Fußball: Mit MOZ-Foto zum beruflichen Erfolg
Christian Wegner ist ein echter Wriezener Junge. Er ist im Ort aufgewachsen, dort zur Schule gegangen und hat nach dem Abitur mit einem BWL-Studium begonnen. „Ich habe mich schon immer für Zahlen und ein wenig auch für Wirtschaft interessiert.“ Zuvor leistete er Zivildienst in der Fachklinik und Moorbad Bad Freienwalde, Klinik für Orthopädie und Rheumatologie. Er studierte verhältnismäßig lange. Nicht etwa, weil er die Prüfungen nicht bestanden hätte, sondern da er bei der Berliner Stadtreinigung und beim Versandhaus Zalando nebenbei arbeitete und als Werkstudent auch praktische Erfahrungen sammelte. Das Studium konnte er schließlich mit guten Abschlüssen beenden, um sich dann bei einem der größten Arbeitgeber der Hauptstadt zu bewerben.
„Ja, ich arbeite bei der S-Bahn GmbH, und ich sage gleich, ich bin auch Kunde und ärgere mich genauso wie alle anderen, wenn es mit der Dienstleistung mal nicht so klappt.“ Er fährt jeden Tag in sein Büro bis in die Nähe des Adlergestells und ist daher ebenso ärgerlich, wenn er nicht pünktlich zur Arbeit oder nach Hause kommt. Ungewöhnlich war seine Bewerbung, denn die Mappe enthielt ein Foto aus dem Sport, das in der MOZ veröffentlicht war. Er hatte damit Erfolg und arbeitet nunmehr im Projektmanagement.
Von den Kleinen bis Altherren
Schon immer war er sportbegeistert. „Das kommt ganz sicher von meinem Vater Lutz“, sagt er. „Er hat früher in Bad Freienwalde Fußball gespielt und der ein oder andere wird ihn noch kennen.“ Christian Wegner hat alle Stationen im Verein durchlaufen. Von den ganz Kleinen bis zu den Altherren, er hat schon in jeder Mannschaft gespielt. Darüber hinaus hinterließ er auch Spuren als Trainer. Er trainierte die1. Männermannschaft, Teams im Jugendbereich und ist durchaus stolz darauf, dass er mit der Zweiten in die Ostbrandenburgliga aufsteigen konnte. Selbst noch aktiv zu sein und bei den Altherren Fußball zu spielen, hat ihm sein Arzt kürzlich verboten. Ein Knorpelschaden im Knie erlaubt es einfach nicht.
„Unser Verein ist schon etwas Besonderes, auch wenn es in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden ist, noch Gleichgesinnte zu finden. Deutlich hat das Interesse an der Gemeinschaft und erst recht am Sport abgenommen. Vor allem im Jugendbereich ist das zu merken, hier suchen wir regelmäßig nach geeigneten Trainern“, sagt er. Nur einmal wurde er seinem Verein untreu. „Ich hatte damals ein Angebot vom FC Strausberg. Trainer Daniel Meyer hatte mich angesprochen und wollte mich zum Brandenburgligisten holen. Ich bin dann auch gewechselt, konnte aber aufgrund einer Verletzung nicht spielen.“ Meyer ging weg und es kam Dirk Schlegel als neuer Trainer. Das war im Juli 2007. Schlegel plante verständlicherweise mit den gesunden Spielern und Wegner fiel aus dem Kader. „Ich hätte es gern versucht, auch einmal höherklassig zu spielen. Es sollte aber nicht sein und so wechselte ich wieder zu meinem Heimatverein.“
Langeweile ist Fremdwort
Er kümmert sich um Vieles im Verein und „da gibt es durchaus schon mal eine Ansage von meiner Frau Friederike, die aber alles in allem großes Verständnis für mein Hobby hat.“ Trotz Beruf und Verein bleibt aber noch Zeit für seine Familie, zu der zwei Töchter gehören und sein Haus im Wriezener Ortsteil Biesdorf. Und so ist der Begriff Langeweile eher ein Fremdwort für ihn. Echte Erholung holt er sich dann, wenn es nach Norwegen zum Angeln geht. „Das gönne ich mir einmal im Jahr. Norwegen ist ein großartiges Land und der Tiefkühlschrank ist für mindestens zwölf Monate gut gefüllt.“
Bei so großen Fußballfans muss man einfach fragen: Bayern oder Dortmund? „Ich kann nicht anders, ich muss ein Bayern-Fan sein. Auch das wurde mir vom Vater so mitgegeben. Aber ich interessiere mich auch für unsere Berliner Bundesligamannschaften und dabei natürlich für Union. Aber, dass ich mal in ein Stadion nach Berlin fahren kann, kommt ganz selten vor. Es sei denn, die Bayern kommen“, ergänzt er mit einem Lächeln auf dem Gesicht.Er hat natürlich eine Menge erlebt. Dazu gehört ein Fußballspiel in Wriezen gegen den FC Hansa Rostock. Die Norddeutschen spielten damals in der Bundesliga und für noch jungen Christian Wegner war das im Mai 2000 ein bombastisches Erlebnis.
Fragt man den sympathischen Wriezener nach den Vorsätzen für das neue Jahr, bleibt er ganz gelassen. „Natürlich gesund bleiben und mich auch selbst fit halten. Ansonsten bin ich eigentlich ganz zufrieden.“
Info Nach dem Turnier um den Pokal der Firma Dachbleche 24 geht die Turnierserie beim FSV Blau-Weiß Wriezen am Sonntag (10 Uhr) mit dem Preuss-Cup (E-Junioren) und dem MIB-Cup (14 Uhr) für die C-Junioren weiter.

