Diebstahl in Strausberg: Mehrere Bienenvölker gestohlen, Imker sucht den Täter

So sahen die Beuten aus, die in Strausberg einem dreisten Diebstahl zum Opfer gefallen sind. Den Schaden trägt der Hobby-Imker allein.
Christian Hennrich- In Strausberg wurden an der Fließstraße mehrere Bienenvölker aus Beuten gestohlen.
- Ein etwa 50-jähriger Mann im Imkeranzug lud sie am Freitag, 24. April, gegen 18 Uhr ein.
- Zeugen sahen einen weißen VW Caddy mit SRB-Kennzeichen – der Imker selbst hat kein SRB.
- Betroffen sind ein Wirtschaftsvolk und drei Ableger, Schaden laut Imker rund 700 Euro.
- Polizei ist informiert; Tipps: Beuten einzäunen oder mit GPS-Modulen sichern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dieser Dieb wusste, was er tat: Fast einen Monat ist es her, dass ein etwa 50 Jahre alter Mann im Imkeranzug mehrere Bienenvölker in ihren Beuten, also künstlichen Behausungen, mitgenommen haben soll. Am Freitag, 24. April, gegen 18 Uhr soll er sie in einen weißen VW-Caddy mit Strausberger Kennzeichen abtransportiert haben. Das berichteten Nachbarn dem Imker Christian Hennrich.
„Sie dachten, dass ich das bin. Nur das SRB-Kennzeichen machte sie stutzig“, so Hennrich, der kein Strausberger Kennzeichen am Wagen hat und 2013 mit dem Imkern begann. Den Standort an der Fließstraße hatte der Bienenhalter kurz zuvor bezogen. In diesem Zusammenhang stellte er sich auch den dortigen Anwohnern vor.
Gestohlen worden sind Hennrich zufolge ein Wirtschaftsvolk sowie drei Bienenableger, in denen das junge Bienenvolk selbst eine Königin nachziehen soll. Dafür sind diese mit reichlich Futter ausgestattet und vermutlich eine leichte Diebesbeute.
Unzählige Arbeitsstunden lassen sich nicht in Geld umrechnen
Den rein wirtschaftlichen Schaden beziffert der Imker mit rund 150 Euro für die Bienenvölker. Hinzu kommen die Beuten und Materialien, womit sich der Verlust auf rund 700 Euro summiert, wie Christian Hennrich schätzt. Die unzähligen Arbeitsstunden, die er in die Ausstattung und Betreuung der nützlichen Tiere gesteckt hat, lassen sich nur schwer in Geld umrechnen.
„Meine Hoffnung ist, dass jemand die Beuten erkennt oder anderweitig etwas mitbekommen hat. Vielleicht sieht auch jemand seinen Fehler ein und stellt mir die Beuten einfach wieder dahin, wo er sie hergeholt hat“, sagt er. Er betont, dass er Bienenfreunden, die ebenfalls mit dem Imkern beginnen möchten, jederzeit hilfreich zur Seite stehe und auch Ableger abgeben werde.
Doch sich einfach nehmen, was einem nicht gehört: „Das geht nicht“, sagt Christian Hennrich, der kein eigenes Grundstück besitzt, um seine Bienenvölker dort unterzubringen. Ärgerlich sei zudem, dass keine Versicherung für seinen Schaden aufkommen würde.
Sind Bienenstöcke nur eingezäunt sicher?
Bislang kümmerte sich der Imker um 13 Bienenvölker, die er an unterschiedlichen Standorten aufgestellt hat. Damit er verschiedene Sortenhonige anbieten kann, bringt er seine Bienen gezielt zu blühenden Obstbäumen, Rapsfeldern und Linden, wenn möglich. Sein Honig ist kein ertragreicher Nebenverdienst und hauptsächlich für Familie, Freunde und Arbeitskollegen gedacht. „Auf dem Strauberger Weihnachtsmarkt habe ich auch einen Stand, der gut ankommt“, ergänzt der Imker.
Den Diebstahl hat Christian Hennrich der Polizei gemeldet. Dazu rät auch Michael Eisemann, Vorsitzender der Imkervereinigung Strausberg, die 18 aktive Mitglieder hat. So werden die Fälle öffentlich und unter Umständen auch entschädigt. Im Verein ist bislang laut seinem Wissensstand noch kein Fall von Diebstahl aufgetreten. „Das liegt vermutlich daran, dass unsere Imker ihre Bienenstöcke auf eingezäuntem Privatgelände aufstellen können“, sagt er. Aber auch er habe von Fällen gehört, in denen Beuten auf freiem Gelände Vandalismus oder auch Diebstahl zum Opfer gefallen seien.
Der Bienenfachmann empfiehlt, gezielt Menschen anzusprechen, die insbesondere Grundstücke in Waldnähe oder an Rapsfeldern besitzen. Manchmal wird man sich für einen Obolus oder eine Kiste Honig handelseinig und kann die Beuten dort dann eingezäunt aufstellen. Außerdem gibt es GPS-Module, die an Bienenstöcken angebracht werden und dann Standortsignale senden können.
Wer Christian Hennrich erreichen möchte, erreicht ihn per Mail an chennrich@gmx.de.

