussetzung für erfolgreichen Musikunterricht", sagt der Leiter des Amtes. Da können Will und Rau nur zustimmen. Inhaltlich wolle er sich keinesfalls einmischen, betont Seyfarth. Er unterstütze aber, dass die Angebote der Schule in den Kitas und den Schulen in der Fläche ausgebaut würden, soweit sich Einrichtungen in Kreisträgerschaft befinden, indem Räume kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Gewährleistet sei, dass nach einem angepassten Hygienekonzept unterrichtet werde und die in der Corona-Krise gesammelten Erfahrungen mit dem digitalen Unterricht weiter nachgenutzt würden.
"Wir sind ohnehin die am stärksten dezentral aufgestellte Musikschule im Lande", merkt Klaus-Peter Will an. An 70 Standorten zwischen dem Berliner Rand und dem Oderbruch werden Schüler an Instrumenten und im Gesang unterrichtet. Daneben gibt es noch 28 Projekte mit 700 Schülern "Klasse Musik", die zum Teil schon mehr als zehn Jahre laufen. Im Bad Freienwalder Raum sind besonders viele Bläserklassen darunter, denn in der Kurstadt gibt es, ausgehend von der Kurkapelle vor 100 Jahren, das Jugendorchester, das aus den Bläserklassen seinen Nachwuchs rekrutiert. Auch das Jugendorchester nimmt jetzt seine gemeinsamen Proben wieder auf. "Wenn die Atmosphäre stimmt, lernt der Schüler überhaupt erst und bringt auch Leistung in den Wettbewerben Jugend musiziert", berichtet der pädagogische Leiter.
Freude am Musizieren gerettet
Albrecht Rau ergänzt: "Die Freude am Musizieren konnten wir mit dem dezentralen digitalen Unterricht über die Corona-Zeit hinwegretten." Natürlich gab es einige Abmeldungen, aber auch Anmeldungen zum Unterricht. Jetzt wird versucht, Übungsrückstände aufzuholen.
Über das Jubiläum zum 60. Geburtstag der Kreismusikschule oder Konzerthöhepunkte will die Leitung noch gar nicht sprechen: Die Zukunft ist noch viel zu unklar. Man denkt über Gruppen-Vorspiele nach, einen Jahresveranstaltungsplan könne man noch gar nicht entwerfen. Ein Musikcamp im Herbst in Schloss Trebnitz wäre schön. Doch erst einmal wird wieder geübt, sagen sie, streichen den Bogen und schlagen die Tasten.