Die gute Nachbarschaft ist empfindlich gestört, wenn mit Arglist und Tücke unschuldigen Tieren Leid zugefügt wird. So geschieht es derzeit an der Hegermühlenstraße rund hundert Meter vor dem S-Bahn-Übergang, wo die Einfamilienhäuser des „Hegermühlengrundes“ zurückweichen und einer städtischen Grünfläche beziehungsweise Wiese Platz machen, die sich zur Bahnlinie hin verbreitert.
Viele Hunde, große und kleine, haben im Wohngebiet und an der Straße ihr Heim und werden regelmäßig dort ausgeführt. Es ist gerade ein reichliches Jahr her, als die Mini-Australien-Shepherd-Hündin „Luna“ qualvoll einer Vergiftung erlag. Sie hatte ihr Heim an der Hegermühlenstraße direkt gegenüber der Wiese.

„Tretminen“ der anderen Art

Jetzt empört sich Hans-Joachim Knorr über Tretminen auf der Wiese, die nicht von Hunden verursacht wurden, sondern von einem oder mehreren Hundehassern. Teilweise ist die Wiese übersät von klebrigen, weißlichen Klumpen und Klümpchen, die für Hundenasen offensichtlich lecker riechen. Die kleine Mischlingshündin „Mini“ des 66-Jährigen wäre beinahe an solch einem Bissen verendet. „Der Tierarzt konnte nicht helfen, die Substanz zu untersuchen, hätte auch hohe Laborkosten verursacht“, sagt der Rentner, „aber das ist doch auch eine Riesensauerei.“
Während er das sagt, packt er die Hinterlassenschaft seines Hundes in eine Plastetüte. „Natürlich müssen die Hundehalter selbst auch auf Sauberkeit achten und die Hundehaufen nicht einfach liegen lassen“, sagt Sabine Heilmann, deren Neufundländer da schon eine andere Hausnummer ist, „aber vielleicht könnte die Stadt auch mal hier etwas weiter draußen Abfallbehälter oder Hundetoiletten aufstellen, wenigstens an den Wanderwegen, und nicht nur im Stadtzentrum.“

Unterm Schnee kaum zu sehen

Am Dienstagvormittag, als die Wiese noch von einer dünnen Raureif-Schnee-Decke überzogen war, waren die tückischen Klumpen bestens getarnt, so dass man aufpassen musste, nicht reinzutreten. Das ging auch Tischlermeister Oliver Streidt so, als er mit seinem elf Wochen alten Welpen „Leo“ des Wegs kam. „Das geht gar nicht, hier solches Zeug auszulegen! Wie kann man Tieren solches Leid zufügen?!“
Er muss nun seinen jungen Hund gleich konsequent konditionieren, kein herumliegendes „Futter“ aufzunehmen. Hans-Joachim Knorr warnt alle Hundehalter, ihre Lieblinge auf der Wiese etwa frei laufen oder irgendetwas aufnehmen zu lassen: „Es bringt schlimme Schmerzen und Leid für die Tiere mit sich!“