Jahresempfang
: Empfang mit Fanfaren: Barnim-Kaserne bleibt Militärliegenschaft

Die Bundeswehr wird die Barnim-Kaserne nicht freimachen. Das sagte Brigadegeneral Uwe Berger auf dem Jahresempfang.
Von
Jens Sell
Strausberg
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Gut gefüllter Saal im Zentrum Informationsarbeit Bundeswehr: Der Fanfarenzug des KSC geleitete die Besucher mit Kostproben seines Könnens auf ihre Plätze. Im Foyer wurden Spenden für die Reise zur WM in Kanada gesammelt. Mehr Fotos auf www.moz.de.

Gerd Markert

Die Bundeswehr ist offensichtlich fest entschlossen, die Barnim-Kaserne für weitere Pläne in ihrem Bestand zu halten.

Der Standortälteste der Bundeswehr in Strausberg, Brigadegeneral Uwe Nerger, erteilte allen Hoffnungen auf einen künftigen Gewerbe- oder Wohnstandort im Kasernengelände eine deutliche Abfuhr: „Wir werden auch in der Barnim-Kaserne investieren, wir werden sie nicht abgeben.“ Über die Zweckbestimmung sagte er: „Darüber mache ich keine Angabe, sonst bekomme ich von der Ministerin umgehend einen Rüffel.“

Der General und Bürgermeisterin Elke Stadeler nutzten den gut besuchten Jahresempfang im Zentrum Informationsarbeit Bundeswehr, um eine Zwischenbilanz über Investitionen und Bauvorhaben ihrer Bereiche zu ziehen. In die Infrastruktur ihrer derzeit 21 Strausberger Dienststellen habe die Bundeswehr bisher 29 Millionen Euro gesteckt. Allein in diesem Jahr kämen neun Millionen Euro hinzu. Im nächsten Jahrzehnt sogar noch einmal 40 bis 45 Millionen Euro. Eine der Investitionen sei die neue Sporthalle in der von-Hardenberg-Kaserne, die Ende Juni eröffnet werde: „Der eine oder andere Strausberger Verein kann in Absprache mit uns dann dort mit rein“, versprach der Standortälteste.

73 Nationen in Strausberg

Elke Stadeler griff das Angebot gern auf: „Die neuen Sportanlagen in der Liegenschaft zu nutzen, das passt, das nehmen wir gern in Anspruch“, sagte sie in ihrer Jahreszwischenbilanz. Mit Stand Dienstag lebten 27 046 Menschen in Strausberg, nach ihrer Kenntnis sei aber gerade ein neuer Erdenbürger hinzugekommen. 73 Nationen seien in der Bürgerschaft vertreten. Sie aufzunehmen, sei der Stadt humanistische Verpflichtung. Die Bürgermeisterin betonte, dass sich in der Stadt viele positive Entwicklungen vollzögen, ohne dass sie öffentlich wirklich wahrgenommen würden. „89 Wohnungen entstehen in den Neubauten in der Fritz-Reuter-Straße, für 75 Wohnungen haben wir mit der Genossenschaft neues Wohnen gerade den Grundstein gelegt, viele Projekte sind auch bei der Genossenschaft ,Aufbau’, der SWG und der Bima in Planung.“ Dabei habe man die soziale Infrastruktur auf dem Schirm. Vorarbeiten für den Campus Am Wäldchen hätten sich verzögert, demnächst werde der Grundstein gelegt. Für die von der SWG im Auftrag der Stadt erbaute Kita Zwergenland gehe die Stadt mit den Johannitern eine Partnerschaft zur Betreibung der Übernachtungskita ein. Für die Kindernachsorgeklinik seien erste Hochbauschritte eingeleitet. Elke Stadeler erwähnte die Bauarbeiten in der Philipp-Müller-Straße, am S-Bahnhof Strausberg-Stadt, die neue Rettungswache im Gewerbegebiet Nord und den dort geplanten Neubau des Straßenverkehrsamtes. Sie dankte den Kreistagsabgeordneten für die Entscheidung, das neue Gymnasium in Strausberg zu bauen.

Gut moderierte Kultur

Glanz verlieh dem Jahresempfang das kulturelle Rahmenprogramm. Von Stadtsprecherin Caroline Haitsch-Berg und ihrem Ehemann, Oberleutnant Christopher Berg, eloquent moderiert, zeigten Strausberger Ensembles und das Holzbläserquintett des Stabsmusikkorps der Bundeswehr Perlen ihres Repertoires. Der Fanfarenzug des KSC lockte die Besucher, unter ihnen die Ehrenbürger Sigmund Jähn und Kurt Schornsheim sowie den Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, und seinen Chef des Stabes, Generalmajor Alexander Sollfrank, in den Saal. Der Gemischte Chor Strausberg erfreute mit zwei Frühlingsliedern, Nele Schnell von der Musikschule Hugo Distler mit einer Händel-Sonate sowie zwei Ballerinen des Tanztheaters Strausberg mit einem Duett aus dem Ballett „Das bucklige Pferdchen“.

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