Brandschutz: Nach Sintflut kam die Trockenheit

Ausgezeichnet und geehrt: Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Hoppegarten sagten Wehrführer Marius Venslauskas (r.) und Bürgermeister Karsten Knobbe (l.) diesen Kameraden Danke für ihre Verdienste.
Margrit Meier/MOZVon einem Neuanfang sprach Gemeindewehrführer Marius Venslauskas bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hoppegarten. Tatsächlich starten die drei Ortswehren Dahlwitz-Hoppegarten, Hönow und Münchehofe mit so vielen Herausforderungen wie noch nie in das neue Jahr.
Nach einem Jahr Pause trafen sich die knapp 100 aktiven Hoppegartener Feuerwehrleute und viele Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung zur offiziellen Jahreshauptversammlung. Seitdem hat sich viel getan. Marius Venslauskas ist neuer Gemeindewehrführer und hat mit Jens Jochinke und Detlev Kriebitzsch zwei seiner Vorgänger als Stellvertreter an der Seite.
Wie unterschiedlich die Anforderungen an eine Wehr heute sein können, berichtete Marius Venslauskas aus den vergangenen zwei Einsatzjahren. Waren es 2017 Unwetter, Starkregen und Stürme, die die Feuerwehrleute auf Trab hielten, ließen Hitze und Trockenheit im Jahr 2018 keine Langeweile aufkommen. Insgesamt rückten die drei Ortswehren 2018 zu 475 Einsätzen aus. Durch die enorme Trockenheit rückten Brandeinsätze (285) wieder in den Vordergrund vor technischen Hilfeleistungen (180).
Größte Herausforderung war Mitte August der Brand in der Kompostieranlage Münchehofe. Etwa 10 000 Quadratmeter Holz und Pflanzenabfälle brannten fast 24 Stunden lang lichterloh. Gleich dahinter ordnen sich Fehl-alarme der Brandmeldeanlagen (BMA) ein. Schlechte Wartung machte Marius Venslauskas als Ursache aus. Höhepunkt war der Silvesterabend, als eine BMA gleich viermal hintereinander falsch signalisierte und es von Mal zu Mal weniger Feuerwehrleute wurden, die sich dem Einsatz stellten.
Spannender als der Blick zurück, ist der in die Zukunft Hoppegartens. Alle drei Ortswehren kommen räumlich an ihre Grenzen. In diesem Jahr soll Baubeginn für das Gerätehaus Hönow sein und für die beiden anderen richtungweisende Entscheidungen getroffen werden.
Bereits beim Amtsantritt vor nicht ganz einem Jahr kündigte Marius Venslauskas strukturelle Veränderungen in der Hoppegartener Feuerwehr an. Nun ließ er die Katze aus dem Sack. Es wird Ortswehr übergreifend Fachbereiche geben. Neben Atemschutz, persönliche Schutzausrüstung, Aus- und Fortbildung, Digitalfunk und Alarmierung wird es eine Gefahrstoffeinheit geben. Ziel ist es, die gestiegenen Anforderung in jedem einzelnen Bereich mit bestmöglich ausgebildeten Kräften zu begegnen. In vielen anderen Bereichen des Lebens ist Spezialisierung bereits erfolgreich gang und gäbe, warum nicht auch bei der Feuerwehr, verteidigte Marius Venslauskas sein Vorhaben. Erste Gespräche in den Fachbereichen seien viel versprechend angelaufen, bestätigte er.
Viele Auszeichnungen und Beförderungen waren bereits im Vorfeld in den Ortswehren bekannt gegeben worden. Einige hob sich die Gemeindewehrführung jedoch für die Hauptversammlung auf. So wie die Medaille für 40 Jahre treue Dienste in der Freiwilligen Feuerwehr in Gold für Detlev Kriebitzsch. Früh kam der heute 57-Jährige „zu den Kameraden“, früh kam er in Führungspositionen der Freiwilligen und heute kann er auch auf eine lange Laufbahn in der Einsatzzentrale bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt (Oder) zurückblicken.
Befördert und geehrt
Beförderungen zum
Oberbrandmeister: Ronny Grützke
Hauptlöschmeister: Björn Wudka, Hannes Geister, Jens Gesche
Löschmeister: Falco Böhm, Kevin Pfeiffer
Oberfeuerwehrmann: Duane Pohl, Tim Strahl
Hauptfeuerwehrmann: Lothar Budde, Erick Pohl
Feuerwehrmann/-frau: Mark Mix, Leonie Backhaus, Carolin Sander, Cindy Mosig
Ehrungen für
40 Jahre: Detlev Kriebitzsch
25 Jahre: Jens Jochinke, Ronny Wolff
20 Jahre: Hannes Geister
10 Jahre: Jens Gesche, Eckhardt Naujoks
Für besondere Leistungen: Ronny Grützke, Markus Deick