Ehrenamt
: Dank für Hilfe und legendäre Kuchen

Rüdersdorf ehrt mit einer Feierstunde seine freiwilligen Helfer von der Feuerwehr bis zu Umweltaktivisten. Urkunden, Plaketten und der Eintrag ins Goldene Buch als Dankeschön.
Von
Irina Voigt
Rüdersdorf
Jetzt in der App anhören

Ganz unterschiedliche Ansätze, aber eins gemeinsam: Die Rüdersdorfer ehrenamtlichen Helfer wurden im Gemeindezentrum Herzfelde geehrt.

Irina Voigt

Gebraucht werden die Ehrenamtler an jedem Tag im Jahr, an einem Tag im Jahr werden sie dafür auch ganz offiziell geehrt. Die Rüdersdorfer taten das im Herzfelder Gemeindezentrum. Im weihnachtlich geschmückten Raum der Volkssolidarität war die Kaffeetafel gedeckt. Bürgermeisterin Sabine Löser hatte das Goldene Buch der Gemeinde mitgebracht, in das sich die Ehrenamtler eintragen durften, und Urkunden und Plaketten lagen bereit. Es ist inzwischen zehn Jahre her, dass der Seniorenbeirat der Gemeinde den Vorschlag für einen Tag des Ehrenamtes unterbreitet hatte und es seitdem diese Anerkennung gibt. „Ohne unsere Ehrenamtler würde es in Rüdersdorf kein Gemeinschaftsleben geben“, sagte die Bürgermeisterin und forderte die Anwesenden auf, weitere Ideen und Vorschläge zu unterbreiten, damit „solche guten Taten ins Licht der Öffentlichkeit gelangen“ würden. Musikalisch eröffnet wurde die Veranstaltung von Anna Braun aus der Musikschule Hugo Distler mit Stücken auf dem Cello und dem Klavier.

Großes Herz und immer Verlass

Rosita Hoffmann war die Erste an diesem Nachmittag, die sich ins Ehrenbuch eintrug. „Auf Rosita ist immer Verlass“, hieß es in der Begründung des Vorschlages aus dem HFKS, kurz dem Waschbärenverein Hennickendorf. Aber nicht nur in ihrem Verein beweise sie „ihr großes Herz“, sondern auch bei anderen Aktivitäten von Wachtelbergfest, Oktoberfest des Chores bis zur Frauenfrühstücksrunde. Karin Freyer brauchte inzwischen selbst Hilfe, kümmert sich aber immer noch hingebungsvoll um andere, betreut sie in jeder Lebenslage, beim Kochen, Einkaufen oder Gängen zum Arzt. Ihr zur Seite steht dabei ihre Freundin Liane Skiba. Annette Köthke gehörte zu den ersten Mietern im betreuten Wohnen im Haus am Kalkgraben. „Seit ihrem Einzug im August 2013 steht sie den anderen Bewohnern zur Seite“, sagt in ihrer Laudatio Mitbewohnerin Antje Kircheis. Immer sorge sie sich um andere und auch dafür, dass alle am Gemeinschaftsleben im Haus teilnehmen könnten. „Und nach jeder Feier ist die Küche hinterher wieder tipptopp aufgeräumt und geputzt.“

Dass die Feste der Freiwilligen Feuerwehr Herzfelde und ihre Einsätze bei Kitaparty oder IFA–Treffen immer zu Erfolgen mit zufriedenen Besuchern werden, sei zu großen Teilen seit zehn Jahren der Vorsitzenden des Fördervereins, Birgit Schuckert, zu verdanken, hatte Gesa Soballa als Ortsvorsteherin in die Begründung geschrieben. Über Jürgen Rudorf hieß es vor seiner Eintragung ins Ehrenbuch, dass er sich mit größtem Engagement und fachlicher Kompetenz in Umwelttechnik und Politik und für die Realisierung von sozialen Projekten einsetze. So sei er „ein unersetzlicher Fachmann der Bürgerinitiative“ geworden. Nach 15 Jahren als Vorsitzende und vielen Aktionen für eine sauberere Umwelt hat Heidemarie Gliesche nun die Geschicke des Rüdersdorfer Umweltarbeitskreises in jüngere Hände gelegt. Dem Verein wolle sie nach besten Kräften weiterhin treu bleiben, sagte sie.

Ehrenamtlich tätig ist Falko Maaß schon seit Anfang der 1990er–Jahre. Nach dem Ausscheiden als Gemeindevertreter habe er nun noch mehr Zeit für die bislang schon sehr erfolgreiche Nachwuchsarbeit im Rüdersdorfer Schützenverein, hieß es dazu. Für den Lichtenower Horst Werk ergriff Ortsvorsteher Herbert Peschke das Wort. Besonders hob er den Anteil von Horst Werk an der Fortschreibung der Ortsgeschichte und sein Engagement im Ort sowie im Arbeitskreis hervor.

Ortsgeschichte erforscht

Der Kuchen, den Renate Ahland zu jedem öffentlichen „Auftritt“ des Herzfelder Heimatvereins bäckt, ist legendär. Aber nicht nur dafür trug sie sich ins Ehrenbuch der Gemeinde ein. Sondern auch für ihre ambitionierte, langjährige Arbeit an der Erforschung der Ortsgeschichte. Ganz in der Gegenwart und mit der Jugend zu tun hat es der Trainer des HSV 90, Bernd Fleischer. Seit zehn Jahren kümmert er sich um die Kinder und ist heute Trainer der B–Jugend, engagiert sich beim Vorbereiten des Platzes und ist als Schiedsrichter dabei. „Einfach ein dufter Typ“, lobte Gemeindevertreter Norbert Pose diesen Ehrenamtler.