Seit dem vergangenen Frühjahr ist an der Rüdersdorfer Ernst- Thälmann-Straße viel passiert. Ein neuer Großtrafo steht bereits auf seinem Schienenbett mit dem darunter liegenden Becken für Havariefälle und die dazugehörigen Schaltanlagen sind in Betrieb. "Früher waren die mal in einer Halle", erzählt ein Mitarbeiter. Der Staub vom nahen Zementwerk hätte sich sonst auf die Isolatoren gelegt und sie unbrauchbar gemacht.
In der Nähe vom Eingang steht noch ein etwas kleineres Exemplar von Trafo. Das Provisorium dient als Sicherheit für die Übergangszeit, bis der zweite Bauabschnitt fertig ist. Falls die eigentliche Anlage ausfällt, wird darauf umgeschaltet. Redundante Systeme, heißt es im Fachjargon. Schließlich hängen an dem Umspannwerk eine Vielzahl von Kunden. Nicht nur die Wohnhäuser in Rüdersdorf und Umgebung, sondern auch Gewerbegebiete wie Tasdorf-Süd oder Vogelsdorfer Straße, das DHL-Paketzent-rum, Cemex oder Möbel-Kraft an der Autobahn. Dies lässt sich an den Schaltschränken im neuen Betriebsgebäude ablesen. Sie sind zum Teil schon in Betrieb. Auf den Vorgängern aus DDR-Zeiten im alten  Gebäude sind hingegen eine Reihe von Schaltern mit Packband abgeklebt. Die alten Anlagen aus den 1980er-Jahren werden etwa ab Mitte des Jahres ausgemustert. Nach Inbetriebnahme des zweiten Bauabschnitts, erklärt Bernd Mücke.
Für den laufen gerade die letzten Vorbereitungen. Das Fundament samt Unterbecken für den zweiten Trafo ist eingeschalt, am Mittwoch sollte der Beton gegossen werden. Der muss dann vier Wochen aushärten. Für die 20. Kalenderwoche ist die Lieferung des zweiten Trafos avisiert. "Er wird nächste Woche im Werk fertig", weiß der Projektleiter.  Außerdem sind die ersten Fundamente für weitere Freiluftschalt-anlagen vorbereitet.
Wenn die letztlich in Betrieb sind, wird das alte Gebäude entkernt und abgerissen. Laut Zeitplan von Bernd Mücke etwa im August/September. Die freien Flächen werde begrünt und stehen dann für Ausgleichsmaßnahmen für andere Projekte zur Verfügung. Die bereits abgerissene Mauer zur Kurzen Straße wird übrigens nicht ersetzt. Denn im Gegensatz zum dumpfen Brummen der alten Trafos sind die neuen selbst auf kurze Distanz kaum zu hören. Im Oktober soll dann die Rekonstruktion des Umspannwerks abgeschlossen sein.
In deren Zuge erfolgt übrigens wie auch an anderen Stellen im rund 80 000 Kilometer umfassenden Edis-Leitungsnetz eine Umstellung der  Mittelspannung von 10 auf 20 kV. Dadurch verringerten sich die Verluste und die Versorgungssicherheit sei höher, hieß es. Abnehmern könne zudem mehr Leistung zur Verfügung gestellt werden. Laut Edis-Sprecher Danilo Fox werden im Netzgebiet zwischen Ostsee und Spreewald jedes Jahr etwa 100 Millionen Euro investiert.
Personal wird nach dem Umbau in Tasdorf selten zu sehen sein: Nur etwa alle drei Monate kommt jemand zur Kontrolle.