Boxen
: Zwei Kämpfe, zwei Siege

Die Box Union Strausberg bereitet die Landesmeisterschaften der Amateure vor. Vorher kämpften einige Sportler in Berlin.
Von
Daniel Kuss, Edgar Nemschok
Strausberg
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In Top-Form: Matthias Blank bereitet sich derzeit auf die Landesmeisterchaften in Strausberg vor. Zuletzt war er in Berlin erfolgreich.

Edgar Nemschok

Bei der Box Union in Strausberg stehen aufregende Wochen ins Haus. Die Boxer bereiten die Landesmeisterschaften der Amateure vor. Ein Teil davon wird am 16. und 17. März in Strausberg stattfinden.

In Vorbereitung dieser Titelkämpfe ist in der Strausberger Ernst–Grube–Sporthalle fast täglich voller Trainingsbetrieb. Carsten Olesch, der im Vorstand tätig ist, sagt dazu mit Begeisterung: „Die Strausberger sind heiß auf die Titelkämpfe und haben jetzt sogar zusätzliche Trainingseinheiten eingerichtet.“

Es geht aber auch darum, Wettkampferfahrungen zu sammeln. So waren einige Strausberger am Wochenende zu einem Vergleichswettkampftag in Berlin unterwegs. Gastgeber war der Boxring Eintracht Berlin aus Marzahn. Acht Teams reisten an. Dazu zählten auch der stark vertretene Boxclub aus Greifswald, der Berliner Polizeisportverein (PSV), der Verein „Sports for More“, der SSC Südwest, BC Reinickendorf, Sportclub Lürich sowie aus Brandenburg der SV Motor Babelsberg und die Box Union Strausberg.

Für den hoch motivierten Strausberger Leon Konrad kehrte schnell Ernüchterung ein. Sein Kampf fiel aus. Auch zu einem Sparring kam es für ihn leider nicht. Da half auch kein Schulterklopfen der mitgereisten Eltern und Freunde. Leon Konrad hätte sich gern im Kampf gemessen. Doch Absagen und Ausfälle gehören beim Amateurboxen immer wieder dazu. „Ich habe noch keine Boxveranstaltung erlebt, bei der jede gesetzte Begegnung auch tatsächlich stattfinden konnte“, sagte sein Betreuer Bernd Hinz, der Trainer Jörg Runge nach Berlin mit begleitete. Beide durften sich an diesem Tage über eine makellose Bilanz freuen: Zwei Kämpfe, zwei Siege.

Beeindruckend war wieder einmal der Kampf von Matthias Blank. Er trat gegen den Greifswalder Robert Stromecki an. Der Strausberger, der boxerisch in den vergangenen Monaten ganz gut unterwegs war, absolvierte ungewöhnlicherweise gleich den ersten Kampf des Tages, da er im Anschluss noch arbeiten musste. Dass dies möglich wurde, ist auch dem Gegner und den Organisatoren des Wettkampftages zu verdanken, denn üblich ist, dass sich die älteren Boxer immer erst am Ende des Wettkampftages gegenüberstehen. Sein Gegner, der erfahrene Greifswalder Robert Stromecki, ist  längst kein Unbekannter. Er boxte bereits im Sommer 2017 erfolgreich bei Eintracht gegen den Berliner Ricardo Richter und kannte folglich Halle, Ring und Publikum.

Die letzte Begegnung von Matthias Blank bei Eintracht Berlin geht auf den Oktober 2018 zurück. Er kämpfte gegen Rufus Macauley und endete mit einer knappen Punktniederlage für den Strausberger. Das sollte diesmal anders und vor allem erfolgreicher für den Strausberger, der sich in einer tollen Form befindet, ausgehen.

Robert Stromecki agierte durchweg sauber und mit Tempo, setzte mit seinen längeren Armen häufig auf die Geraden. Er konnte einige gute Treffer platzieren. Matthias Blank ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Er dominierte weiter das Kampfgeschehen im Ring. Er  blieb in seinen Angriffen sehr kreativ und setzte klare Treffer an Körper und Kopf seines Gegners. Spätestens in der zweiten Runde war er der dominierende Kämpfer und hatte seinen Gegner aus Greifswald auch gut im Griff. Es gab von ihm tolle Kombinationen, die ihre Wirkung zeigten. Die Ringärztin musste sich kurz Stromeckis Nase anschauen, dann ging es weiter. In der dritten Runde marschierte Blank unbeirrt weiter. Schöner rechter Haken und der Greifswalder musste das erste Mal angezählt werden. Wenig später: Links, rechts, links und erneut wurde Stromecki angezählt. Der Ringrichter brach den Kampf ab und erklärte den Strausberger zum verdienten und deutlichen Sieger. Das Urteil lautete „Sieg durch RSC“.

Blanks Trainer Jörg Runge war zufrieden und bewertete den Kampf als „hart“ und den Sieg als „klar erarbeitet“, bemerkte aber, dass Blank weniger beweglich und explosiver war als gewohnt.

Den zweiten Strausberger Sieg holte Alamat Gaziev. Seinen Gegner Mohammed Daoud vom  Neuköllner Verein „Sports for More“ kannte er noch nicht. Doch schon bei der Erwärmung machte der Berliner eine beeindruckende Figur und schien konditionell auch gut auf der Höhe zu sein. Alamat machte von Beginn an ordentlich Druck und hielt sich nicht zurück. Er ließ seinem Kontrahenten keine Luft und schlug durchweg hart und platziert. Nach einer vollkommen gerechtfertigten Ermahnung wegen Tiefschlags, der keineswegs beabsichtigt war, boxte Alamat im weiteren Verlauf sauber und ansehnlich weiter. Zu Beginn der zweiten Runde warf Mohammeds Trainerin dann das Handtuch, Sieg für Alamat. Eine Entscheidung die Trainer Jörg Runge später als „richtig, verantwortungsvoll und fürsorglich“ respektierte. „Wir hätten gern noch zwei Runden gesehen, aber das Wohl der Sportler geht nun einmal vor“, sagte Runge.