Immanuel Klinik Rüdersdorf: Neue Tagesklinik für Palliativmedizin wird eröffnet

Seit 30 Jahren werden schwerkranke Menschen mit begrenzter Lebenserwartung im Krankenhaus Rüdersdorf stationär palliativmedizinisch begleitet. Jetzt gibt es auch ein tagesklinisches Angebot. (Archivbild)
Uwe Spranger- Neue Tagesklinik für Palliativmedizin in Rüdersdorf eröffnet am 1. April.
- Angebot für schwerstkranke Patienten, ohne das gewohnte Umfeld zu verlassen.
- Team aus Palliativmedizin, Pflege, Physiotherapie, Psychologie, Seelsorge, Ernährungsberatung und Sozialarbeit.
- Projekt „SEELE“ unterstützt durch AOK Nordost und IKK BB.
- Betriebszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am 1. April eröffnet in Rüdersdorf bei Berlin eine Tagesklinik für Palliativmedizin. An der Immanuel Klinik haben Patientinnen und Patienten dann die Möglichkeit, eine spezialisierte palliative Betreuung zu erhalten, ohne ihre gewohnte Umgebung dauerhaft verlassen zu müssen. Dafür steht ihnen laut einer Mitteilung der Immanuel Albertinen Diakonie ein Team aus verschiedenen Fachbereichen, darunter Palliativmedizin, Pflege, Physiotherapie, Psychologie, Seelsorge, Ernährungsberatung und Sozialarbeit, zur Seite.
Bisher hatten Schwerstkranke in Brandenburg nur die Wahl zwischen einer Behandlung zu Hause oder – bei schwerwiegenden Problemen und für spezielle Untersuchungen – der stationären Aufnahme in eine Klinik. In Rüdersdorf werden nun Behandlungen wie Schmerzeinstellungen oder Kriseninterventionen sowie Eingriffe wie zum Beispiel entlastende Punktionen oder Transfusionen tagesklinisch angeboten. Dadurch bestehe die Möglichkeit, Krankenhausaufenthalte zu reduzieren, die spezialisierte ambulante Palliativversorgung zu entlasten, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte zu unterstützen sowie Fehlversorgungen zu vermeiden, heißt es in der Mitteilung weiter.
Tagesklinik in Rüdersdorf nur für bestimmte Krankenkassen
„Unser wichtigstes Anliegen bleibt es aber, die Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten für die verbleibende Lebenszeit zu verbessern“, betont Prof. Dr. med. Marcel Kamp, leitender Arzt der Neuropalliativmedizin/Palliativmedizin an der Immanuel Klinik Rüdersdorf und Professor für Palliative Care an der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB). Jährlich mehr als 300 Menschen wurden bisher nach Angaben der Klinik während ihrer schweren Erkrankung und im Sterbeprozess begleitet.
Das neue tagesklinische Angebot richtet sich an palliativmedizinisch versorgte Menschen mit einer onkologischen Erkrankung oder schwerer Herzinsuffizienz. „Versicherte der AOK Nordost und IKK BB im Einzugsgebiet der Tagesklinik, die bereits in eine palliative Versorgungsform eingebunden sind, können es nutzen“, heißt es.
Brandenburgweites Projekt mit 18-monatiger Laufzeit
Grund für diese Einschränkung ist, dass die Rüdersdorfer Tagesklinik Teil des durch den Gemeinsamen Bundesausschuss geförderten Projekts „SEELE“ ist, an dem die genannten Krankenkassen teilnehmen. Im Rahmen des Projekts eröffnen Anfang April vier palliativmedizinische Tageskliniken in Brandenburg: neben Rüdersdorf auch in Eberswalde, Neuruppin und Potsdam. „Während der 18-monatigen Laufzeit des Projektes begleitet die MHB die medizinische Versorgung wissenschaftlich, mit dem Ziel, die Notwendigkeit der tagesklinischen Betreuung von Palliativpatienten nachzuweisen“, teilt der Krankenhaus-Träger mit.

Zur Eröffnung der Brandenburgischen Tageskliniken trafen sich alle Beteiligten, darunter Vertreter der Immanuel Klinik Rüdersdorf, und Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller (5. v. l.) in Potsdam.
Lydia Stübler/Immanuel Albertinen DiakonieDie Technische Universität bewerte zudem wirtschaftliche Aspekte: „Unser Ziel ist es, den Krankenkassen nicht nur zu zeigen, welche großen Vorteile die tagesklinische Betreuung den Patientinnen und Patienten bringt, sondern auch, dass diese Art der Versorgung sich positiv auf die Kosten der Palliativversorgung auswirkt“, so Projektleiterin Dr. Katrin Ziemann.
Palliativmedizinisch begleitet werden Patientinnen und Patienten in Rüdersdorf seit 30 Jahren. 2012 wurde das Angebot durch die häusliche Versorgung in Kooperation mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegenden ergänzt, von der nach Angaben der Klinik im Rüdersdorfer Versorgungsgebiet jährlich mehr als 1300 Menschen profitieren. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) wird durch das Rüdersdorfer Team unter der Leitung von Dr. med. Kerstin Stahlhut realisiert. Es umfasst 34 Palliativ-Ärztinnen und -Ärzte, 23 Palliativpflegedienste und sieben Pflegeheime sowie Hospize, Apotheke, Sozialdienst und Psychoonkologie.
Die Tagesklinik ist Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Kontakt per Telefon unter 033638 83199 und per E-Mail an tagesklinik-palliativmedizin-ruedersdorf@immanuel.de


