Plötzlich war der Strom weg – vergangene Woche Donnerstag (8. September) saßen ab 16.30 Uhr nicht wenige Strausberger plötzlich im Dunkeln, ihre Computer und Fernseher schalteten sich ab. Wie Gesa Tat von der Stadtwerke-Gruppe mitteilte, wurden einige Bereiche nach rund 45 Minuten wieder versorgt, in der Altstadt dauerte es am längsten – dort floss der Strom erst gegen 18:30 Uhr wieder.
Ursache für den neuerlichen Stromausfall in Strausberg war laut Tat wie bereits beim Stromausfall Anfang August ein Kabelfehler in der Altstadt – diesmal zwischen Klosterstraße und Badstraße. Wieder löste das 10 kV-Kabel im Umspannwerk eine Totalabschaltung der Stromversorgung aus.

Alte Kabel sind für Fehler anfällig

„Wir wissen, dass das dort verlegte Kabel fehleranfällig ist. Deswegen haben wir schon im letzten Jahr mit dem Austausch begonnen“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Gesa Tat. „Die gesamte Kabelstrecke, die durch die Altstadt verläuft und zu der auch der fehlerauslösende Kabelabschnitt gehört, wird aktuell von uns ertüchtigt – angefangen an der Weinbergstraße über den Fichteplatz zur Sparkasse und den Markt geht es weiter zur Klosterstraße und Badstraße. Die Bauarbeiten werden noch einige Monate in Anspruch nehmen.“
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Strausberg

Aber wie kann es sein, dass ein Kabelfehler in der Altstadt eine Stromunterbrechung in der gesamten Stadt auslöst? Das Mittelspannungsnetz verteilt laut Tat Strom an regionale Transformatorenstationen, also die Trafostationen. Erst das Niederspannungsnetz sorge dann für die Feinverteilung an die einzelnen Haushalte oder Gewerbebetriebe.
Bei einem Kabelfehler auf Mittelspannungsebene laufe die Fehlermeldung dementsprechend nicht nur bis zur nächsten Trafostation, sondern direkt bis in die Stadtwerke-Übergabeschaltanlage. Um weitere Schäden zu vermeiden, reagiere die Übergabeschaltanlage wie die Hauptsicherung zu Hause – sie unterbreche die Stromversorgung, in diesem Fall für das gesamte Stadtgebiet. Nur mühsam durch Fehlermessung in jeder einzelnen Trafostation könnten Techniker dann die Fehlerstelle lokalisieren. Auf dem Weg gibt der Techniker die jeweils funktionstüchtigen Kabelabschnitte für die Stromversorgung frei, sodass alle Abnehmer schnellstmöglich wieder Strom bekommen, so Tat. So sei zu erklären, dass an manchen Orten in Strausberg schneller wieder Strom floss als an anderen.

Die Altstadt ist durch Bauarbeiten gefordert

Durch die laufenden Bauarbeiten, die im geschlossenen Bauverfahren erfolgen, sei die noch über das alte Kabel laufende Stromversorgung in der Altstadt in den nächsten Monaten besonders gefordert, schließlich werde „geschossen, gerüttelt, gemufft, um die neuen Kabel zu verlegen“.

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Mit dem erneut aufgetretenen Fehler wurden nun die bestehenden Trafostationen stärker in die Netzabsicherung eingebunden, um Übersprünge in das gesamte Stadtgebiet möglichst zu vermeiden, so Tat. Die Fehlerstelle werde unmittelbar repariert.

Stadtwerke setzen nun auf intelligente Ortsnetzstationen

Mit der Neuverlegung des gesamten Mittelspannungskabels von der Heinrich-Heine-Straße bis zum Krankenhaus würden zudem sogenannte intelligente Ortsnetzstationen (iONS) in der Altstadt errichtet. Diese messen laut Tat permanent die Daten und übermitteln diese an die Netzleitstelle. Von dort aus werde das Stromleitungsnetz überwacht und gesteuert. Weil die neuen Trafostationen fernsteuerbar seien, könne die Netzleitstelle bei Störungen direkt auf sie zugreifen und schneller und gezielt reagieren. Mit der Errichtung dieser intelligenten Trafostationen ist somit auch der Startschuss zu intelligenten Netzen gegeben, die auch in Zukunft die Netzstabilität sichern können, so Tat.