Investitionen
: Steuergeld für den Klimaschutz

Das Märkische Institut für Technologie- und Innovationsförderung Strausberg ist fit für die Beratung von Kommunen zur aktuellen Fördermöglichkeit.
Von
Jens Sell
Strausberg
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Erwarten Anfragen: Professor Edgar Klose und Tatjana Karasyowa vom MITI im Stic Strausberg

Jens Sell

Deutsche Städte und Gemeinden können Fördermittel für Maßnahmen zur Klimaneutralität abgreifen. Mit dem Geld sollen Investitionen in den Kommunen und im kommunalen Umfeld gefördert werden, „die durch eine direkte, weitreichende Treibhausgasminderung einen beispielhaften Beitrag zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung leiste­n­­“, heißt es in dem Förderaufruf des Bundesumwelt­ministeriums.  Dabei soll es um klimarelevanten Zusatznutzen gehen und nicht um ohnehin geplante Investitionen zur Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz heißt es. Kommunen, die das näher ausei­nander gesetzt haben wollen, können sich an das Märkische Institut für Technologie- und Innovationsförderung (MITI) im Stic Strausberg wenden, denn dort hat man sich die Beratung nicht nur der Mitgliedskommunen in dieser Sache zur Aufgabe gemacht.

Tatjana Karasyowa vom MITI hat ein Vierteljahr lang beim Projektträger Jülich gearbeitet, der das Bundesumweltministerium bei der Realisierung seiner förderpolitischen Zielsetzungen unterstützt. Deshalb ist sie mit der neuen Richtlinie, die seit dem 1. Januar gilt, bestens vertraut. Inte­resse an dem Förderprogramm, für das  jetzt Anträge das ganze Jahr über bis Ende 2022 gestellt werden können, hätten schon Rüdersdorf und Müncheberg signalisiert, plaudert der MITI-Vorstandsvorsitzende Professor Edgar Klose aus. Immerhin gehe es um eine Förderquote von 90 Prozent. Die Höchstsumme betrage zwei Millionen Euro, sagt Klose. Es gebe auch die Möglichkeit, Verbundprojekte fördern zu lassen, wobei jedes Einzelprojekt mit 50 000 Euro gefördert werde.

Als besonders förderwürdig sehen die Fördermittelgeber Modellprojekte aus den Handlungsfeldern Abfallentsorgung, Abwasserbeseitigung, Energie- und Ressourceneffizienz, die Stärkung des Umweltverbunds, grüne City-Logistik und Treibhausgas-Reduktion im Wirtschaftsverkehr sowie die sogenannte Smart-City, also die Vernetzung, Integration und intelligente Steuerung verschiedener umwelttechnischer Infrastrukturen. Tatjana Karasyowa weiß, was hinter all diesen Handlungsfeldern an Modellprojekten möglich ist und wie man die Förderanträge stellt.

Bewerbung um neue Aufgabe

Ein anderes Projekt des MITI an der Schwelle zum neuen Jahrzehnt ist die Teilnahme an der Ausschreibung der neuen Landesregierung für einen Beauftragten für die Zusammenarbeit Brandenburgs mit den Regionen Kaliningrad und Nord-West sowie der Stadt St. Petersburg. Das MITI mit seinen langjährigen Verbindungen in die Russische Föderation und die ehemaligen Sowjetrepubliken scheint schon auf den ersten Blick dafür prädestiniert. Auf den zweiten Blick offenbart sich, dass das MITI direkt in Kaliningrad eine Niederlassung am Sitz einer Mitgliedsfirma betreibt. „Und in St. Petersburg kooperieren wir seit Jahren mit dem Allrussischen Bodenkundemuseum an der dortigen Universität“, sagt Professor Edgar Klose. Auch dank der russischsprachigen Mitarbeiterin Tatjana Karasyowa sollte dort die Knüpfung von Kontakten für die Landesregierung, den Landtag, für Wissenschaft und Wirtschaft sowie Nichtregierungsorganisationen unkompliziert verlaufen.