Infrastruktur: Neue Schwimmhalle in Hönow

Immer voll: Die Kurse in der Schwimmhalle von Jens Vorwerk – neben ihm Sportfachfrau Beate Schulz – sind über Jahre ausgebucht. Er will gleich nebenan eine weitere bauen.
Margrit Meier/MOZJens Vorwerk betreibt mit Nadine Wittig seit 2011 in Hönow die Schwimmschule im Blockhaus. Sehr erfolgreich, wie er sagt. So sehr, dass er sich vergrößern möchte. Er sagt: „Wir sind bereit, eine Schwimmhalle zu bauen, zu finanzieren und zu betreiben.“
Der Physiotherapeut Jens Vorwerk und seine Partnerin sind vor acht Jahren mit einer Idee im Kopf und nach einer dreijährigen Suche nach einer Bank ins kalte Blockhaus–Wasser gesprungen. Nicht lange, denn die Kurse im 1,35 Meter tiefen Wasser sind so beliebt, dass die Hütte brummt. Und das Wasser ist mit 32 Grad auch nicht kalt, um dieses Bild weiter zu bedienen. Es kommt noch besser: „Wir schreiben schwarze Zahlen“, sagt Vorwerk.
Mit großem Interesse verfolgt er seit Langem die Diskussionen rund um den Neubau einer Schwimmhalle. Auch die Machbarkeitsstudie hat er aufmerksam gelesen, seine Schwimmschule im Blockhaus allerdings vergeblich dort gesucht. Viele andere Einrichtungen wurden beachtet. Seine nicht. Er wurde auch nicht, bedauert er, gefragt, was er als Privatbetreiber für Ideen hat, wie es gehen könnte.
Denn die hat er. Am 6. Mai, wenn zum letzten Mal die „alte“ Gemeindevertretersitzung tagt, will er sein Konzept im Gemeindesaal vorstellen. „Das Problem ist, dass in den bisherigen Untersuchungen immer von großen Hallen ausgegangen wird. Ich habe da eine andere Idee“, sagt der 55–Jährige.
Bisher hat er im Blockhaus eine 12 x 9–Meter–Bahn. Mit Partnern möchte er gern direkt neben dem Blockhaus ein Zweites errichten. Dieses Schwimmbecken dort soll die Maße 20 x 8,50 x 1,35 Meter haben. Nur eine Bahn soll 25 Meter lang und auf den letzten fünf Metern zwei Meter tief sein.
„Die Kinder müssen, um die Schwimmabzeichen in Silber oder Bronze zu erreichen, zwei Meter tief tauchen können. Dafür reichen die geplanten fünf Meter dicke aus. Und Schwimmen kann man auch gut bei einer Tiefe von 1,35 Meter. Umgekehrt ist das genau das richtige Maß für die Wassergymnastik vom Babyschwimmen bis zum Aquafitness. Mit dieser Bauweise sparen wir jedenfalls sehr viel Wasser“, sagt Vorwerk.
Dass er das Ganze finanziert bekommt, da hat er keinerlei Bedenken, erwähnt die langen Wartelisten für seine vielen Kurse. Und was genau hat die Gemeinde davon? „Meine Partner und ich würden das neue Blockhaus bauen, finanzieren und betreiben. Im Jahr 2021 könnte das Ganze hier hinterm HEP in Betrieb gehen“, ist er überzeugt. Von der Gemeinde Hoppegarten erwartet er eine gewisse finanzielle Unterstützung, wenn es darum geht, das Schulschwimmen in Hoppegarten abzudecken. Und auch das öffentliche Schwimmen für jedermann zu bestimmten Zeiten müsste auf eine gewisse Weise refinanziert werden. „Denn man muss umgekehrt verstehen, dass wir in diesen Zeiten auf Einnahmen verzichten. Etwa die aus den Rehasportkursen, die wir sonst hier stattfinden lassen könnten. Wird das öffentliche Schwimmen nicht von der Gemeinde unterstützt, müssten pro Ticket 15 Euro gezahlt werden. Das macht keiner.“
Er will sich nicht bereichern oder irgendwem in die Tasche greifen, sondern er bietet der Gemeinde an, zu gewissen Zeiten seine Schwimmhalle zu buchen. Der Vorteil für die Kinder wäre, dass sie in der Nähe ihres Wohnortes den Schwimmunterricht absolvieren und nicht immer ewige Wege auf sich nehmen müssen.
Und was ist, wenn die Gemeinde sich dem verschließt? „Dann bekommen wir unsere Halle dennoch ohne Probleme voll. Es ist ein Angebot unsererseits an die Gemeinde, kein Muss. Möchte sie nicht mit einsteigen, kommen wir auch allein sehr gut über die Runden, wären also auch keine Konkurrenz zu einer neuen Schwimmhalle, die sieben Gemeinden versuchen, miteinander zu bauen“, betont Vorwerk.
In den kommenden Wochen hofft er, mit dem Land Berlin ins Gespräch zu kommen. Denn dem gehört das Nachbargrundstück. Es wäre ideal für sein Vorhaben, da er dann auf kurzem Wege bei Engpässen das Schwimmlehrer– und Trainerpersonal von Blockhaus zu Blockhaus schicken könnte. Parkplätze in ausreichender Menge sind vor der Tür, zum Jahresende soll es eine Busverbindung Altlandsberg–Hönow geben, der U–Bahnhof ist nicht weit ...