Investition
: Bergschreiberamt in Rüdersdorf ist fast fertig.

Im einst kurfürstlichen Amt in der Heinitzstraße stehen nur noch Restarbeiten aus. Für die Nutzung gibt es neue Ideen.
Von
Uwe Spranger
Rüdersdorf
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  • Weitgehend fertig: Gordon Fillinger, in der Gemeindeverwaltung Rüdersdorf für Kommunale Hochbaumaßnahmen verantwortlich, am ehemaligen Kurfürstlichen Bergschreiberamt Heinitzstraße 11.

    Weitgehend fertig: Gordon Fillinger, in der Gemeindeverwaltung Rüdersdorf für Kommunale Hochbaumaßnahmen verantwortlich, am ehemaligen Kurfürstlichen Bergschreiberamt Heinitzstraße 11.

    Uwe Spranger
  • Innenblick: In den künftigen Gastronomieräumen im Erdgeschoss sind alte Deckenbalken und Mauern erkennbar.

    Innenblick: In den künftigen Gastronomieräumen im Erdgeschoss sind alte Deckenbalken und Mauern erkennbar.

    Uwe Spranger
  • Historische Details: eine alte Treppe (vorn) und ein Kamin

    Historische Details: eine alte Treppe (vorn) und ein Kamin

    Uwe Spranger
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„Die Zargen sind ja auch gestrichen. Also können jetzt die Türen kommen“, stellt Gordon Fillinger, der Verantwortliche für kommunale Hochbauten im Rüdersdorfer Rathaus, beim jüngsten Rundgang fest. Die Bodenbeläge sind auf den Laufwegen noch mit Papier geschützt. „Der Gastronomiebereich ist so gut wie fertig“, konstatiert er und verweist auf den „Spagat“, Altes und Neues bei der denkmalgerechten Sanierung zusammenzubringen. Da sind oben die alten Deckenbalken ebenso sichtbar wie Mauerstücke, sind alte Türen als Blickfang montiert.

Die spätere Küche sei bewusst im „Rohbau“ belassen, damit der künftige Gastronom nach seinen Wünschen noch Einfluss nehmen könne, erklärt er. Allerdings ist ihm auch bewusst, dass es in der derzeitigen Lage schwierig werden könnte, einen Partner zu finden, sind doch Restaurants momentan durch Corona auf Außer–Haus–Betrieb beschränkt. Etwa 50 Plätze könnte das künftige Lokal im Erdgeschoss jedenfalls innen bieten, mit Terrasse etwa 200 oder bei Veranstaltungen auch mehr.

Zwei Ebenen barrierefrei

Ebenfalls auf dieser Ebene finden sich die Sanitärbereiche für die öffentliche Nutzung, je drei WCs für Frauen und Männer sowie eine Behindertentoilette. Denn das Haus ist nun in Erd– und Obergeschoss durch breitere Türen barrierefrei erschlossen. Wände und Boden sind übrigens nicht gefliest, sondern es kommt ein spezieller Kautschukbelag zum Einsatz.

Im Obergeschoss gibt es weitere Sanitäranlagen, die aber für Personal. Allerdings wohl nicht für die Mitarbeiter vom Museumspark. Denn die Pläne, die Heinitzstraße 11 als Entree des Parks und Sitz der Verwaltung der Museums und Kultur GmbH zu nutzen, sind vom Tisch. „Konzeptionelles ist Sache des Geschäftsführers. Wir sind für den Bau zuständig“, verweist Fillinger an GmbH–Chef Frank Schaal. Der bestätigte der MOZ, dass die Kasse dort bleibt, wo sie derzeit ist. Die Umzugsideen klassifizierte er als nicht praktikabel. Ansonsten sei ein finales Nutzungskonzept für die Räume im einstigen Bergschreiberamt in Vorbereitung. Ein Teilbereich im Obergeschoss mit freigelegtem Fachwerk aus der Entstehungszeit des Gebäudes ist indes weiterhin für Eheschließungen  vorgesehen.

Fillinger erklärte, das Dachgeschoss werde ebenfalls nur rohbaufertig hergestellt, der Endausbau dann mit Nutzern abgestimmt. Die Bereiche um die Treppen sind indes schon mit Wänden versehen — aus Brandschutzgründen. Ansonsten ist noch der Blick auf die Dachkonstruktion frei. Die sei bis auf kleinere Verstärkungen so geblieben wie nach der Sanierung vor rund 20 Jahren, berichtet der Mann aus dem Rathaus. Für die beiden Volletagen hält er eine Eröffnung „kurzfristig“ für möglich, sobald es die allgemeine Lage zulässt.

Die Außenanlagen werden indes noch etwas dauern. Direkt am Haus ist zwar das meiste fertig — Treppengeländer müssen noch montiert oder demontiert, die Fassade ausgebessert werden –, aber das Projekt Uferwiese ist noch zu komplettieren. Unter anderem fehlen Wegeanschlüsse zum Kumpelsteg und zum kleinen Hafen. Bis Mitte des Jahres, so sei mit der Fördermittelstelle abgestimmt, solle nun alles weitgehend fertig sein.

Rund fünf Millionen Euro sind dann dort investiert worden, drei aus dem Programm Nationale Projekte des Städtebaus am Gebäude und zwei an Treppen, Uferwiese und Hafen in Rüdersdorf und dem polnischen Santok aus EU–Interreg–Mitteln.