Kommunalpolitik
: Fraktion kritisiert mögliche Doppelkandidatur

Karsten Knobbe bewirbt sich als Gemeindevertreter, strebt aber auch eine zweite Legislaturperiode als Bürgermeister an.
Von
Margrit Meier
Hoppegarten
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Karsten Knobbe: Der Bürgermeister von Hoppegarten tritt wieder an.

Margrit Höfer

Christian Arndt und Mirko Dachroth (beide FDP/FW/B 90/Grüne) waren es, die die mögliche Doppelkandidatur von Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke) auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter aufs Tapet brachten.  Dabei geht es darum, dass Karsten Knobbe sich zum einen um einen Platz als Gemeindevertreter für die Linksfraktion bewirbt, andererseits Ende September aber auch eine zweite Legislaturperiode als Bürgermeister der Rennbahngemeinde anstrebt.

Letzteres wurde am Mittwoch durch den Ortsverband der Linken bestätigt. Wird er erneut Gemeindeoberhaupt, kann er nicht gleichzeitig Gemeindevertreter sein. Den Antritt, bei beiden Wahlen zu kandidieren, hatte Knobbe auf mehreren Veranstaltungen angedeutet. Gegenüber der Märkischen Oderzeitung bestätigte er gestern Abend, dass er auf Listenplatz 2 bei der Gemeindevertreterwahl steht und am 26. Mai ins Rennen geht. „Ich bekenne mich zu den Zielen, dem Programm und anderen Personen, die mit auf der Liste stehen. Ich gehe damit offen um. Der Gesetzgeber lässt die Kandidatur als Gemeindevertreter und Bürgermeister zu“, sagte Knobbe.

Gemeindevertreter Mirko Dachroth hält diese Doppelkandidatur für unmoralisch. Er verlas in der jüngsten Gemeindevertretersitzung eine Erklärung. Darin heißt es u. a.: „Die Frage, die sich hier stellt, ist ... keine rechtliche, sondern eine nach Anstand, nach Respekt vor dem Bürger und dem Wählerwillen ... Daher kann ich ja sicherlich davon ausgehen, dass Sie als Bürgermeister niemals eine Kandidatur für ein Amt betreiben würden, von dem Sie wissen, dass Sie es nicht annehmen können ... Denn dies, sehr geehrter Herr Bürgermeister, hielte ich für moralisch verwerflich und eines Bürgermeisters für unwürdig.“

Dachroth stellte auf der Gemeindevertretersitzung konkret die Frage, welches Amt Karsten Knobbe nun nach dem 26. Mai wahrnehmen will. „Wenn es das Amt des Gemeindevertreters ist — wovon ich ausgehe — dann schildern Sie uns doch bitte die Abläufe einer vorgezogenen Bürgermeisterwahl, denn das Amt des Bürgermeisters wird ja sicherlich nicht bis September unbesetzt bleiben.“

Der Bürgermeister antwortete in der Sitzung darauf: „Wofür ich kandidiere oder nicht, werden Sie auf meiner Homepage finden“, was doch einige Gemeindevertreter laut nach Luft schnappen ließ. Auf dieser Homepage war bis Mittwochabend zu lesen, dass sie gerade überarbeitet wird und in Kürze wieder zur Verfügung steht.