Handball: Halbes Jahrhundert voll machen
Im Februar wird die Führungsspitze des Handball-Kreisfachverbands (KFV) Märkisch-Oderland neu gewählt. Wer aber sind dort die handelnden Personen? Und was macht ein KFV überhaupt? Ein genauerer Blick hinter die Kulissen lohnt in jedem Fall.
Der größte Teil des Handball-Spielbetriebs – von den Minis bis zu den Senioren – findet in landesweit fünf Spielbezirken auf Kreisebene statt. Die Kreisfachverbände sind so etwas wie die Basis des Brandenburger Spielbetriebs. Der KFV Märkisch-Oderland ist dabei traditionell einer der aktivsten Brandenburger Verbände. Und wohl auch einer der ältesten. In Orten wie Altlandsberg, Strausberg, Fredersdorf-Vogelsdorf, Buckow, Bad Freienwalde oder auch Herzfelde wurde schon in den 1930er Jahren (Feld-) Handball gespielt.
Wie praktisch überall hängt die vergleichsweise große Dichte an Handball-Vereinen gerade im westlichen Teil von Märkisch-Oderland mit einzelnen Akteuren zusammen. Einer der wichtigsten ist dabei der Fredersdorfer Klaus Häcker. Er war lange Zeit Vorsitzender des KFA bzw. des späteren KFV und prägte die Strukturen entscheidend mit.
Jahrzehntelang arbeitete er mit Roland Schulz zusammen. Der heute 67-Jährige gehört seit 1972 zum Vorstand. Zunächst arbeitete er als Jugendwart. „Als dann der damalige Kassenwart Manfred Schulz Ende der 70er Jahre nach Berlin zog, übernahm ich die Funktion“, sagt Roland Schulz.
Der Wechsel von „Schulz zu Schulz“ sollte sich bewähren. Bis heute verwaltet der studierte Ingenieurökonom die Finanzen des KFV. „In den ersten Jahren war die Arbeit noch einfacher und die Summen niedriger“, so der Hennickendorfer, „wir haben uns auch grundsätzlich schneller geeinigt.“
Kernkompetenz war und ist es, einen funktionierenden Spielbetrieb zu organisieren. War der KFV lange Zeit nur für den Spielbetrieb im eigenen Landkreis zuständig, änderte sich das spätestens mit der Einführung der Spielbezirke im Jahr 2009. Der KFV Märkisch-Oderland ist seither dauerhaft federführend für den seinerzeit neu konzipierten Spielbezirk D. Der umfasst neben Märkisch-Oderland die Landkreise Oder-Spree, die Stadt Frankfurt (Oder) und einen Großteil des Kreises Dahme-Spreewald.
Vorsitzende des KFV waren da Roland Krause und später Maik Beifuß. Er leitete auch innerhalb des Vorstands Reformen ein und holte verstärkt jüngere Leute in das Gremium. Dazu gehörte auch Mathias Jeschke. Nachdem Maik Beifuß als Schiedsrichterwart ins Präsidium des Landesverbands wechselte, wurde Mathias Jeschke Anfang 2016 zu dessen Nachfolger gewählt, sein Stellvertreter ist jetzt Marco Gerigk. „Wir haben im Vorstand inzwischen auch mehrere Mitglieder aus anderen Kreisen als Märkisch-Oderland“, sagt Mathias Jeschke. Madlen Tornow aus Königs Wusterhausen gehört genauso dazu, wie die Grünheiderin Julia Wolter oder Wolfgang Philipps aus Frankfurt (Oder). Mindestens eine Sitzung im Monat, teils auch durchgeführt als Telefonkonferenz, sowie viele weitere Treffen – von Staffelleitersitzung über Ehrungen der erstplatzierten Teams am Saisonende bis zur Abteilungsleiterberatung – gehören zum ständigen Programm. „Rund 90 Prozent der Arbeit dreht sich natürlich um den Spielbetrieb. Typisch Sportverband eben“, sagt Mathias Jeschke.
Neben den Meisterschaften wird auch ein Pokalwettbewerb von Staffelleiter Uwe Wallner organisiert. Der Spielbetrieb gehört auf Kreisebene heute zu den größten im Land. Für Mathias Jeschke gibt es ein klares Motiv für seine Arbeit: „Wir wollen hier etwas bewegen, damit auch unsere Kinder noch Handball spielen können.“
Die Kreisauswahl-Teams treten seit Jahren erfolgreich auf. Die von Klaus Häcker und Roland Schulz betreuten Mannschaften holten bei den Kinder- und Jugendsportspielen regelmäßig die Titel. Gerade im Kinder- und Jugendbereich ist auch die Gesamtzahl der Mannschaften im Kreis durchaus groß. „Ab der B-Jugend entwickelt sich das dann allerdings negativ.“ Die Männerliga umfasst in der aktuellen Saison acht Teams, bei den Frauen sind es sogar nur vier. „Wir müssen es schaffen, mehr Kinder und Jugendliche bis zum Erwachsenen-Spielbetrieb beim Handball zu halten“, sagt Mathias Jeschke, „möglicherweise brauchen wir für den Spielbetrieb aber auch andere, flexiblere Modelle, die sich nicht nur an der Spielbezirkszugehörigkeit orientieren.“
Im Februar/März stehen turnusmäßig Wahlen im Kreisfachverband Märkisch-Oderland für den Vorstand an. Dass die Arbeit dort auch Spaß macht, beweist Roland Schulz. Der Kassenwart tritt nach 46 Jahren Zugehörigkeit zum Vorstand erneut an. „Das halbe Jahrhundert möchte ich schon noch voll machen“, sagt er.
Infos: www.kfv-handball-mol.de

