Eichenprozessionsspinner bei Strausberg
: Gemeinde braucht Hilfe der Bürger

In Fredersdorf-Vogelsdorf geht die Gemeinde gegen den Eichenprozessionsspinner vor. Sie warnt die Bevölkerung und bittet die Bürger im Kampf gegen den Schädling um Hilfe.
Von
Dirk Nierhaus
Fredersdorf-Vogelsdorf
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Warnung vor Eichenprozessionsspinnern

Der Eichenprozessionsspinner ist in Fredersdorf-Vogelsdorf bei Strausberg aufgetreten. Die Gemeinde schlägt Alarm.

Friso Gentsch/dpa
  • In Fredersdorf-Vogelsdorf breitet sich der Eichenprozessionsspinner stark aus.
  • Die Gemeinde warnt auf ihrer Website und bittet Bürger um genaue Meldungen mit Baumnummer.
  • Befallen sind vor allem Grünanlagen, Spielplätze, Schulstandorte, Sportanlagen, Friedhöfe und Wald.
  • Spezialfirmen saugen Nester auf öffentlichen Flächen ab – kein Einsatz von Bio- oder Chemikalien.
  • Privatgrundstücke: Eigentümer sollen Fachfirmen beauftragen und Kontakt mit Nestern strikt vermeiden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Eichenprozessionsspinner und seine giftigen Brennhaare sind in unseren Breiten vor allem von Mai bis Juli aktiv – und gefährlich. In diesem Zeitraum bilden die Insekten ihre feinen Härchen aus, die bei Menschen und Tieren schwere allergische Reaktionen auslösen können.

Einen „auffälligen Befall“ durch den Schädling meldet jetzt Fredersdorf-Vogelsdorf. Dort sind ungewöhnlich viele Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt worden.

„Wir bekommen aktuell aus allen Ecken und Enden der Gemeinde Meldungen über Nester“, sagt Bürgermeister Thomas Krieger (parteilos). Der Eichenprozessionsspinner habe sich offenbar im gesamten Gemeindegebiet ausgebreitet. „So habe ich das auch noch nicht erlebt.“

Fredersdorf-Vogelsdorf warnt vor Eichenprozessionsspinner

Auf Initiative des in Fredersdorf-Vogelsdorf für Bäume zuständigen Sven Gawenda habe die Gemeindeverwaltung deshalb eine Warnung auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Es gehe vor allem darum, die Menschen für den Umgang mit dem gefährlichen Schädling zu sensibilisieren. Außerdem benötige man dringend ihre Hilfe, um die Insekten wirkungsvoll zu bekämpfen, so Bürgermeister Krieger.

Laut Sven Gawenda gehen in der Verwaltung „seit etwa 14 Tagen“ vermehrt Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern ein, die Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt haben. Ein Befallschwerpunkt sei aber nicht auszumachen. Den gebe es auch nicht im Hinblick auf die zurückliegenden Jahre. Vielmehr sei diesmal mehr oder weniger die gesamte Gemeinde betroffen.

Befallen seien aktuell vor allem größere Grünanlagen, Spielplätze, Schulstandorte, Sportanlagen, Friedhöfe und Waldgebiete. Überall dort, wo Eichen stehen, ist der Eichenprozessionsspinner insbesondere zu erwarten, heißt es auf der Homepage der Gemeinde. Laut Bürgermeister Krieger seien unter anderem der Friedhof in der Posentschen Straße sowie die Spielplätze der Vier-Jahreszeiten-Grundschule und am Marktplatz stark betroffen.

Fredersdorf-Vogelsdorf ruft Bürger zur Hilfe auf

Gawenda und seine Mitarbeiter kontrollieren aktuell regelmäßig Bäume im Ort. Wo sie starken Befall mit dem haarigen Schädling ausmachen, veranlassen sie seine Bekämpfung. „Wir beauftragen Spezialfirmen, die die Nester absaugen und kontrolliert vernichten.“ Biologische oder chemische Mittel würden in der Gemeinde nicht gegen den Schädling eingesetzt.

„Wir können aber nicht alle Bäume im Blick haben. Deshalb sind wir dringend auf die Hilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen“, sagt der Verwaltungsmitarbeiter. Umso wichtiger ist es ihm zufolge, dass die im Ort lebenden Menschen Verdachtsfälle auf öffentlichen Flächen schnell und möglichst mit genauer Ortsangabe und Baumnummer melden.

ARCHIV - 19.06.2019, Bayern, Nürnberg: Eichenprozessionsspinner in ihrem Nest auf einem Baum.  (zu dpa: «Wie man sich vor stechenden «Plagegeistern» schützt») Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wer die Schädlinge in Fredersdorf-Vogelsdorf ausfindig machen möchte: So sehen Nester des Eichenprozessionsspinners am Baum aus.

Daniel Karmann/dpa

Nester des Eichenprozessionsspinners auf Privatgrundstücken müssen die jeweiligen Grundstückseigentümer aber selbst entsorgen, macht Gawenda deutlich. Er empfiehlt, das nicht selbst in die Hand zu nehmen, sondern Fachfirmen zu beauftragen. Keinesfalls sollten die Nester abgestoßen oder abgeflammt werden, warnt der Verwaltungsmitarbeiter. Die Brennhaare des Schädlings verteilten sich auf diese Weise unkontrolliert in der Luft und können noch lange danach von Menschen und Tieren eingeatmet werden – womöglich mit schlimmen gesundheitlichen Folgen.

„Grundsätzlich gilt: Abstand halten und Nester keinesfalls berühren“, empfiehlt Gawenda. Auch sollen längere Aufenthalte in unmittelbar betroffenen Bereichen vermieden werden. Das gilt ebenfalls für Haustiere. Bei starken Beschwerden nach einem unmittelbaren Kontakt mit den Raupen oder ihren Brennhaaren ist ärztlicher Rat dringend geboten.

Deshalb ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling, dessen Raupen vor allem an Eichen leben. Sie gelten als Schädlinge, da sie Lichtungs- oder Kahlfraß verursachen. Bei mehrjährigem starkem Auftreten kann der Baum geschädigt werden. Problematisch für Mensch und Tier sind die feinen Brennhaare des Schädlings: Sie können Hautreizungen, Juckreiz und Atembeschwerden auslösen.

Diese Brennhaare sind winzig, mit bloßem Auge nicht sichtbar und werden unter anderem vom Wind verbreitet. Sie enthalten ein Nesselgift. Auch alte Nester des Eichenprozessionsspinners können weiterhin eine Gefahr darstellen, da die Brennhaare dort über längere Zeit wirksam bleiben können. Deshalb besteht auch nach der Verpuppung der Raupen Ende Juli noch Gefahr, obwohl die geschlüpften Falter harmlos sind. Sie schwirren in der Regel bis September umher.

Zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners setzt etwa Neuenhagen bei Berlin auf regelmäßige Sprühaktionen im Frühjahr. Dabei kommen biologische oder chemische Mittel zum Einsatz, die die Raupen abtöten, ehe sie Brennhaare entwickeln. In Fredersdorf-Vogelsdorf gab es laut Gawenda bislang keine Notwendigkeit dafür. Das könnte sich in den kommenden Jahren ändern. Die Verwaltung arbeitet mittlerweile an einem Kataster betroffener Bäume in der Gemeinde.

Die Verwaltung von Fredersdorf-Vogelsdorf nimmt Meldungen zum Eichenprozessionsspinner online im Maerker-Portal, per E-Mail unter ordnungsamt@fredersdorf-vogelsdorf.de oder telefonisch unter 033439 83 54 66 entgegen.