Ferienlager: Giftige Dachpappe verzögert Entsorgung

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Daniel Bockwoldt/dpaSeit reichlich drei Wochen hatte die Abrissfirma Dare–Entsorgung Berlin den Rückbau der Reste des Kinderferienlagers soweit beendet. Der Bauschutt lagert sortiert in Haufen und Bigbags. Anwohner von jenseits des Straussees wandten sich an die MOZ in der Sorge, dass dies so bleiben könnte. Die Stadt hat das Kinderferienlager abreißen lassen, um Platz für die Ersatz– und Ausgleichsmaßnahmen im Zuge des Neubaus der Kindernachsorgeklinik Berlin–Brandenburg zu schaffen.
Neue Gesetzeslage greift
Doch Seit November 2018 kann Dachpappe nur entsorgt werden, wenn der Asbestgehalt bestimmt wurde. Da dies der Fall sei, könne die Entsorgung nur in wenigen Anlagen kostenaufwendig erfolgen, teilt Diplombiologe Thomas Freitag von der Gutachterfirma Competenza Berlin mit: „Um der Bauherrin, der Stadt Strausberg, Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro zu sparen, wurde eine kostengünstige Entsorgungsanlage ermittelt. Die entsprechenden Recherchen zur Ermittlung der Entsorgungsanlage, die Beantragung der Genehmigung zur Entsorgung in dieser Anlage sowie Abstimmungen mit den an der Entsorgung Beteiligten haben leider längere Zeit in Anspruch genommen.“
Weil nun erst einmal die Dachpappe entsorgt werden muss, kann das Gelände nicht vollständig rückgebaut und abgeräumt werden. Von der fachgerecht verpackten Dachpappe auf der Baustelle gehe keine Gefährdung für die Umwelt aus, versichert Freitag. Zum Rückbau gehört auch die Demontage der Zaunanlage. Der Maschendraht, der Stacheldraht sowie die Holzpfosten und Metallpfosten der Zäune werden nach dem Rückbau durch die bauausführende Firma entsorgt.
Der Bauzaun wird am Ende der Baumaßnahme abgebaut und von der Baustelle und aus dem Wald entfernt. Dann könne aufgeforstet werden. Das allerdings liege in der Verantwortung des zuständigen Försters, also des Werkleiters des Stadtforstes.