Handball: Platz drei weiter im Visier

Solche Szenen wollen die Fans sehen: Josip Perkovic will mit seinem MTV Altlandsberg in eigener Halle unbedingt gewinnen.
Edgar NemschokEs ist wieder Derbyzeit in der Handball-Oberliga Ostsee-Spree der Männer. Um 19 Uhr empfängt der MTV Altlandsberg am Sonnabend in der Erlengrund-Halle den ewigen Lokalrivalen Grünheider SV.
Vor vier Wochen wäre die Partie noch so etwas wie ein Abstiegsgipfel gewesen – vor allem aus Sicht der Gastgeber eine unvorstellbare Horrorvision. Aber die Mannschaft von Trainer Tilo Leibrich konnte in dieser Saison eigentlich nie die eigenen Erwartungen erfüllen. Siege und Niederlagen wechselten fast in unschöner Regelmäßigkeit, nach dem 30:33 beim VfV Spandau betrug der Abstand der Altlandsberger auf die akut abstiegsbedrohten Mannschaften Anfang März plötzlich nur noch zwei Punkte. Der Haussegen im Verein hing mächtig schief.
Seither aber gelangen vier Erfolge am Stück, mit dem jüngsten 30:28 über den Stralsunder HV als Höhepunkt. Es war nämlich die erste Saisonniederlage für den Spitzenreiter und designierten Drittliga-Aufsteiger aus der vorpommernschen Hansestadt. Die Randberliner Gastgeber hatten mit bis zu sechs Treffern vorn gelegen – auch, weil Torhüter Phillipp Pohl fünf Siebenmeter parierte (!) – und blieben auch in der Endphase nervenstark. Den umjubelten Schlusspunkt setzte Phillip Gohl. „Es ist in der Tat eine schwierige Saison, aber heute hat die Mannschaft gezeigt, was wirklich in ihr steckt“, atmete Vereins-Chef André Witkowski hörbar durch. „Somit ist Platz drei immer noch drin.“
Im Gegensatz zum MTV war allen Beteiligten in Grünheide immer klar, dass es für die Oberliga-Mannschaft in erster Linie um den Klassenerhalt geht. Und die Mannschaft ist auf einem guten Weg, auch wenn es zuletzt mit dem 24:27 beim Ludwigsfelder HC einen kleinen Rückschlag gab. Der GSV verschlief den Beginn beider Halbzeiten, „und wir haben auch nie zu der Einstellung gefunden, im Abstiegskampf jeden Quadratzentimeter zu beackern, der uns zuvor bei den Siegen gegen den LHC Cottbus, den BFC Preußen und bei Fortuna Neubrandenburg ausgezeichnet hatte“, sagt Frank Morawetz.
„Ein Spiel müssen wir noch gewinnen, um in der Liga zu bleiben“, rechnet der GSV-Trainer. Am liebsten wäre es den Grünheidern natürlich, wenn dies am Sonnabend gelingen würde, bei der „Mutter aller Handball-Derbys“, wie es MTV-Chef Witkowski im Vorwort des Programmheftes schreibt. Der Respekt der beiden Traditionsvereine der Region voreinander ist dabei mindestens genauso groß wie die Vorfreude der Fans und aller Beteiligten auf ein begeisterndes Spiel.