„#StolenMemory“ (gestohlene Erinnerung) ist der Titel einer Ausstellung, die am 1. Juli um 13 Uhr in Hennickendorf eröffnet wird. Auf dem Festplatz an der Ringstraße in dem Rüdersdorfer Ortsteil macht die Wanderausstellung der Arolsen Archives Station. In deren Mittelpunkt stehen der letzte Besitz von in Konzentrationslagern (KZ) Inhaftierten und die Frage, wie es heute noch gelingt, die sogenannten Effekten an Familien der Opfer zurückzugeben.

500 Familien schon ausfindig gemacht

„Effekten“ sind persönliche Gegenstände, die Häftlinge bei ihrer Ankunft in den KZs von den Nationalsozialisten abgenommen wurden – Eheringe, Uhren, Füller, Brieftaschen mit Fotos und vieles mehr. Die Ausstellung zeigt Bilder solcher „Effekten“ und erzählt vom Schicksal von zehn NS-Verfolgten. Unter der Überschrift „Gefunden“ wird der Blick auf persönliche Gegenstände gelenkt, die bereits zurückgegeben werden konnten. Über 500 Familien einstiger Häftlinge konnten seit dem Start der Kampagne vor etwa fünf Jahren ausfindig gemacht werden.

Fast 2500 Stücke warten noch

Unter der Überschrift „Gesucht“ werden Stücke gezeigt, die noch auf ihre Rückgabe warten. Denn noch immer bewahrt das Archiv in Nordhessen gestohlene Erinnerungsstücke von rund 2500 Personen aus ganz Europa auf. Jeder kann sich selbst auf Spurensuche nach den Verfolgten und ihren Familien begeben und so bei der Rückgabe der persönlichen Gegenstände an die Angehörigen unterstützen.
Riesige Sammlung: Das Archiv des International Tracing Service in Bad Arolsen (Hessen) umfasst rund 30 Millionen Dokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus und der unmittelbaren Nachkriegszeit. Die Effekten sind nur ein kleiner Teil. In Bad Arolsen klärt man die Geschichte von Überlebenden, ehemaligen Zwangsarbeitern und sucht nach Angehörigen.
Riesige Sammlung: Das Archiv des International Tracing Service in Bad Arolsen (Hessen) umfasst rund 30 Millionen Dokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus und der unmittelbaren Nachkriegszeit. Die Effekten sind nur ein kleiner Teil. In Bad Arolsen klärt man die Geschichte von Überlebenden, ehemaligen Zwangsarbeitern und sucht nach Angehörigen.
© Foto: Andreas Fischer/epd
Seit August 2020 reist die #StolenMemory-Ausstellung in einem aufklappbaren Übersee-Container, der von der Container-manufaktur Herzfelde entwickelt und gefertigt wurde, durch Deutschland. Und stößt auf großes Interesse. Deshalb gibt es mittlerweile ein zweites Exemplar, mit dem nun auch größere Städte angesteuert werden.
Geöffnet ist die Schau in Hennickendorf vom 1. bis 14. Juli täglich von 10 bis 20 Uhr. Vorher gastierte sie in Bayern, danach geht sie nach Hessen.