Bürgermeisterwahl
: Miteinander ist ihr wichtig

Am 1. September sind in Rüdersdorf Bürgermeisterwahlen. Die MOZ stellt die beiden Bewerber vor. Heute: Sabine Löser.
Von
Uwe Spranger
Rüdersdorf
Jetzt in der App anhören

Wird von mehreren Parteien und Gruppen unterstützt: Bürgermeisterkandidatin Sabine Löser (parteilos)

Stephen Ruebsam

Hört zu, denkt nach, entscheidet, informiert“, sind vier Tätigkeiten, die sich die  60–Jährige auf ihren Flyern zuschreibt. Und hat auch vier Eigenschaften parat, die aus ihrer Sicht für sie sprechen: „Leidenschaftlich engagiert, parteiunabhängig, verwaltungserfahren und von hier.“ Denn aufgewachsen ist sie in Herzfelde und Wildau.  Und lebt seit 1995 mit der Familie wieder in Rüdersdorf. Sie war sachkundige Bürgerin im Bauausschuss, gehört dem Sportverein Glück auf Rüdersdorf und den Theaterfreunden Rüdersdorf–Schöneiche an und engagiert sich im Rüdersdorfer Umweltarbeitskreis, der auch die Industrie „kritisch, aber konstruktiv“ begleitet.

Die Ausbildung zur Bauingenieurin absolvierte sie in Dresden. Nach der Wende war sie bereits kurze Zeit im Rüdersdorfer Bauamt, bevor sie für Brandenburger Städte und Gemeinden tätig wurde. Sie leitete 16 Jahre die Berlin–Brandenburger Geschäftsstelle der STEG Stadtentwicklung GmbH, die auch in Rüdersdorf als Sanierungsträger fungierte. Damals habe sie an den ersten städtebaulichen Planungen mitgewirkt, die den Ort bis heute prägen. Bürgerberatung und Abstimmungen mit kommunalpolitischen Gremien gehörten ebenfalls zu dieser Arbeit.

Das sei ihr in den Folgejahren zugute gekommen, in denen sie im Bau– und Ordnungsamt und zuletzt als Abteilungsleiterin der Bauverwaltung in Altlandsberg Rathauserfahrungen sammelte.

Diesen Job hat sie sehr geschätzt und hätte ihn auch gern bis zum Ruhestand weitergemacht, wenn nicht der Chefposten im Rüdersdorf Rathaus frei geworden wäre und nacheinander viele politischen  Parteien und Gruppen aus dem Ort bei ihr angefragt hätten. Als quasi alle durch waren, habe sie sich mit ihrer Familie beraten und letztlich  die Entscheidung getroffen, sich dem Bürgervotum zu stellen.  Schließlich wolle sie sich nicht ärgern über Dinge, die besser laufen könnten, sondern anpacken  und etwas bewegen.

„Mir ist das Miteinander wichtig“, bekennt sie. „Wir haben selbst in der Hand, ob wir an einem Strang ziehen oder unsere Kraft in internen Auseinandersetzungen verbrauchen.“ Es gehe um Einsatz für den Ort, unabhängig von Partei–, Kirchen– oder Vereinszugehörigkeit. Als parteiunabhängige Kandidatin hoffe sie deshalb auf breite Unterstützung in der Sacharbeit.

Als Schwerpunkte, für die sie sich besonders einsetzen werde, nennt Sabine Löser attraktive Ortsteile, gute Bildung, intakte Infrastruktur und mehr Radwege, insbesondere dort, wo es um Sicherheit für Schulwege gehe. Jeder müsse sich Kultur und Vereinsleben leisten können, betont sie. Industrie und Gewerbe gehörten zum Ort und seien wichtig, sollten sich aber so entwickeln, dass die Gesundheit der Menschen Priorität genieße und die Natur intakt bleibe. Lärmenden Schwerlastverkehr auf den Straßen durch Siedlungen wolle sie reduzieren, insbesondere auf der Autobahn und der Herzfelder Möllenstraße. Auf die Fahne geschrieben hat sie sich zudem, den Bürgerwillen durchzusetzen und eine Deponie zwischen Herzfelde und Hennickendorf zu verhindern. Apropos Bürgerwillen: Ihr liege die Mitbestimmung Betroffener am Herzen, sagt sie. Deshalb wolle sie bei wichtigen Entscheidungen „Bürgerdialoge“ initiieren und „Stimmungsbilder  vor Ort abholen“.

In der Verwaltung  möchte sie für kurze Entscheidungswege sorgen und für enge Zusammenarbeit mit den kommunalpolitischen Gremien.  Ziel ihrer Arbeit an der Rathausspitze wären zudem zufriedene Mitarbeiter, die das Gefühl haben, am richtigen Platz zu sein, und denen ihr Job Freude bereitet, die Gestaltungsspielraum haben und Rückhalt verspüren.

Die beiden Bürgermeisterkandidaten können beim MOZ–Forum am 20. August ab 19 Uhr in der Aula der Grundschule am Stienitzsee in Hennickendorf von Interessierten befragt werden.