Kinderrechte
: Viel Spaß mit Tanz, Theater und Zirkus

Die deutsch-polnische „Meet Week“ des Jugendsozialverbunds in Trebnitz steht im Zeichen des Themas Kinderrechte.
Von
Thomas Berger
Trebnitz
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Auf dem Drahtseil: Alicija (11) probiert sich mit Hilfestellung von Workshopbetreuerin Natalie Desavis aus.

Thomas Berger

Mutig, wenngleich noch ein wenig schwankend, setzen Alicija und Weronika (beide 11) Mitte der Woche nacheinander auf dem Drahtseil einen Schritt vor den anderen. Und die ebenfalls elfjährige Khadizha schafft es sogar, beim Balancehalten noch durch einen Reifen zu steigen. Natalie Devasis, die Betreuerin des Zirkusworkshops, die nur hier und da hilfreich ihre Hand ausstreckt, ist schon ganz beeindruckt. Gerade auch von der Vielseitigkeit Khadizhas, die neben dem Drahtseil als Disziplin ebenso bei Trapez, Akrobatik, Kugellaufen und Springseil dabei ist. Ein echtes artistisches Multitalent. „Am meisten Spaß macht Trapez“, erzählt das aus Tschetschenien stammende Mädchen, dessen größere Schwester Ayna (13) übersetzt. Sie wiederum ist im von Joana Kallweit betreuten Tanzworkshop. Das sei ebenfalls richtig toll, sagt Ayna begeistert – und verweist auf die Tänze zu Kinderarbeit, Mobbing und Armut, die gerade in der Gruppe vorbereitet werden.

Lob an die Gastgeber vom Haus

Schon dies verrät: Kinderrechte sind das beherrschende Thema bei der „Meet Week“, die der Jugendsozialverbund Strausberg (JSV) einmal mehr in Trebnitz durchführt. Die Bedingungen seien nahezu ideal, lobt Cheforganisatorin Kristin Roock, bei der in der Woche alle Fäden zusammenlaufen. „Jetzt, im zweiten Jahr, war die Vorfreude noch größer – weil wir schon wissen, dass wir hier ganz viel Unterstützung bekommen, alle Absprachen wunderbar klappen“, lobt sie die Zusammenarbeit mit dem Gastgeberteam im Schloss. Dies ist seit Montag Zuhause auf Zeit für die 54 Teilnehmer im Alter zwischen zehn und 16 Jahren. 25 Kinder und Jugendliche aus Polen gehören dazu, kommen aus dem Großraum Posen. Auf deutscher Seite sind neben Teilnehmern aus ganz Märkisch-Oderland die schon erwähnten tschetschenischen Schwestern sowie vier syrische Jungs dabei.

Stoppt Kinderarbeit! Stoppt Ausgrenzung! Dies und manches mehr, jeweils auf Deutsch und Polnisch, prangt als Botschaften auf den Plakaten, die das Team Theater schon ergänzend zur eigentlichen Probenarbeit am Stück gestaltet hat. „Alles selber machen“, das gefällt nicht nur der 14-jährigen Cassandra aus Strausberg. Auch die ein Jahr ältere Amyna, ebenfalls Strausbergerin und nach dem Vorjahr erneut dabei, ist von der Atmosphäre insgesamt und speziell dem Theaterworkshop sehr angetan: „Wir lernen, wie man Emotionen rüberbringt.“ Workshopleiterin Monika Dobrowalska übt derweil mit der neunjährigen Maja, einem jungen Gesangstalent, ein Lied. Wünsche und Ideen der Kinder aktiv einzubeziehen, statt etwas vorzugeben – auch dieser partizipative Ansatz folgt dem Rahmenthema.

Ihren großen Auftritt haben alle beim Schlossfest am Sonnabend, das 13.30 Uhr beginnt, mit einer Präsentation ab 17 Uhr.