Krasse Katzen in Brandenburg
: Fängt sogar Fische – Minette ist sich für nichts zu fein

Wenn Katze Minette aus Petershagen sich nicht chauffieren lässt, frisst sie sich bei den Nachbarn heimlich durch. Warum ihr Fell nicht immer weiß bleibt, erforscht die MOZ-Aktion „Krasse Katzen“.
Von
Claudia Braun
Petershagen
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Gestatten, Madame Minette aus Petershagen: Sie speist gern außerhalb, aber ist auch für "schmutzige" Abenteuer zu haben.

Gestatten, Madame Minette aus Petershagen: Sie speist gern außerhalb, ist aber auch für „schmutzige" Abenteuer zu haben.

Claudia Braun

„Wie viele Katzen wollen Sie – zwei, drei?“ So schnell wie die Bäuerin Kätzchen in allen Farben und Altersgruppen auf dem Hof bei Zwickau präsentierte, kam Constanze Königsmann gar nicht hinterher. Die überhastete Wahl fiel auf ein rund drei Monate altes Jungtier mit schwarz-weißem Fell. „Das erst mal vom Tierarzt gesäubert werden musste“, wie sich Constanze Königsmann augenzwinkernd erinnert.

Minette, was auf Französisch Kätzchen heißt, ist inzwischen acht Jahre alt und lebt mit ihrer menschlichen Familie, zwei Erwachsene, drei Jungs im Alter von 16, zwölf und vier Jahren, sowie dem Kater namens Katze, im grünen Petershagen. „Als wir von Vogelsdorf hierhergezogen sind, fuhr Minette neugierig im Transporter mit“, berichtet ihre Halterin und zeigt ein Foto. Da thront Madame, wie sie manchmal auch genannt wird, ganz mutig auf der höchsten Kiste.

Krasse Katzen: Zwei Tage war Minette vermisst

Sich chauffieren zu lassen, das scheint Minette zu lieben: Als der jüngste Sohn Franz noch im Kinderwagen herumgefahren wurde, machte sie es sich im daran befestigten Einkaufsnetz bequem und ließ sich schieben. „Heute begleitet sie uns bei Spaziergängen“, freut sich die Familie.

Madame Katze lässt sich schieben: Als der jüngste Sohn der Familie noch ein Baby war, nutze auch Minette den Kinderwagen.

Madame Katze lässt sich schieben: Als der jüngste Sohn der Familie noch ein Baby war, nutzte auch Minette den Kinderwagen.

Constanze Königsmann

Doch in den Abendstunden und in Sommernächten ist Madame Minette auf „eigener Pfote“ unterwegs. „Einmal kam sie zwei Tage nicht zurück. Ich war schon kurz davor, Suchmeldungen fertig zu machen, da stand sie vor der Tür“, sagt Constanze Königsmann. Doch in welchem Zustand! Vom weißen Fell, das zum Großteil Gesicht und Bäuchlein bedeckt, sei nichts mehr zu erkennen gewesen. „Sie sah aus, als sei sie in ein Moorloch gefallen“, beschreibt es ihr Frauchen. Zudem roch sie sehr muffig, irgendwie nach abgestandenem Blumenwasser.

Krasse Katzen: Minette erholte sich von einer Vergiftung

Da half nur noch mehrmaliges Duschen. „In der Not nahm ich das Babyshampoo“, so Constanze Königsmann, die aus dem Bauerntrampel, wie sie ihre Samtpfote liebevoll neckt, wieder eine ansehnliche Madame machte. Dass Minette – wie sprichwörtlich alle Katzen – sieben Leben hat, zeigte ein weiterer Streifzug, von dem sie Mitte April regelrecht torkelnd zurückkam.

Katze Minette nach dem ersten Duschen: noch immer ist das Fell nicht weiß.

Katze Minette nach dem ersten Duschen: Noch immer ist das Fell nicht weiß.

Constanze Königsmann

„Zuerst dachte ich, sie hätte wieder eine wilde Nacht gehabt“, schildert ihre Halterin. Doch weil sie nichts fraß und nur apathisch herumlag, wurde nach einer Weile ein Tierarzt konsultiert. Dort kam sie an den Tropf, bekam Vitaminpaste und es wurde ein Blutbild erstellt, das auf schlechte Nierenwerte deutete. Die Vermutung: Sie hatte sich vergiftet. Wie, werden die Königsmanns wohl nie erfahren.

Krasse Katzen: Minette frisst sogar Hundefutter

Schließlich ist Minette, die sich nach dem Schrecken innerhalb einer Woche vollständig erholt hatte, keine Kostverächterin. „Sie schleicht sich geschickt in Häuser und frisst sogar das Hundefutter*, was wir vor einigen Monaten erst durch Zufall erfuhren“, hat ihre Familie inzwischen herausgefunden. Für ein paar Schlücke Wasser zieht es sie auch zum Swimmingpool, was ihre Halter gar nicht gern sehen. Und dann fängt sie sich gern auch mal den einen oder anderen tierischen Snack.

Einmal versetzte sie Constanze Königsmann mit einem solchen Fang in Erstaunen, denn was die feine Dame sich da geangelt hatte, war tatsächlich ein Fisch! Zudem ein buntes, glitzerndes Exemplar, beschreibt Minettes Dosenöffnerin mit Bedauern in der Stimme. Detektivisch fragte sie in der Nachbarschaft herum, wer solche Zierfische hält, und entschuldigte sich stellvertretend für ihr Haustier. „Der Teich ist jetzt gesichert“, sagt sie erleichtert.

Fühlt sich Minette noch bei anderen Familien zu Hause?

Minettes Menschen, die sie weder kulinarisch noch physisch an der kurzen Leine halten, vermuten schon länger, dass ihre mutige Katze einen großen Aktionsradius hat. „Es wäre faszinierend zu erfahren, wie weit ihr Revier tatsächlich reicht und in welchen Familien sie sich noch zu Hause fühlt“, teilen die Petershagener mit. Ihre Neugierde soll durch die MOZ-Aktion „Krasse Katzen“, bei der Minette mit einem GPS-Tracker ausgestattet wurde, gestillt werden. Nach der ersten Nacht mit dem Gerät am Halsband fanden sich bereits Federn auf der Fußmatte. Minette scheint sich von der kleinen Überwachung offenbar nicht stören zu lassen.

Constanze Königsmann mit Katze Minette, die immer für eine Überraschung gut ist.

Constanze Königsmann mit Katze Minette, die immer für eine Überraschung gut ist.

Claudia Braun

MOZ-Aktion „Krasse Katzen“

Im Rahmen der Kampagne „Krasse Katzen“ werden alle teilnehmenden Tiere mit Trackern der Marke Tractive* ausgerüstet. Bei der Auswahl der Tracker wie auch der Begleitung der Katzenbesitzer orientieren wir uns an Empfehlungen von Tierärzten und Experten.

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