Kindernachsorgeklinik Strausberg
: Spende für kranke Kinder – das passiert mit dem Geld

Am Muttertag können erstmals Interessierte die Nachsorgeklinik für chronisch kranke Kinder in Strausberg besuchen und sehen, wie die Spendengelder verwendet werden.
Von
Claudia Braun
Strausberg
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Ein Team des Vereins Lebenshilfe aus Strausberg unter der Leitung von Manuel Paape (Mitte) jätet aktuell die Grünflächen an der Kindernachsorgeklinik.

Ein Team des Vereins Lebenshilfe aus Strausberg unter der Leitung von Manuel Paape (Mitte) jätet aktuell die Grünflächen an der Kindernachsorgeklinik. Was passiert noch mit den Spenden?

Claudia Braun
  • Tag der offenen Tür am 11. Mai in Strausberg für die Kindernachsorgeklinik.
  • 176.814,38 Euro Spenden gesammelt bis 6. Mai.
  • Spenden finanzieren Tischtennisplatte und Außenanlagen.
  • Erste Inklusionsabteilung im Märkisch-Oderland.
  • Programm: Rundgänge, Tanztheater, Bastelstraße, Foodtruck.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Parkplatz ist bereits gut belegt, obwohl erst im Sommer chronisch kranke Kinder und Jugendliche für Reha-Aufenthalte in die Nachsorgeklinik am Straussee – so der offizielle Name – kommen. Schließlich wächst die Anzahl der Mitarbeitenden in der Einrichtung jenseits des Sees kontinuierlich. „Aktueller Stand dürften 19 Mitarbeitende sein“, sagt Heike Danicke, die selbst am 5. Mai ihre Stelle im Marketing und der Kommunikation angetreten hat.

Derzeit wird an allen Ecken und Enden im und am noch weitgehend unmöblierten Gebäude gewerkelt und hantiert. In den Außenanlagen befreit ein Team des Vereins Lebenshilfe aus Strausberg die Randbereiche von unerwünschten Gewächsen, in den Büros werden letzte Einzelheiten zum großen Tag organisiert. „Am Sonntag, 11. Mai, ist es so weit: Dann laden wir alle Interessierten von 10 bis 15 Uhr zum Tag der offenen Tür ein“, freut sich Geschäftsführer Jan Dreher.

Kindernachsorgeklinik Strausberg: So viel wurde bisher gespendet

Mehrere Jahre lang war unklar, wer den als Kindernachsorgeklinik konzipierten Gebäudekomplex einmal übernehmen wird. Bereits gefundene Interessenten waren wieder abgesprungen. Zwischenzeitlich hatte Bauherr und Stifter Peter Fritz sogar eine Nutzungsänderung angeregt. Statt wie festgelegt, chronisch kranken Kindern und Familien nach dem Bankrott einer ähnlichen Einrichtung in Bernau wieder eine Reha-Einrichtung zu schenken, war plötzlich von einem ernährungsmedizinischen Zentrum die Rede.

Doch all das gehört der Vergangenheit an. Mittlerweile füllt sich die Klinik mit Leben und Engagement. Das ist auch den zahlreichen Spendengeldern geschuldet, die Bürgermeisterin Elke Stadeler (parteilos) treuhänderisch verwaltetet hat und zum Tag der offenen Tür offiziell überreichen möchte. 176.814, 38 Euro sind (Stand 6. Mai) zusammengekommen, die Menschen aus der Region sowie Unternehmen, Vereine und viele mehr für die ihnen wichtige medizinische Einrichtung gespendet haben.

Des Weiteren gibt es zusätzlich Großspender, wie Jan Dreher informiert. So etwa ein Berliner Rotary Club, der für das Therapiebad Geld bereitstellte, der Verein Basketball Aid und eine Firma aus Ahrensfelde, die eine hochwertige Kehrmaschine zur Beseitigung von Schmutz und Schnee zur Verfügung stellte. „Eine handgeführte Kehrbürste, die durch den Akkubetrieb geräuscharm ist“, wie Stefan Nathusius, technischer Leiter in der Nachsorgeklinik, begeistert beschreibt.

Der technische Leiter Stefan Nathusius zeigt eine gesponserte Kehrmaschine.  Noch bestimmen ungepflegte Rasenflächen die Außenbereiche der Klinik, das soll sich durch die finanziellen Zuwendungen ändern.

Der technische Leiter Stefan Nathusius zeigt die gesponserte Kehrmaschine. Noch bestimmen ungepflegte Rasenflächen die Außenbereiche der Kindernachsorgeklinik Strausberg, das soll sich durch die finanziellen Zuwendungen ändern.

Claudia Braun

Tischtennisplatte und Gestaltung der Außenbereiche geplant

Was mit dem gespendetem Geld geschehen soll, steht bereits fest. Zum einen soll eine Tischtennisplatte aus Stein angeschafft, zum anderen die Außenanlagen mit viel Grün gestaltet werden, um Aufenthaltsqualität zu schaffen. Auch an Spielgeräte für die jungen Patientinnen und Patienten ist gedacht. Zwar erhält die Nachsorgeklinik eine gewisse Grundausstattung, aber damit sie zu etwas Besonderem werden kann, werden weiter Spenden gesammelt.

Erste Einrichtung in Märkisch-Oderland mit Inklusionsabteilung

Apropos Besonderes: Die Nachsorgeklinik ist nicht nur die einzige ihrer Art in Ostdeutschland, die Familienorientierte Rehabilitation (FOR) anbietet. Sie wird auch die Erste im Landkreis Märkisch-Oderland sein, die eine Inklusionsabteilung erhält, wie Sybille Fritz, für das Inklusionsmanagement zuständig und nicht mit dem Stifter gleichen Namens verwandt, mitteilt. „Das bedeutet, dass wir auch schwerbehinderte Menschen im Bereich Dienstleistungen und Versorgung beschäftigen und ihnen so eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt geben“, erklärt sie.

Gerade tauscht sich Sybille Fritz mit Gabriele Stüdemann, frisch eingestellte Leiterin der Haustechnik, über das Vorhaben aus. „Es war für mich ein Herzenswunsch hier zu arbeiten“, so Stüdemann, die es schätzt, dass neben schwerstkranken Kindern und Jugendlichen auch Mitarbeitende entsprechend ihrer Möglichkeiten gefördert werden. „Das ist ein ganz tolles Miteinander“, schließt sie. Wer – auch ohne Qualifikation – die Nachsorgeklinik am Straussee ehrenamtlich unterstützen möchte, besucht am Tag der offenen Tür um 14 Uhr das Ehrenamtstreffen auf dem Gelände.

Programm am Tag der offenen Tür am Sonntag, 11. Mai, 10 bis 15 Uhr

- Rundgänge durch die Klinikbauten mit künftigem Therapiebad und Atrium

- Eröffnung mit Bürgermeisterin, Geschäftsführern und Stifter von circa 10.15 bis 11.15 Uhr

- Auftritt Strausberger Tanztheater um 12 Uhr

- Bastelstraße, Kinderschminken und Hüpfburgen für die jüngsten Besucher

- Leckereien vom Foodtruck, Eis und ein kleiner Kuchenbasar, dessen Erlöse der Nachsorgeklinik zugutekommen

- Marktstände, Karrierestand  (weitere Information online)

(cbr)