Freizeit: Strausberger Schwimmhalle hat noch 15 bis 20 Jahre
Die Schwimmhalle in der Wriezener Straße kann noch einmal 15 bis 20 Jahre erhalten werden. Das hat Fred Thaleiser, der die 1970 erbaute Halle und das Freibad betreibt, kürzlich den Mitgliedern des Finanzausschusses mitgeteilt.
Zwar liege die letzte Grundsanierung schon 20 Jahre zurück — und andere Schwimmhallen würden bereits nach zehn Jahren erneut generalüberholt, sagte er. Doch wenn so wie in den vergangenen Jahren scheibchenweise investiert werde, könne man es schaffen. „Bisher haben wir es mit der Stadt immer soweit hinbekommen, dass wir technisch eigentlich immer auf dem neuesten Stand sind.“
Lüftung kostet 200 000 Euro
Thaleiser machte aber auch deutlich, dass die Stadt zusätzlich zu den Instandsetzungskosten, für die sie jährlich 25 000 Euro zur Verfügung stellt, „richtig Geld“ in Sachen Bauunterhaltung in die Hand nehmen müsse. Schon 2019 steckte sie in diesen Bereich mit 72 200 Euro so viel wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. Allein 50 000 Euro davon flossen in einen neuen Steuerschrank zur Wasseraufbereitung. Die nächsten großen Posten seien die Erneuerung der Lüftungs– und der Schmutzwasser–Hebeanlage sowie der Duschen und Sanitäranlagen.
Als Erstes soll 2020 die Schmutzwasseranlage gemacht werden. „Dafür haben wir 15 000 Euro eingeplant“, sagte Thaleiser. Für die Lüftung, bei der es Probleme mit der Einstellung von Temperaturveränderungen gebe, habe er zwar noch keinen Kostenvoranschlag, rechne aber mit etwa 200 000 Euro. „Das werden wir wahrscheinlich in mehreren Scheiben machen.“ Bei den Duschen und Sanitäranlagen gibt es noch keine Schätzung. Zusätzlich müsse geschaut werden, welche Kosten sich aus Auflagen des Brandschutzkonzeptes ergeben, das zusammen mit der Stadt erarbeitet werde, sagte Thaleiser. Die Strausberger Bäder GmbH investiere außerdem jährlich 12– bis 13 000 Euro von ihrem eigenen Geld in die Anlagen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Pachtvertrag läuft fünf Jahre
Trotz all der finanziellen Herausforderungen will Thaleiser nicht an der Preisschraube drehen. „Wir haben 2009 das letzte Mal unsere Eintrittspreise erhöht. Ich bin der Meinung, dass das ein Alleinstellungsmerkmal für Strausberg ist und eine Erhöhung falsch wäre“, sagte er. „Wenn man die Preise anheben würde, würde man vor allem Jugendliche und Kinder abschrecken, zur Schwimmhalle zu kommen. Die Betreuer aus den Kindergärten haben uns schon öfter signalisiert, dass sie nicht nur den Eintritt zu zahlen haben. Der Aufwand, mit dem Bus zur Halle zu kommen, ist fast dreimal so teuer wie der normale Eintritt für Kinder. Mit unseren Preisen geben wir jedem Bürger die Möglichkeit, die Halle zu nutzen.“
Die Halle stehe zu 50 Prozent für die Bevölkerung offen, ein Viertel der Zeit sei für die Schulen reserviert, 14 Prozent für Vereine, der Rest für Kurssysteme der Bundeswehr und andere Nutzer. „Zurzeit liegen wir bei wöchentlich 95 Betriebsstunden, wobei wir in der Woche im Schnitt von 6 bis 22 und am Wochenende von 8 bis 18 Uhr zur Verfügung stehen“, sagte Thaleiser. Ob es denn eine Möglichkeit gebe, die Wartungsarbeiten in den sechswöchigen Sommerferien zu verkürzen, wollte Frank Müller (SPD) wissen. Die Zeit sei schon sehr knapp bemessen, sagte Thaleiser, zumal die Anzahl der Besuche in dieser Zeit kaum der Rede sei, weil die meisten an Seen seien. „Ich überlege aber, ob wir im nächsten Jahr in den ersten 14 Tagen in den Vormittagsstunden noch zusätzlich Schwimmkurse anbieten. Da sind wir aber auf die Hilfe der Firmen angewiesen.“
Der Pachtvertrag zwischen der Stadt und der Bäder GmbH läuft ab 1. Januar noch fünf Jahre. "Ich kann mir vorstellen, dass ich danach noch einmal fünf Jahre ranhänge. Dann bin ich 68“, sagte Thaleiser auf Nachfrage. Es sei denn, die Stadt wolle eine andere Konstellation mit einem anderen Betreiber, dann müsse man reden.

