Galoppsport
: Drei Generationen, ein Ziel: die Rennbahn

Ex-Jockey Jürgen Elbert und seine Familie sind mit Hoppegarten sehr eng verbunden.
Von
Jens Sorge
Hoppegarten
Jetzt in der App anhören

Pfingstsonntag dabei: Jürgen Elbert mit Ehefrau Rosita, Tochter Monique (links) und Enkelin Dominique

Frank Sorge

Zweifellos ein lohnendes Ziel für entspannte Stunden, aber auch mit gewisser Spannung nach der Abgabe einer Wette. Diese einmalige Mischung ist für die unweit der Rennbahn wohnende Familie Elbert seit Jahrzehnten sozusagen Pflicht. Die Wurzeln für ihre Begeisterung am Galopprennsport liegen bei Jürgen Elbert im Beruf, erst als Facharbeiter für Pferdezucht, dann als Rennreiter.

Auch Enkelin hat Pferdefieber

Ehefrau Rosita kennt die Szene durch ihren einst als Futtermeister tätigen Vater Schmerl Kalinowski. Keine Frage, dass für die erwachsenen Kinder Monique und Mario die Szene bestens vertraut ist. Schließlich kann sich auch Enkeltochter Dominique dem faszinierenden Geschehen auf dem grünen Rasen nicht entziehen.

So genießen drei Generationen die Renntage und hängen auch gern noch etwas Zeit abends im Biergarten dran. Jürgen Elbert stammt aus Mühlhausen in Thüringen. Die Initialzündung für die Berufswahl war ein Pressebeitrag über das berühmte Hauptgestüt Graditz. „Ohne je Kontakt zum Pferd zu haben, bin ich als Lehrling angetreten.“ Dann bestimmten die Vollblüter seinen Lebensweg. Von 1961 bis 1963 erfolgte die zweite Ausbildung, und zwar im Hoppegartener Rennstall von Altmeister Friedrich-Wilhelm Michaels. Mehrere Stationen bei namhaften Trainern folgten.

Nach 149 Siegen, „der Schönste war mit Hortense im klassischen Kincsem-Rennen,“ erfolgte ein Wechsel in einen anderen Job. Doch nach der politischen Wende zog es Jürgen Elbert wieder zu den Pferden. Als Futtermeister bei Martin Rölke betreute er auch das Spitzenpferd Artan. „Den wollte keiner pflegen, weil er so kess war“, erinnert sich der Ex-Jockey. Und fügt schnell hinzu: „Mit ihm durfte ich 1998 zum großen Dezember-Renntag nach Hongkong reisen, ein grandioses Erlebnis.“

Längst sind Besuche in Hoppegarten Pflicht. Aber schöne Stunden genießt der 75-Jährige auch auf anderen Rennbahnen wie Iffezheim, Bad Harzburg und Dresden. „Diese Reisen mit Übernachtungen bekomme ich von den Kindern stets zu Geburtstagen geschenkt“, freut er sich.